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ATX-Trends: Amag, EVN, Lenzing, Wienerberger, Warimpex, UBM ...

Nach der heftigen Talfahrt zu Wochenbeginn haben sich die europäischen Börsen am Mittwoch ein wenig erholt. Die weiteren Verluste zum Handelsauftakt wandelten sich nach und nach in moderate Gewinne, doch nach wie vor bleibt die Unsicherheit über die Folgen der internationalen Ausbreitung des Coronavirus hoch. Der EuroStoxx 50 schloss letzten Endes 0,1% stärker, der französische CAC 40 konnte genauso viel zulegen, ebenso der deutsche Dax , der zeitweise mehr als 3,0% im negativen Bereich gehandelt hatte, und in London ging es für den FTSE 100 0,4% nach oben. Noch deutlicher fiel die Erholung in Italien aus, die Börse in Mailand konnte mit einem Plus von 1,4% aus dem Handel gehen.

Branchenweit erholten sich der Versorger- und der Autosektor mit plus 1,3% am deutlichsten. Positive Nachrichten gab es aus dem Ölsektor, in Italien konnte das Öltechnik-Unternehmen Saipem nach starken Jahreszahlen ein Plus von 4,9% erzielen, Eni, das einen dreißigprozentigen Anteil an dem Unternehmen hält, konnte sich dadurch ebenfalls verbessern, wenn auch nur um 0,7%. Iberdrola lieferte ebenfalls ein sehr solides Jahresergebnis, was für den spanischen Versorger einen Anstieg von 5,1% brachte. Sehr schwach blieb die Luftfahrt- und Freizeitbranche, die um weitere 2,0% nachgab, TUI erlitt den dritten Tag in Folge kräftige Verluste, gestern ging es um 2,2% nach unten. Danone musste auf Grund der Viruserkrankung die Jahresziele senken, was nicht überraschend kam, das Ergebnis für das abgelaufene Jahr war erfreulich und liess den Titel um 0,5% anziehen. In Zürich konnte bei den Nebenwerten der Augenheilkunde-Spezialist Alcon nach vorgelegten Quartalszahlen und angehobenen Jahreszielen einen Zuwachs von 7,0% erringen.

Nicht ganz erholen konnte sich gestern der heimische Markt, der ATX ging mit einem leichten Abschlag von 0,4% aus dem Handel, auch in Wien hatte es am Vormittag ein deutlich größeres Minus gegeben, ehe dann am Nachmittag eine schrittweise Eingrenzung der Verluste begann. Für Impulse sorgten Unternehmensergebnisse, Wienerberger konnte nach den vorgelegten Zahlen 1,0% zulegen, nachdem der Ziegelkonzern zu Mittag noch klar im Minus notiert hatte. Dabei war der Gewinn nach Steuern im Vergleich zum Vorjahr deutlich gestiegen, auch der Umsatz hatte sich leicht erhöht, und das Unternehmen kündigte ebenfalls eine deutliche Anhebung der Dividende an. Deutlich schwächer ging hingegen FACC aus dem Handel, der Luftfahrtzulieferer hatte am Morgen einen klaren Gewinneinbruch nach neun Monaten gemeldet, die Aktie musste um 4,8% nachgeben. Mit einem Tag Verspätung reagierten die Investoren auf die Kaufempfehlung, die Warburg Research am Dienstag für UBM Development ausgesprochen hatte, gestern konnte sich der Immobilienentwickler um 0,7% verbessern. Die Banken zeigten eine unterschiedliche Tendenz, die Erste Group konnte um 1,1% anziehen, die Bawag musste 1,3% abgeben, noch deutlicher fiel das Minus für Raiffeisen aus, hier ging es um 2,3% nach unten. Gewinner des Tages war S Immo mit einem Anstieg von 3,1%, knapp gefolgt von Schoeller-Bleckmann, der Ölfeldausrüster verteuerte sich um 3,0%. Verlierer des Tages war Warimpex , für das Immobilienunternehmen brachte der Tag einen Kursrückgang um 6,0%, auch Frequentis musste nach dem starken Vortag deutlich Federn lassen und ging 4,6% verbilligt aus dem Handel. Vor der heutigen Zahlenpräsentation war auch AMAG wenig beliebt, der Aluminiumkonzern musste ein deutliches Minus von 4,3% hinnehmen.

