Der Quantencomputer-Spezialist IonQ baut seine Lieferkette radikal um. Mit der geplanten Milliardenübernahme von SkyWater Technology will das Unternehmen unabhängig von externen Chip-Fertigern werden. Während das Management die Weichen für die nächste Hardware-Generation stellt, sorgt der Aktienverkauf eines prominenten Partners für Gegenwind an der Börse.
Um die Produktion der eigenen Prozessoren abzusichern, hat IonQ nun die formellen Unterlagen für den 1,8 Milliarden US-Dollar schweren Kauf von SkyWater bei der US-Börsenaufsicht eingereicht. Dieser Schritt markiert einen Strategiewechsel. Das Unternehmen wandelt sich zum direkten Lieferanten mit eigener Halbleiterfertigung. Ziel ist es, die Abhängigkeit von Drittanbietern zu beenden und die Kapazitäten für das kommende 256-Qubit-System zu garantieren.
Dieser Umbau kostet massiv Geld. Für das Jahr 2026 rechnet das Management zwar mit einem deutlichen Umsatzsprung auf bis zu 245 Millionen US-Dollar. Gleichzeitig wird jedoch ein bereinigter operativer Verlust (EBITDA) von über 310 Millionen US-Dollar erwartet. An der Börse hinterlässt diese kapitalintensive Wachstumsstrategie Spuren. Mit einem gestrigen Schlusskurs von 26,20 Euro notiert das Papier nur knapp über seinem 52-Wochen-Tief und verzeichnet seit Jahresbeginn ein Minus von gut 34 Prozent. Ein pro-forma Finanzpolster von rund 3,3 Milliarden US-Dollar sichert den laufenden Betrieb jedoch ab.
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Zusätzlicher Druck auf den Kurs entsteht durch aktuelle Verkaufsabsichten. Die Universität Cambridge, ein enger Forschungspartner von IonQ, hat die Veräußerung von rund 2,56 Millionen Aktien angemeldet. Marktbeobachter ordnen dies als üblichen Vorgang ein, da die strategische Zusammenarbeit bei der Entwicklung neuer Quanten-Anwendungen unangetastet bleibt.
Parallel dazu verstärkt das Unternehmen seine Führungsriege. William F. Scannell zieht in den Aufsichtsrat ein, um die operative Skalierung in dieser kritischen Wachstumsphase zu begleiten.
Der Zeitplan für die kommenden Monate ist eng getaktet. Bis Mitte 2026 soll die SkyWater-Übernahme vollständig abgeschlossen sein. Gelingt im vierten Quartal planmäßig der Start des neuen 256-Qubit-Systems, hätte IonQ die vollständige Kontrolle über seine Technologie – vom Chipdesign bis zur Cloud-Anbindung.
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