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ATX-Trends: Wienerberger, FACC, Agrana, Amag, Frequentis, Porr, Rosenbauer ...

Die sich weiter ausbreitende Coronavirus-Epidemie hat am Dienstag an den europäischen Börsen weiter für Angst und Schrecken gesorgt. Eine Erholung im frühen Handel entpuppte sich rasch als Strohfeuer, die Talfahrt vom Vortag ging weiter. Der EuroStoxx 50, der erst vor wenigen Tagen wieder den höchsten Stand seit 2008 erreicht hatte, sackte um 2,1% ab und schloss knapp über dem Tagestief, der französische CAC 40 erlitt ein Minus von 1,9%, ebenso die Märkte in Deutschland und in Grossbritannien. Noch deutlicher waren die Verluste in Spanien, wo der Ibex 2,5% einbüßte, die Börse in Mailand, am Vortag noch der größte Verlierer, konnte sich gestern einigermaßen gut halten und schloss lediglich 1,4% schwächer.

Erneut gaben europaweit sämtliche Branchen nach, wobei der Bankensektor mit minus 2,6 % am kräftigsten abrutschte. Rohstoffe und Medien hielten sich indessen mit einem Minus von 0,9% noch am besten. In Zürich verlor Novartis 4,9%, hier kam zusätzliche Belastung von Hinweisen aus den USA auf mögliche Nebenwirkungen des Augenheilmittels Beovu. In Deutschland war Infineon eine positive Ausnahme und endete als einziges Dax -Mitglied mit einem Zuwachs von 1,0%. In London befindet sich Bunzl trotz der allgemein angespannten Situation weiter im Aufwind, bei dem Großhandels- und Logistikkonzern wirkten die guten Quartalszahlen nach und es gab gestern einen weiteren Kurszuwachs von 2,5%. Auch Prudential konnte sich um leicht verbessern, hier drängt der Großaktionär Third Point darauf, dass die Geschäfte in Asien und den USA abgespaltet werden, um dadurch mehr Wert für die Aktionäre zu schaffen. Ahold Delhaize und Danone waren die einzigen Gewinner im EuroStoxx 50, beide Unternehmen erreichten einen Zuwachs von rund 0,1%. Bei den deutschen Nebenwerten sorgte Corestate Capital für Aufsehen, der Immobilienverwalter war nach überraschend guten Ergebnissen auf den höchsten Stand seit Sommer 2018 gesprungen und konnte ein Plus von 8,1% aus dem Handelstag mitnehmen.
 

Weiter nach unten ging es auch für die heimische Börse, der ATX war mit einem Minus von 2,3% noch etwas schwächer als der europäische Durchschnitt. Auch in Wien war der Start in den Tag durchaus vielversprechend, ehe dann die Stimmung drehte und der Leitindex gegen Ende hin noch deutlich abrutschte. Wienerberger hat heute Zahlen vorgelegt (siehe unten), die Raiffeisen Centro Bank und die Erste Group erwarteten gestern einen deutlichen Zuwachs beim Nettogewinn, trotzdem musste der Ziegelkonzern 2,5% abgeben. Morgen folgt dann AMAG mit den Ergebnissen, hier erwarten sowohl Erste Group als auch RCB etwas rückläufige Umsätze, gestern ging der Aluminiumkonzern mit einem Minus von 1,4% besser als der breite Markt aus dem Handel. Warburg Research hat die Analyse des Immobilienentwicklers UBM Development mit einer Kaufempfehlung aufgenommen, das Kursziel wurde von den Analysten auf 58,4 Euro festgelegt, dem Titel half das gestern wenig, er erlitt einen Rückgang um 3,6%. Eine absolut positive Ausnahme war gestern Frequentis , der Luftfahrtleitsystemanbieter konnte sich um 2,6% verbessern. Auch Porr war gesucht, für den Baukonzern ging es 1,8% nach oben. AT&S präsentierte sich nach den deutlichen Vortagsabgaben gut erholt und erzielte einen Kursgewinn von 1,5%. Auch Semperit konnte sich verbessern, der Gummikonzern beendete den Handel mit einem Plus von 0,7%, Agrana wurde auch gekauft, der Zuckerkonzern konnte um 0,4% vorrücken. Am meisten abgeben musste Rosenbauer , für den Feuerwehrausstatter endete der Tag mit einem 5,2% tieferen Notierung, auch S Immo hatte dem allgemeinen Abwärtstrend wenig entgegenzusetzen und rutschte um 4,3% ab.

