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Warimpex-HV: Die Ost-Kontakte von Jurkowitsch (Günter Luntsch)

Warimpex-HV Teil 1 Präsentation.  Geschäftsbericht und Projektbilderbuch von Warimpex sind wirklich wunderschön, alles Hochglanz, professionell fotografiert, die Gebäude brauchen zumindest optisch (die inneren Werte kenne ich nicht, ich bin ja kein Architekt oder Baumeister) den Vergleich mit den Branchengrößen nicht zu scheuen. Lustig ist der Geschäftsbericht auch, unter "Highlights" findet sich z.B. "Georg Folian legt sein Vorstandsmandat per 31.12.17 nieder". Der GB schreibt weiters, Vorstand und Aufsichtsrat seien "hinsichtlich Alter, Bildungs- und Berufshintergrund, sowie Nationalität sehr differenziert". Zumindest das "sehr" bei Bildung hinterfrage ich, es wurlt in Vorstand und Aufsichtsrat vor lauter akademischen Titeln, einen Maurer oder Kellner vermisse ich. Dem Geschäftsbericht ist weiters zu entnehmen, dass der Warimpex Themen wie "Artenschutz", "Freiraumgestaltung" und "Umweltmanagement" besonders am Herzen liegen. Zuerst ist man verleitet, zu denken, das seien ja nur leere Worte, um einen Geschäftsbericht zu füllen, es hört sich ja einfach gut an. Aber bei Warimpex dürften diese Themen tatsächlich kein Minderheitsprogramm sein, das erkennt man, wenn man sich die Bilder der Gebäude ansieht. Und ich erinnere mich, dass das Thema "Green" schon in vergangenen Hauptversammlungen angesprochen worden ist, es sieht danach aus, als ob Warimpex einer der Vorreiter auf diesem Gebiet war. Hässliche Betonbauten sucht man vergebens. Über das Russland-Geschäft, aus dem CA-Immo und Immofinanz ja bekanntlich draußen sind, lesen wir im GB 2017: "Die AIRPORTCITY St. Petersburg wird von der Projektgesellschaft ZAO AVIELEN A.G. gemeinsam mit CA Immo und UBM entwickelt." Weiter unten ist zu erfahren, dass zumindest das voll vermietete Multifunktionsgebäude Bykovskaya in der AIRPORTCITY St. Petersburg "nun zu 100% im Konzerneigentum steht". Für Russlandfans also: WIR sind noch lange nicht draußen!

Zur HV am 14.6.18 im Floridotower angemeldet waren 155 Aktionäre, physisch anwesend war die Hälfte. Neben den vielen Millionen Stück der Familien Folian und Jurkowitsch und ihrer Stiftungen fiel als einziger auf der HV vertretener polnischer Investor "Metlife Otwarty Fundusz Emerytalny" mit 5 Mio. Stück auf, weiters "Raiffeisen-Österreich-Aktien" mit 600.000 Stück (schön, auch Raiffeisen einmal auf einer österreichischen HV zu sehen) und einige US-amerikanische Fonds mit 4-, 5- und 6-stelligen Aktienzahlen. Der größte österreichische Private bringt immerhin ein Viertel von Raiffeisen auf die Waage, es dürften tatsächlich ein paar relativ große Pakete (da reden wir vom Wert eines alten Hauses am Land in verkehrsungünstiger Gegend, und darunter) in Hand von einzelnen privaten Familien sein. Das ist insofern interessant, als man diese Anleger woanders eigentlich nicht sieht. Ich mutmaße, dass sie einfach nur auf die Warimpex als interessanteste Aktie setzen und die Streuung vernachlässigen. Wenn sie (hoffentlich) ziemlich am Tiefstkurs eingestiegen sind, haben sie nur ein halbes Haus investieren müssen und bereits die andere Haushälfte gewonnen. Wie es weitergeht? Wissen wir natürlich nicht.

