Bundesbauministerin Verena Hubertz (SPD) stellt eine radikale Reform des Baugesetzbuchs vor. Ihr Plan: Kommunen sollen Schrottimmobilien im Extremfall enteignen dürfen. Ziel ist es, den bewussten Verfall von Wohnraum zu stoppen und den stockenden Neubau massiv zu beschleunigen. Der Vorstoß markiert einen Paradigmenwechsel in der deutschen Wohnungspolitik.
Im Zentrum der Novelle steht der Kampf gegen Eigentümer, die ihre Gebäude vorsätzlich verfallen lassen. Künftig sollen Städte und Gemeinden einfacher Instandsetzungsgebote aussprechen können. Weigern sich die Besitzer, droht als letztes Mittel die Enteignung – gegen Entschädigung zum Verkehrswert.
Anzeige
Angesichts solch weitreichender Gesetzesänderungen im Immobilienrecht müssen Vermieter ihre Rechte und Pflichten genau kennen, um rechtssicher zu handeln. Dieser kostenlose Sonder-Report erklärt Ihnen in nur 5 Minuten die wichtigsten Neuerungen und gibt wertvolle Praxistipps. Die 19 wichtigsten WEG-Neuerungen auf einen Blick
„Im Extremfall muss der Staat harte Maßnahmen ergreifen“, begründete Hubertz den Schritt. Zusätzlich plant sie ein neues Vorkaufsrecht für Kommunen. Es soll greifen, wenn Käufer der organisierten Kriminalität oder extremistischen Kreisen zugeordnet werden.
Ein weiteres Kernziel ist die drastische Beschleunigung des Wohnungsbaus. Die Aufstellung eines Bebauungsplans dauert derzeit oft zehn bis fünfzehn Jahre. Dies will Hubertz auf maximal zwei Jahre verkürzen.
Dafür sollen Umweltprüfungen vereinfacht werden. Der Schwellenwert für beschleunigte Verfahren ohne detaillierte Umweltverträglichkeitsprüfung soll von 20.000 auf 30.000 Quadratmeter steigen. Kommunen mit angespanntem Wohnungsmarkt können zudem ein „überragendes öffentliches Interesse“ am Bau deklarieren – ähnlich wie bei Windkraft-Projekten.
Die Enteignungspläne sorgen für Diskussionen in der schwarz-roten Koalition. Die Union steht staatlichen Eingriffen in das Eigentumsrecht traditionell skeptisch gegenüber. „Schrottimmobilien können ganze Ortsteile in einen Strudel aus Verwahrlosung ziehen“, räumte Bauexperte Jan-Marco Luczak (CDU) ein.
Anzeige
Während die Politik über Enteignungen debattiert, kämpfen viele Vermieter bereits im Alltag mit rechtlichen Fallstricken bei der Bewirtschaftung ihrer Immobilien. Der neue Gratis-Report zeigt Ihnen, wie Sie die aktuellen Regeln meistern und folgenschwere Fehler vermeiden. Was ein renommierter Jurist Vermietern jetzt rät
Gleichzeitig forderte er „zielgenaue Instrumente“ statt einer Vielzahl neuer Befugnisse. Aus dem Bauministerium heißt es jedoch, die Union sei nach Vorverhandlungen grundsätzlich bereit, die Maßnahmen mitzutragen. Die finale Formulierung wird in den kommenden Wochen verhandelt.
Die Reform ist eine Reaktion auf die anhaltende Krise im Wohnungsbau. 2025 sank die Zahl fertiggestellter Wohnungen auf gut 250.000 – weit hinter dem Regierungsziel von 400.000 Einheiten pro Jahr. Hohe Baukosten, Materialknappheit und Fachkräftemangel bremsen die Branche aus.
Hubertz, die das Amt im Mai 2025 übernahm, steht unter Erfolgsdruck. Mit der Novelle will sie bürokratische Hürden abbauen und Spekulation mit Bauland eindämmen. Die vereinfachten Planungsverfahren sollen für Miet- und Eigentumswohnungen gleichermaßen gelten.
Rechtsexperten bewerten die Pläne als einen der weitreichendsten Eingriffe ins Immobilienrecht seit Jahrzehnten. Bislang fehlte Kommunen oft die Handhabe gegen spekulativen Leerstand. Allein Gelsenkirchen schätzt die Zahl solcher Problemimmobilien auf rund 400.
Doch die Umsetzung könnte langwierig werden. Betroffene Eigentümer werden voraussichtlich klagen. Bis zu einer höchstrichterlichen Klärung könnten Jahre vergehen. Bis dahin hätte das Instrument wohl vor allem abschreckende Wirkung.
Das Gesetz durchläuft aktuell die Ressortabstimmung. Das Kabinett soll es bis Ende Mai beschließen. Ob die neuen Regeln noch in diesem Jahr in Kraft treten, hängt nun vom Verhandlungsgeschick der Ministerin und der Kompromissbereitschaft der Union ab.
» FACC wieder mit ATX-Nähe: Luftfahrtzulief...
» Wiener Börse Party #1117: ATX deutlich fes...
» Österreich-Depots: Nach oben (Depot Kommen...
» Wiener Börse zu Mittag fester: Semperit, B...
» Börsegeschichte 18.3.: Bawag, RHI, Zumtobe...
» Nachlese: Einreihung des B&C-Vorgehens bei...
» SAP treibt KI-Revolution im Reisekostenman...
» Bauministerin Hubertz will Schrottimmobili...
» Tudor Gold Aktie: Goldstorm-Pläne konkreti...
» SAV3: DeFi im Wandel ( Finanztrends)
» SAP treibt KI-Revolution im Reisekostenman...
Die manuelle Spesenabrechnung gehört der Vergangenheit an. Künstliche Intelligenz automatisiert ...
» Bauministerin Hubertz will Schrottimmobili...
Bundesbauministerin Verena Hubertz (SPD) stellt eine radikale Reform des Baugesetzbuchs vor. Ihr...
» EU-KI-Verordnung: Neue Fristen, alte Hürde...
Die EU verschafft Unternehmen mehr Zeit für die Umsetzung der strengen KI-Verordnung – doch die ...
» Altersvorsorgereform: BaFin warnt vor Kost...
Die geplante Rentenreform droht Versicherer und Berater in ein unlösbares Dilemma zu stürzen. Wä...
» TAG Immobilien übertrifft mit Jahreszahlen...
Die TAG Immobilien AG hat mit ihren Geschäftszahlen für 2025 die Markterwartungen deutlich übert...