In den USA war das Bild ähnlich wie in Europa, auch hier überwogen nach einem hoffnungsvollen Beginn die Sorgen bezüglich der Ausbreitung der Epidemie und den daraus resultierenden wirtschaftlichen Folgen und die Börsen rutschten ins Minus. Schlussendlich kam es für den Dow Jones zu einem weiteren Rückgang von 3,2%, der S&P 500 gab 3,0% ab und der Nasdaq 100 verlor 2,7%. Weiter gefragt waren die Staatsanleihen als sicherer Hafen, die Rendite für zehnjährige US-Treasuries fiel auf ein Rekordtief von 1,3055 Prozent. Auch die Stimmung der US-Verbraucher trübte sich gegen die Erwartungen ein, was angesichts der allgemeinen Sorgen kaum überraschend kam. Home Depot lieferte durchaus positiv überraschende Zahlen, nach anfänglichen Zuwächsen rutschte die Aktie dennoch ins Minus und die Baumarktkette gab rund 1,0% ab. Am besten unter den Dow-Werten konnte sich McDonald’s mit einem Rückgang von 0,7% halten. Mastercard hatte wegen der Auswirkungen des Virus die Umsatzziele gesenkt und musste 6,7% abgeben, das traf auch die Mitbewerber, Visa schloss 5,2% schwächer, American Express verzeichnete ein Minus von 5,7%. Aber es gab auch Gewinner, Regeneron Pharmaceuticals hatte erneut einen starken Tag und konnte sich um weitere 4,0% verbessern, nachdem das Unternehmen Anfang des Monats bekannt gegeben hatte, zur Bekämpfung des Coronavirus verstärkt mit dem US-Ministerium für Gesundheit und Soziale Dienste (HHS) zusammenzuarbeiten, um eine Antikörperbehandlung zu entwickeln, wurde der Titel gestern von Bernstein und von Jefferies zum Kauf empfohlen.

Weitere Rückgänge gab es auch bei den Ölpreisen, Brent verlor 2,4%, WTI schloss mit einem Minus von 3,0%. Gold konnte weiter keinen Profit aus der zunehmenden Verunsicherung ziehen, das Edelmetall endete nach bewegtem Handel bei einem klar niedrigeren Kurs von rund 1.635 US-Dollar. Der Euro konnte die leichte Erholung gegen den US-Dollar fortsetzen und vor allem in der zweiten Tageshälfte zulegen, das Währungspaar erreichte am späten Abend eine Notierung von rund 1,088.

Vorbörslich sind die Märkte in Europa heute Mittwoch zur Eröffnung nochmals schwächer indiziert. Auch die Börsen in Asien präsentierten sich abermals mit Kursverlusten. Unternehmensseitig veröffentlichten FACC und Wienerberger Geschäftszahlen (siehe unten). Makroseitig in Europa heute das Verbrauchervertrauen (FRA), in den USA die Neubauverkäufe sowie der wöchentliche Ölbericht des US-Energieministerium.
 

