Bei Nebius baut sich derzeit eine bemerkenswerte Marktdynamik auf. Während Leerverkäufer ihre Positionen auf ein Zweijahreshoch getrieben haben, überbieten sich Analysten mit optimistischen Kaufempfehlungen. Dieser Kontrast zwischen Skepsis und Euphorie sorgt zum Wochenausklang für reichlich Bewegung im Handel.
Aktuell sind rund 17 Prozent der frei handelbaren Aktien leerverkauft. Das entspricht etwa 43 Millionen Papieren und markiert den zweithöchsten Stand der vergangenen zwei Jahre. Bei einem durchschnittlichen Handelsvolumen bräuchten die Shortseller über drei Tage, um all diese Positionen einzudecken.
Gleichzeitig stellen sich große Wall-Street-Akteure demonstrativ auf die Käuferseite. Die Bank of America nahm die Abdeckung mit einem Kursziel von 150 US-Dollar auf und verweist auf die strategisch wichtigen Verträge mit Meta und Microsoft. Analysten von DA Davidson und BWS Financial hoben ihre Ziele sogar auf 200 US-Dollar an. Im Schnitt rufen Experten ein Kursziel von knapp 169 US-Dollar aus, wobei es aktuell keine einzige Verkaufsempfehlung gibt.
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Diese Zuversicht der Analysten lockt auch neue institutionelle Investoren an. Im ersten Quartal stiegen unter anderem Millennium Management mit gut 11,5 Millionen US-Dollar und die Royal Bank of Canada bei dem KI-Infrastruktur-Anbieter ein.
Die fundamentalen Zahlen liefern Argumente für beide Lager. Einerseits sprang der Umsatz im Jahr 2025 um 479 Prozent auf knapp 530 Millionen US-Dollar. Zudem drehte der operative Cashflow mit 401,9 Millionen US-Dollar deutlich ins Plus. Das Management bestätigte erst kürzlich die ambitionierte Umsatzprognose von 3,0 bis 3,4 Milliarden US-Dollar für das Jahr 2026.
Leerverkäufer fokussieren sich hingegen auf die immense Ausgabenseite. Das Unternehmen investierte zuletzt 4,1 Milliarden US-Dollar in seine Infrastruktur. Diese strukturelle Lücke zwischen operativen Einnahmen und Investitionskosten macht externe Finanzierungen unumgänglich, solange das hohe Wachstumstempo anhält. Da bestehende Wandelanleihen vor Fälligkeit in Aktien getauscht werden können, schwebt ein reales Verwässerungsrisiko über den Anteilseignern.
Am 29. April 2026 wird das Unternehmen seine nächsten Quartalszahlen vorlegen. Diese Daten werden erste konkrete Hinweise liefern, wie schnell die massiv ausgebauten Kapazitäten in tatsächliche Umsätze umgewandelt werden.
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