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ATX-Trends: KapschTrafficCom, Bawag, EVN, Immofinanz, Verbund, Agrana ...

Die Anleger an den europäischen Börsen haben sich am Montag vorsichtig aus der Deckung gewagt. Die Bereitschaft der chinesischen Zentralbank, gegen die wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Krise mit offenen Geldschleusen vorzugehen, war international förderlich für die Aktienmärkte, der Schwung blieb aber relativ klein, auch blieben wegen des US-Feiertages zusätzliche Impulse aus. Der EuroStoxx 50 schloss 0,3% befestigt nahe seines spät erreichten Tageshochs, der CAC 40 in Paris konnte ebenso viel zulegen, in Deutschland endete der Dax mit gleichfalls mit einem Plus von 0,3%, genauso wie der Londoner FTSE 100.

Anleger favorisierten angesichts der konjunkturbelebenden Maßnahmen in China wie neues Zentralbankgeld zu einem niedrigeren Zinssatz und gesenkten Steuern die konjunktursensiblen Automobilwerte, die mit einem Plus von 1,3% den stärksten Sektor darstellten. Hier herrschte noch zusätzliche Unterstützung durch einen optimistischen Ausblick des französischen Zulieferers Faurecia, der sich um 6,5% verbessern konnte. Ebenfalls sehr gefragt war Alstom mit einem Plus von 3,5%, der französische Zughersteller hat mit dem kriselnden kanadischen Konkurrenten Bombardier eine Absichtserklärung für eine Übernahme unterzeichnet. Tullow Oil musste auf Grund wenig erfolgversprechender Probebohrungen ein Erkundungsprojekt in Peru aufgeben, das Gas- und Ölunternehmen endete mit einem Abschlag von 3,0%. Ein Millionen-Dollar-schweres Schadenersatzurteil in den USA im Prozess gegen den Unkrautvernichter Dicamba drückte die Aktien von Bayer mit 1,9% und die von BASF mit 1,0% in die Verlustzone. Zwar wollen die beiden Konzerne das Urteil anfechten, doch die Unsicherheit über das endgültige finanzielle Ausmaß weiterer Klagen verschreckte die Investoren. Eon konnte den Erfolgslauf der letzten Tage fortsetzen und rückte um weitere 2,5% vor. Auch Linde war gesucht und endete 1,7% höher. Auf Grund von Gerüchten, wonach Wirecard eine erste Anhörung im Verfahren gegen die Wirtschaftszeitung "Financial Times" vor dem Landgericht München abgesagt hatte, musste der Zahlungsdienstleister abgeben, trotz umgehender Dementi rutschte der Titel 2,0% nach unten. Beim Medienkonzern RTL stockt Bertelsmann die Anteile auf, was die Aktie 3,2% nach oben brachte. Varta konnte nach überraschend guten Ergebnissen ein Plus von 7,7% erzielen, noch besser lief es für den Automobilzulieferer Leoni , der nach der Streichung einer Verkaufsempfehlung einen Kurssprung von 12,4% verzeichnen konnte.

Leicht nach unten ging es für den heimischen Markt, der ATX beendete den Tag mit einer leichten Abgabe von 0,1%. Auch in Wien verlief das Geschäft ausgesprochen ruhig. In einem festen europäischen Versorger-Sektor zeigten sich die österreichischen Branchenvertreter mit Abschlägen. Verbund rutschte klar um 2,3% ab, nachdem das Unternehmen bekannt gab, sein Ziel der Versorgung von einer halben Million Haushalts- und Kleinkunden erreicht zu haben, auch EVN musste 0,4% abgeben. Die Banken zeigten sich leicht besser, allen voran die Bawag , die weitere 1,3% zulegen konnte, bei der Erste Group kam es zu einem Aufschlag von 0,4%, lediglich die Raiffeisen musste den Tag mehr oder weniger unverändert beenden. Die Gewinnerliste wurde von S Immo angeführt, der Immobilienkonzern durfte sich über einen Zuwachs von 2,9% freuen, auch Zumtobel war weiter gesucht und konnte um 2,2% vorrücken. Ebenfalls auf der Einkaufsliste der Investoren stand Marinomed, für das Biotechnologieunternehmen ging es 2,0% nach oben, auch Immofinanz hatte einen guten Tag und erzielte ein Plus von 1,9%. Deutlichster Verlierer des Tages war Agrana mit einem Minus von 2,8%, auch AT&S musste abgeben und den Tag mit einer im Vergleich zum Vortag 2,7% tieferen Notierung beenden.