Die Anleger an den US-Börsen sind am Mittwoch angesichts der immer noch unklaren Auswirkungen des Coronavirus zwischen Sorgen und Optimismus hin- und hergerissen worden, Erholungsversuche wurden im Handelsverlauf immer wieder abgebrochen und zahlreiche neue Nachrichten zum Stand der Epidemie an der Wall Street verarbeitet. Schlussendlich endete der Dow Jones mit einem Minus von 0,5%, der S&P 500 musste 0,4% abgeben, lediglich der Nasdaq 100 konnte sich leicht verbessern und schloss 0,4% höher. Am Dienstag bereits war bekannt geworden, dass die US-Regierung 2,5 Milliarden US-Dollar bereitstellen will, unter anderem für die Entwicklung eines Impfstoffes, diese Mittel müssen vom Kongress aber noch bewilligt werden. Von diesen Hoffnungen profitierten erneut die Aktien von Regeneron Pharmaceuticals mit plus 3,5%, das Biotech-Unternehmen arbeitet verstärkt mit dem US-Ministerium für Gesundheit und Soziale Dienste (HHS) zusammen, um eine Antikörperbehandlung gegen das Virus zu entwickeln. Auch auf Gilead Sciences setzen viele Anleger mit Blick auf die Bekämpfung des Coronavirus, das Biotechunternehmen konnte sich gestern um 6,6% verbessern. Ansonsten bewegten personelle Entscheidungen ein paar Einzelwerte, so trat der 69-jährige Bob Iger überraschend mit sofortiger Wirkung als Chef von Walt Disney zurück. Zum Nachfolger wurde Bob Chapek ernannt, der zuletzt für die Vergnügungspark-Sparte zuständig war, für ihn wiederum wurde kein Nachfolger mitgeteilt. Die Anleger reagierten verärgert, die Aktie gab als Schlusslicht im Dow um 3,8% nach. Bester Wert im Dow war der Pharma- und Impfstoffhersteller Pfizer , der um 2,3% vorrücken konnte. Bei Salesforce kam es ebenfalls überraschend zum Stühlerücken an der Konzernspitze. Co-Chef Keith Block trat zurück, der Konzern wird daher nun künftig allein von Marc Benioff geführt. Zugleich hatte Salesforce über das abgelaufene Quartal berichtet. Analysten beurteilten die Zahlen positiv, der Rücktritt allerdings belastete und die Aktie schloss mit einem Minus von 1,3%. Walmart erwägt den Verkauf eines Minderheitsanteils an der britischen Kette Asda, die Aktie gab marktkonforme 0,5% nach. Der Baumarktkonzern Lowe's enttäuschte mit seiner Umsatzentwicklung im vierten Quartal und rutschte um 4,4% ab, der Modekonzern Fossil stürzte nach einem äußerst schwachen Quartalsumsatz gleich um 21,5% ab.

Weitere Rückgänge gab es auch bei den Ölpreisen, Brent verlor 2,8%, WTI schloss mit einem Minus von 2,4%. Gold konnte weiter keinen Profit aus der zunehmenden Verunsicherung ziehen, das Edelmetall endete nach leicht bewegtem Handel bei einem mehr oder weniger unveränderten Kurs von rund 1.640 US-Dollar. Der Handel zwischen dem Euro und dem US-Dollar verlief mit leichten Ausschlägen in beide Richtungen ehe sich das Währungspaar nahe zum Vortagsschluss von 1,088 einpendelte

Vorbörslich sind die Märkte in Europa heute Donnerstag zur Eröffnung teils deutlich tiefer indiziert. Die Börsen in Asien präsentierten sich uneinheitlich. Unternehmensseitig veröffentlichten AMAG und EVN  Geschäftszahlen, Lenzing gab die Höhe der Dividende für 2019 bekannt (siehe unten). Makroseitig in Europa heute die Verbraucherpreise (ESP), Geldmenge (EUR), Verbrauchervertrauen (ITA), Wirtschafts- und Konjunkturklima (EUR) sowie das Verbrauchervertrauen (EUR), in den USA das BIP Q4/19, Privater Konsum, Auftragseingang langlebige Güter, Erstanträge Arbeitslosenhilfe sowie die schwebenden Hausverkäufe.
 

