Die globalen Handelsbeziehungen stehen am Freitag, dem 27. März 2026, vor einer neuen Eskalationsstufe. Das chinesische Handelsministerium hat zwei umfassende Gegenermittlungen gegen US-Praktiken angekündigt. Dieser Schlag trifft eine US-Handelspolitik, die selbst nach einem Urteil des Obersten Gerichtshofs im Umbruch steckt. Die Folgen sind weltweit spürbar.
In einer deutlichen Verschärfung des Handelskonflikts hat das chinesische Handelsministerium (MOFCOM) zwei Untersuchungen eingeleitet. Sie zielen auf US-Vorschriften für Lieferketten und den Markt für Erneuerbare-Energien-Produkte. Peking wirft Washington vor, mit diesen Maßnahmen chinesische Produkte diskriminierend vom Markt fernzuhalten.
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Die als direktes Spiegelbild zu US-„Section 301“-Ermittlungen geltenden Untersuchungen sollen binnen sechs Monaten abgeschlossen sein. Hintergrund sind laut China Verluste in Höhe von fast zehn Milliarden Euro für seinen Maschinen- und Elektrosektor. Diese Schäden werden auf jüngste Zollverschiebungen in der Region zurückgeführt, für die man indirekt die USA verantwortlich macht.
Die aktuelle Volatilität hat eine klare Ursache: ein Grundsatzurteil des US Supreme Court vom 20. Februar 2026. Das Gericht entschied, dass der Präsident nicht befugt sei, einseitig breite Strafzölle zu verhängen. Damit kippte es die zentralen Zollregime der vergangenen Jahre.
Die US-Regierung reagierte umgehend und ersetzte die ungültigen Zölle durch eine Notfallmaßnahme. Seit dem 24. Februar gilt ein pauschaler globaler Zoll von 10 Prozent auf Importe im Wert von etwa 1,2 Billionen Euro. Die Rechtsgrundlage, „Section 122“, ist jedoch auf 150 Tage befristet. Für die internationale Wirtschaft schafft das eine anhaltende Unsicherheit.
Die Strategie Washingtons bleibt trotzdem klar. In der Handelsagenda für 2026 bekräftigte Handelsbeauftragter Jamieson Greer den „America First“-Kurs. Ein Erfolg wird bereits verbucht: Das US-Warenhandelsdefizit mit China sank 2025 um 32 Prozent. Damit ist China erstmals seit dem Jahr 2000 nicht mehr das Land mit dem größten Defizit.
Gleichzeitig treibt die US-Handelsvertretung (USTR) ihr Programm für gegenseitige Handelsabkommen (ART) voran. Rahmenabkommen mit der EU, Japan, Südkorea und der Schweiz sollen in konkrete Vereinbarungen umgewandelt werden. Zudem laufen seit Mitte März breit angelegte Ermittlungen zu mutmaßlicher Zwangsarbeit in 60 Volkswirtschaften.
Die neuen Zölle destabilisieren globale Lieferketten, besonders in der Energie- und Automobilbranche. Während Länder wie Brasilien und die Schweiz von der Vereinheitlichung auf 10 Prozent profitieren, leiden metallintensive Industrien weiter unter Sonderzöllen auf Stahl und Aluminium.
Besonders heikel ist die Lage für Mexiko. Unter Druck aus Washington erhöhte es die Zölle auf über 1.400 Produktlinien aus Ländern ohne Freihandelsabkommen auf bis zu 50 Prozent. Dies trifft chinesische Exporte im Wert von über 30 Milliarden Euro. Mexiko versucht, den Zugang zum US-Markt zu wahren, ohne die Beziehungen zu Peking vollends zu zerstören – ein schwieriger Balanceakt.
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Für die Wirtschaft kommt die Unsicherheit aus Washington zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. Ehemalige Finanzministerin Janet Yellen warnte kürzlich, dass die Konflikte im Nahen Osten und die Schließung der Straße von Hormus die globalen Lieferketten und die Inflation zusätzlich belasten.
Vor Ort kämpfen US-Behörden mit den administrativen Folgen des Politikwechsels. Ein neues System zur Bearbeitung von Milliarden-Rückerstattungen für annullierte Zölle ist erst zu 45 bis 80 Prozent fertig. Mittelständische Importeure, denen die flexiblen Lieferketten großer Konzerne fehlen, geraten durch die 10-Prozent-Abgabe und ausstehende Rückzahlungen in eine liquide Schieflage.
Die Ankündigung Pekings zeigt: Die Ära einseitiger Zölle entwickelt sich zu einem komplexen Geflecht aus gegenseitigen juristischen Herausforderungen. Für Einkäufer und Supply-Chain-Manager wird Resilienz zur Überlebensfrage. Mehr als 3.000 neue handelspolitische Maßnahmen wurden im vergangenen Jahr weltweit verzeichnet.
Die nächste Zäsur steht bereits im Sommer an, wenn die 150-Tage-Frist für die US-Notfallzölle ausläuft. Gleichzeitig könnte die anstehende Überprüfung des Nordamerika-Abkommens USMCA zum neuen Konfliktherd werden. In einer Ära beispielloser Handelsvolatilität sind jene Unternehmen im Vorteil, die regulatorische schocks absorbieren und die Kosten für „Near-Shoring“ managen können.
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