Wir hörten, dass Georg Folian die Abfertigung Alt in Höhe von 556.000 Euro erhalten habe, dafür sei eine Rückstellung über 309.000 Euro aufgelöst worden. Wir hörten, dass 2017 das beste Ergebnis seit dem Börsegang erzielt worden sei, die Turbulenzen nach den Lehman-Ereignissen hätten vor allem in Osteuropa bis jetzt nicht (?) überwunden werden können. Polen und Ungarn würden jedenfalls ein höheres Wachstum als Österreich und Deutschland zeigen. In Ungarn seien die Baukosten sehr stark gestiegen. Wir hätten alte Wandelanleihen zurückgezahlt, wegen des höheren Zinssatzes, und um eine Verwässerung im Fall eines Kursanstiegs zu vermeiden. Über das Bürohaus in "Wutsch" (so spricht man "Lodz" richtig aus, ich habe einen Polen gefragt, und er sagt: Jurkowitsch hat recht!), nur einen Sprung von Krakau entfernt, hörten wir, wir hätten ein ehemaliges Bürohaus abgebrochen und würden dort ein neues hinstellen, 60% seien schon vermietet. Dann hörten wir noch von einem weiteren Projekt in Polen, wo man sich um Widmung und Baugenehmigung kümmere, für Details ist es sicher noch zu früh, die eventuellen Früchte werden ja erst Jahre später geerntet, ich lasse das aus. Der Paketverkauf von 8 Hotels habe 1 Jahr Arbeit gekostet. Unser Anteil an der AIRPORTCITY sei von 55% auf 100% aufgestockt worden, das sei ein gutes Projekt, das hervorragend in unsere Strategie passe. Man konnte Jurkowitsch die Freude an diesem Projekt ansehen. Ganz anders war die Stimmung bei CA-Immo, man hat aufgeatmet, das Projekt mit Verlust los geworden zu sein. Ich kenne Jurkowitsch nicht näher, aber möglicherweise hat er wirklich einen besseren Draht zu lokalen Geschäftspartnern in Russland. Ich erinnere mich an längst vergangene Zeiten, wo Zeitungen noch auf Papier erschienen sind, wo über die guten Ostkontakte von Jurkowitsch geschrieben worden ist. Ich muss einmal kramen, vielleicht finde ich etwas aus den Achtzigern oder so.

Der polnische Markt gehe insgesamt gut, Krakau sogar sehr gut. In Budapest habe man das Gebäude B52erworben, den Namen hätten aber nicht wir geprägt, obwohl er (B52 war ein amerikanischer Bomber) gut zu War-Impex passen würde. Diese Anspielung sorgte für Gelächter. Der Erwerb von B52 fiele aber ins Jahr 2018. Büros seien liquider als Hotels, man könne sie leichter verkaufen, und die Einnahmen seien nicht so volatil wie bei Hotels, die man täglich neu vermieten müsse. Derzeit teile sich der Gross Asset Value auf 35% Russland,  28% Polen, 23% Frankreich und 14% Ungarn auf, das würde sich aber verschieben, da wir zwei Projekte in Polen entwickeln würden und ein Objekt in Ungarn gekauft hätten. Mit dem Hotelportfolioverkauf hätten wir 24 Mio. Euro Gewinn gemacht. Die Bilanzsumme (auch der Einzelbilanz) sei stark reduziert worden, die Eigenkapitalquote sei auf 32% gestiegen. 2017 sei "sehr spannend und erfolgreich" gewesen. Die beiden Hotels in Frankreich hätten wegen der Terroranschläge in Frankreich und Belgien drastische Einbußen gehabt. Anstatt der Dividende habe man auch über einen Aktienrückkauf nachgedacht, das sei aber insbesondere wegen der polnischen Fristen schwierig, doch im zweiten Halbjahr komme das sicher in Frage. Das war die Präsentation, die Aktionäre kommen in Kürze zu Wort. Warimpex (1,29/1,34 , -1,49% )



(20.06.2018)

Franz Jurkowitsch, Warimpex, beim SRC Research Investorenforum 2013, (© Alexandra Repp)


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Günter Luntsch

#gabb Autor, siehe http://boerse-social.com/...

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