Eine neue wissenschaftliche Analyse stellt den Hype um das Intervallfasten in Frage. Die Methode hilft beim Abnehmen – ist aber nicht besser als andere Diäten.
Fast die Hälfte der Österreicher plant für dieses Jahr Fastenphasen, oft mit dem Ziel der Gewichtsreduktion. Eine jetzt veröffentlichte Cochrane-Übersichtsarbeit liefert die nüchterne Einordnung: Der Erfolg hängt primär vom Kaloriendefizit ab, nicht von der gewählten Fastenmethode.
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Intervallfasten folgt einem einfachen Prinzip: Essen und Fasten wechseln sich in klar definiertem Zeitfenster ab. Auf strikte Lebensmittelverbote wird verzichtet. Die bekanntesten Formen sind die 16:8-Methode mit einem 8-Stunden-Essfenster, die 5:2-Diät mit zwei stark reduzierten Tagen pro Woche und das Alternate-Day-Fasting, bei dem jeden zweiten Tag gefastet wird.
Befürworter versprechen positive Effekte auf Stoffwechsel und Zellreparatur durch die längeren Verdauungspausen. Doch was sagt die Wissenschaft wirklich?
Die Analyse fasst 21 Studien mit über 1.400 Teilnehmern zusammen. Das zentrale Ergebnis: Im Vergleich zu anderen Diäten mit gleicher Kalorienreduktion führt Intervallfasten zu keinem oder nur minimal stärkerem Gewichtsverlust. Die Autoren bewerten diese Aussage allerdings als nur „wenig vertrauenswürdig“, da viele Einzelstudien methodische Schwächen hatten.
Gegenüber Personen ohne Diät zeigte sich ein kleiner Effekt. Intervallfastende nahmen im Schnitt 3,4 Prozent mehr ab. Frühere Forschung, wie die deutsche ChronoFast-Studie, bestätigt: Ohne Kaloriendefizit bringt die Methode keine Vorteile für den Stoffwechsel. Die Energiebilanz bleibt der Schlüssel.
Für Menschen mit Typ-2-Diabetes oder hohem Risiko sieht das Bild anders aus. Mehrere Studien deuten darauf hin, dass Intervallfasten die Insulinsensitivität verbessern und den Langzeitblutzucker senken kann. Eine chinesische Untersuchung sorgte für Aufsehen: Bei frisch diagnostizeten Patienten senkte ein 5:2-Fasten den HbA1c-Wert nach 16 Wochen stärker als Standardmedikamente.
Diese Effekte hängen stark mit dem Abbau von schädlichem Bauchfett zusammen. Experten warnen jedoch eindringlich: Diabetiker, die Insulin oder andere blutzuckersenkende Medikamente nehmen, sollten nur nach ärztlicher Absprache fasten. Sonst droht die Gefahr einer lebensbedrohlichen Unterzuckerung.
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Die neuen Daten rücken Intervallfasten zurecht. Es ist kein Wundermittel, aber ein praktisches Werkzeug. Der größte Vorteil für viele ist die einfache Struktur, die das Einhalten eines Defizits erleichtern kann – ohne ständiges Kalorienzählen.
Letztlich entscheidet die langfristige Durchhaltefähigkeit über den Erfolg. Die Methode ersetzt weder eine ausgewogene Ernährung noch regelmäßige Bewegung.
Die meisten bisherigen Studien liefen nur bis zu einem Jahr. Für verlässliche Aussagen zu langfristigen Gesundheitsvorteilen fehlen noch Daten. Die Forschung der Zukunft wird sich stärker auf Personalisierung konzentrieren: Welche Fastenstrategie passt zu welchem Chronotyp oder genetischem Profil?
Intervallfasten wird wohl ein Baustein im Werkzeugkasten der Ernährung bleiben – aber nicht der einzige.
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