OHB Sweden hat den größten Satelliten-Auftrag in der Geschichte der schwedischen Raumfahrt an Land gezogen. Am 18. März unterzeichnete die ESA im Auftrag von EUMETSAT einen Vertrag über 248 Millionen Euro — für die Entwicklung und Fertigung von 20 Kleinsatelliten im Rahmen des EPS-Sterna-Programms.
Das Programm soll eine echte Datenlücke schließen: Geostationäre Wettersatelliten erfassen die Polarregionen nicht, obwohl diese für das globale Klimageschehen entscheidend sind. EPS-Sterna besteht aus drei Generationen à sechs Satelliten, die auf sonnensynchronen Polarbahnen in 595 Kilometern Höhe operieren. EUMETSAT beziffert den wirtschaftlichen Nutzen der gewonnenen Wetterdaten auf mehr als 30 Milliarden Euro für Europa.
OHB Sweden baut auf dem Arctic Weather Satellite auf, den das Unternehmen in nur drei Jahren entwickelte. Diesen schlanken Ansatz überträgt es nun direkt auf Sterna — der erste Start von sechs Satelliten ist für 2029 geplant, also ebenfalls innerhalb von drei Jahren.
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Das Konsortium hinter dem Programm umfasst rund 30 europäische Unternehmen, mit Schweden und Deutschland in führenden Rollen. Für Schweden markiert der Auftrag den Sprung von der Komponenten-Lieferung hin zur Leitung eines vollständigen Konstellationsprogramms.
Der neue Vertrag fällt in eine Phase, in der OHB operativ auf Hochtouren läuft. Die Jahreszahlen 2025, veröffentlicht am 19. März, übertrafen die eigene Profitabilitätsprognose: Der Umsatz kletterte um 21 Prozent auf 1,25 Milliarden Euro, das bereinigte EBIT stieg um 17 Prozent auf 84 Millionen Euro. Der Auftragsbestand erreichte mit 3,19 Milliarden Euro einen historischen Höchststand — allein das Segment Space Systems steuert 2,51 Milliarden Euro bei.
Den Rückenwind für die kommenden Jahre liefert die Haushaltslage: Das ESA-Budget von 22,3 Milliarden Euro für 2026–2028 sowie geplante deutsche Investitionen von 35 Milliarden Euro in militärische Weltrauminfrastruktur geben dem Unternehmen solide Planungssicherheit. OHB hat seinen Wachstumsausblick für 2026 und die beiden Folgejahre entsprechend angehoben. Den nächsten konkreten Datenpunkt liefern die Q1-2026-Zahlen am 7. Mai.
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