Aus den Morning News der Wiener Privatbank: "Der Wiener Aktienleitindex ATX hat am Freitag in einem insgesamt trägen Handel moderat zugelegt. Die Entscheidung des US-Supreme-Courts, zahlreiche Zölle von US-Präsident Donald Trump zu kippen, sorgte nur für einen kurzen Freudensprung, in dessen Zuge das Börsenbarometer immerhin ein neues Rekordhoch touchierte. Marktbeobachter rechnen jedoch nur mit begrenzten Auswirkungen, da die US-Regierung Zölle auch auf anderen Wegen durchsetzen könne.
Entsprechend rasch ebbte die Euphorie wieder ab, zumal die anhaltende Unsicherheit im Nahen Osten die Risikofreude allgemein gedämpft hielt. Letztlich schloss der ATX bei 5.807,44 Punkten und damit 0,33 Prozent höher als am Vortag. Auf Wochensicht verbuchte der Leitindex aber ein starkes Plus von 3,3 Prozent. Für den ATX Prime ging es um 0,30 Prozent auf 2.886,08 Zähler hinauf. Trump hat im Streit um seine aggressive Zollpolitik eine Niederlage vor dem Supreme Court kassiert. Das Oberste Gericht der USA entschied, dass Trump seine Befugnisse überschritten hat, als er sich auf ein Notstandsgesetz berief, um umfangreiche Zölle gegen Dutzende Handelspartner zu verhängen - darunter auch die Europäische Union. Mit dem Urteil fehlt weitreichenden Zöllen Trumps nun eine rechtliche Grundlage. Trumps Team hatte allerdings bereits angekündigt, im Falle einer Niederlage vor dem Gericht zu versuchen, auf andere rechtliche Grundlagen zurückzugreifen, um die Zollpolitik des US-Präsidenten weiterhin durchsetzen zu können. Daneben steht weiterhin der Konflikt zwischen dem Iran und den USA im Blick der Märkte. Angesichts einer möglichen militärischen Eskalation drohte der Iran für den Fall eines Angriffs mit "entschlossenen und angemessenen" Gegenmaßnahmen. Am Donnerstag hatte Trump eine Frist für ein Abkommen mit dem Iran genannt und 10 bis 15 Tage als ausreichend bewertet. Das sei "so ziemlich das Maximum." Zugleich drohte er: "Entweder wir erzielen eine Einigung oder es wird für sie bedauerlich."
Besser als erwartet ausgefallene Einkaufsmanagerindizes aus der Eurozone gaben vor diesem Hintergrund kaum Unterstützung. Auch enttäuschende Konjunkturdaten aus den USA riefen am hiesigen Aktienmarkt keine Reaktion hervor.
Mit Blick auf die Einzelwerte folgten österreichische Titel weitgehend den gesamteuropäischen Branchentrends. Klare Gewinne verzeichneten etwa Bau- und Immobilienwerte sowie Aktien von Versicherern, während Öltitel das Nachsehen hatten. Porr und Strabag schlossen 2,5 respektive 3,8 Prozent fester an der ATX-Spitze. Am unteren Ende büßten OMV und SBO zwei beziehungsweise 2,9 Prozent ein. Abseits des Leitindex stiegen FACC um 6,5 Prozent auf 12,16 Euro und waren damit klarer Spitzenwert im Marktsegment Prime Market. Die Privatbank Oddo BHF hatte die Aktien von "Neutral" auf "Outperform" angehoben und das Kursziel von 10,0 auf 15,5 Euro erhöht."
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