UNTERNEHMENSNACHRICHTEN

AMAG

Der Aluminiumhersteller AMAG präsentierte heute seine Zahlen zum Geschäftsjahr 2019, die bei den Profitabilitätsergebnissen über den Analystenschätzungen lagen. Der Umsatz ging im Vergleich zum Vorjahr aufgrund des niedrigeren Preisniveaus für Aluminium (-14% YoY) um 3,2% auf €1,06 Mrd. zurück. Nichtsdestotrotz konnte man den Absatz um 3,7% auf 440.300t erhöhen, wobei in allen Segmenten Zuwächse verzeichnet werden konnten. Somit konnte das niedrigere Preisniveau teilweise kompensiert werden. Während das EBITDA um 1,4% auf €143,0 Mio. stieg, konnte das EBIT um 0,7% auf €61,1 Mio. zulegen. Gründe für diesen Anstieg waren insbesondere niedrigere Rohstoff- und Energiekosten sowie die höhere Absatzmenge. Hierdurch konnte insgesamt der Ergebniseffekt aus dem niedrigeren Preisniveau mehr als ausgeglichen werden. Das Ergebnis nach Ertragsteuern des abgelaufenen Geschäftsjahres verzeichnete jedoch aufgrund aufgrund eines ungünstigeren Finanzergebnisses und höherer Ertragsteuern einen Rückgang von 13,2% auf €38,6 Mio.. Der Vorstand des Unternehmens wird der Hauptversammlung eine im Vergleich zum Vorjahr unveränderte Dividende in Höhe von €1,20/Aktie vorschlagen. Dies entspricht einer Dividendenrendite von rund 4 %, bezogen auf den Jahresschlusskurs der AMAG-Aktie von €30,50.  AMAG erwartet für das Geschäftsjahr 2020 einen weiteren Anstieg der weltweiten Nachfrage nach Primäraluminium und Aluminiumwalzprodukten um rund 2%. Eine Ergebnisprognose für das laufende Geschäftsjahr möchte das Unternehmen derzeit nicht abgeben.
GJ 2019: Umsatz:  €1.066,0 Mio. (1.072e); EBITDA: €143,0 Mio. (134,3e); EBIT: €61,1 Mio. (52,2e); Nettoergebnis: €38,6 Mio. (32,7e)
 
EVN

Das heimische Elektrizitätsversorgungsunternehmen EVN berichtete heute seine Zahlen zum Q1-2019/20, denen zufolge die Umsatzerlöse YoY leicht um 3,3% auf €576,2,4 Mio sanken. Zurückzuführen war dies vor allem auf Rückgänge in der thermischen Erzeugung – im Vorjahr war noch das Kraftwerk Dürnrohr in Betrieb gewesen – und im Segment Netze. Gegenläufig dazu legten die Energieerlöse in Bulgarien ebenso zu wie der Umsatz im internationalen Projektgeschäft. Entgegen der Umsatzentwicklung konnte das EBITDA um gute 16,8% auf €190,6 Mio. gesteigert werden, das EBIT verbesserte sich gleichzeitig um 21,9% auf €118,8 Mio. Hierfür war insbesondere der im Vergleich zum Vorjahr stärkere Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen Unternehmen mit operativem Charakter verantwortlich (Q1/19-20: €29,1 Mio. ggü. Q1/18-19: €6,5 Mio.). Das Konzernergebnis stieg ebenfalls um 40,3% auf €82,9 Mio. Der Ausblick für das Geschäftsjahr 2019/20 wurde bestätigt: Unter der Annahme durchschnittlicher energiewirtschaftlicher Rahmenbedingungen erwartet die EVN ein Konzernergebnis in einer Bandbreite von €200 bis 230 Mio. Der Rückgang gegenüber dem Vorjahr ist auf die im Geschäftsjahr 2018/19 berücksichtigten positiven Bewertungseffekte im Ausmaß von rund 110 Mio. Euro nach Steuern zurückzuführen. Für das Ergebnis aus der operativen Geschäftstätigkeit wird damit eine konstante Entwicklung erwartet.
 
Q1/2019-20: Umsatzerlöse: €576,4 Mio. (Vj. 596,0), EBITDA: €190,6 Mio. (Vj. 163,2), EBIT: €118,8 Mio. (Vj. 97,4) Konzernergebnis: €82,9 Mio. (Vj. 59,1)
 
Lenzing

Der Vorstand der Lenzing AG hat beschlossen, für das Geschäftsjahr 2019 der Hauptversammlung eine Dividende von €1,00/Aktie vorzuschlagen. Dies stellt einen Rückgang von 80% nach €3 Dividende und €2 Sonderdividende je Aktie dar. Dieser Vorschlag zur Gewinnausschüttung soll die Großinvestitionen in die Wachstumsprojekte in Thailand und Brasilien reflektieren.



(27.02.2020)



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Mario Tunkowitsch

Research Wiener Privatbank

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