UNTERNEHMENSNACHRICHTEN

Wienerberger
 
Der heimische Ziegelproduzent Wienerberger berichtete heute seine Zahlen zum Geschäftsjahr 2019, die bei den operativen Ergebnissen sowie beim Nettoergebnis deutlich über den Analystenschätzungen und der eigenen Guidance lagen. Der Umsatz stieg im Vorjahresvergleich um 5% auf €3,47 Mrd., womit der Rekordwert des Vorjahres erneut übertroffen wurde. Insbesondere die Segmente Building Solutions (+6%) und Nordamerika (+9%) verzeichneten ein starkes Wachstum. Sowohl das EBITDA (+38% auf €610,0 Mio.) als auch das EBIT (+51% auf €362,7 Mio.) konnten deutlich zulegen. Alle drei Segmente konnten aufgrund der Effizienzsteigerungsmaßnahmen des „Fast Forward 2020“ Programms deutliche Zuwächse bei der Profitabilität verzeichnen. Die Implementierung von Fast Forward verlief schneller als geplant und hat einen weiteren Ergebnisbeitrag von €50 Mio. (€10 Mio. € mehr als ursprünglich geplant) geliefert.  Das Nettoergebnis konnte um 15% auf €100,2 Mio. gesteigert werden. Angesichts des im abgelaufenen Jahr erzielten Wachstums wird der Vorstand der Hauptversammlung eine Erhöhung der Dividende um 20 % von €0,50 auf €0,60 je Aktie vorschlagen. Wienerberger erwartet für das laufende Geschäftsjahr, ähnlich wie im vergangenen Jahr, weitgehend flache bis leicht rückläufige Absatzmärkte. Das Ziel für 2020 ist es, das bereinigte EBITDA der Wienerberger Gruppe auf €625 – 645 Mio. zu erhöhen. Dies wird durch intensive Maßnahmen zur Performancesteigerung im Rahmen des Fast Forward Programms erreicht werden, das weitere €50 Mio. zum EBITDA beitragen und damit das ambitionierte Ziel einer Performanceverbesserung von insgesamt €120 Mio. erfolgreich abschließen wird.
 
GJ 19: Umsatz: €3.466,3 Mio. (3.494e); EBITDA: €610,0 (591,5e); EBIT: €362,7 Mio. (353,6e); Nettoergebnis: €249,1 Mio. (229,6e)
 
FACC AG
 
Der heimische Flugzeugkomponentenhersteller FACC präsentierte heute seine Zahlen zum Q3/2019. Der Umsatz konnte um 2,2% auf €222,7 Mio. gesteigert werden. Unverändert gegenüber den Vorperioden blieben die Umsatztreiber im Bereich der Produktumsätze. Das leichte Umsatzplus wurde von Verbesserungen in den Segmenten Engines & Nacelles und Cabin Interiors getragen, welche einen Rückgang innerhalb des Aerostructures Bereich von €103,4 auf €73,0 Mio. kompensieren konnten. Das EBIT ging im Vergleich zum Vorjahr um 37,4% auf €12,6 Mio. zurück, was zu einer EBIT-Marge von 5,7% führte (Vj. 9,3%). Das Ergebnis nach Steuern verzeichnete einen Rückgang von 44,6% auf €7,9 Mio. Der Rückgang des Gewinns ist vor allem auf den vorübergehenden Anstieg von Fertigungskosten im Segment Cabin Interiors zurückzuführen. Diese sind auf den Start wesentlicher, für die zukünftige Entwicklung der Division aber wesentliche Neuaufträge, zurückzuführen. FACC bestätigte die zu Beginn des Jahres kommunizierten mittelfristigen Wachstums- und Ertragsziele. Für die nächsten fünf Jahre wird unter Berücksichtigung der aktuellen Marktinformationen ein durchschnittliches Umsatzwachstum von 5 % (CAGR) und eine Zielmarge (EBIT) im Bereich von 8 - 10% erwartet.
 
Q3/19: Umsatz: €222,7 Mio. (Vj. 218,0); EBIT: €12,6 Mio. (Vj. 20,2); Ergebnis nach Steuern: €7,9 Mio. (Vj. 14,2)
 



(26.02.2020)



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Mario Tunkowitsch

Research Wiener Privatbank

>> https://www.wienerprivatbank.com


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