Für Öl ging es weiter leicht aufwärts, Brent schloss mit einem Plus von 0,6%, WTI wurde feiertagsbedingt nicht gehandelt. Gold hatte einen relativ ruhigen Handelsverlauf, das Edelmetall endete nahezu unverändert bei einer Notierung von knapp über 1.580 US-Dollar für die Feinunze. Der Handel zwischen dem Euro und dem US-Dollar verlief ebenfalls sehr ruhig und zeigte keine größeren Ausschläge, das Währungspaar wurde gegen Abend bei einem fast unveränderten Kurs von rund 1,0835 gehandelt.

Vorbörslich sind die Märkte in Europa heute Dienstag zur Eröffnung schwächer indiziert. Auch die Börsen in Asien präsentierten sich mehrheitlich mit Kursverlusten. Unternehmensseitig erwarten wir Geschäftszahlen von Kapsch Traffic (siehe unten). Makroseitig in Europa heute Zahlen zu den KFZ Neuzulassungen, Arbeitslosenzahlen (GBR), ZEW-Konjunkturerwartungen (DEU), in den USA der Empire State Index.
 

UNTERNEHMENSNACHRICHTEN

Kapsch TrafficCom
 
Der heimische Mautsystemhersteller Kapsch gab heute seine Zahlen für das Q3-19/20 bekannt. Demnach konnte der Umsatz um 2,3% auf €545,5 Mio. gesteigert werden, insbesondere dank eines starken Wachstums in der Region Americas (Nord-, Mittel- und Südamerika) in Höhe von 23,2 %. Das Ergebnis aus betrieblicher Tätigkeit (EBIT) erreichte €7,7 Mio. (-77,2 %), was einer EBIT-Marge von 1,4 % (Vorjahr: 6,3 %) entspricht, wobei Einmaleffekte das EBIT im Ausmaß von €10,6 Mio. belasteten. Davon entfielen €5,9 Mio. auf den Themenbereich deutsche Infrastrukturabgabe, €2,3 Mio. auf die Beendigung des Betriebs des landesweiten Mautsystems in Tschechien und €2,4 Mio. auf das Herunterfahren der Aktivitäten der US-Konzerngesellschaft Streetline (intelligente straßenseitige Parklösungen). Der Rückgang der Profitabilität hängt unter anderem mit dem Wachstum des Geschäfts in Nordamerika zusammen. Es gestaltete sich schwieriger als erwartet, in ausreichendem Maß neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu finden. Diese Situation wird das Unternehmen bis weit ins Geschäftsjahr 2020/21 begleiten. Das Periodenergebnis betrug €0,2 Mio. (Vorjahr: €21,9 Mio.), was einem Ergebnis je Aktie von €0,14 (Vorjahr: €1,77) entspricht. Basierend auf der schwachen Ergebnisentwicklung wurde der bestehenden Ausblick für das EBIT des Gesamtjahrs (€35 Mio. exklusive Einmaleffekte) bereits letzte Woche innerhalb einer Ad-hoc Meldung ersatzlos widerrufen. Für das Geschäftsjahr 2019/20 erwartet das Management weiterhin, dass der Umsatz des Vorjahres (€737,8 Mio.) um mindestens 5% übertroffen wird.
 
Q1-Q3-2019/20: Umsatz: €545,5 Mio. (Vj. 533,1); EBIT: €7,7 Mio. (Vj. 33,6); Periodenergebnis: €0,2 Mio. (Vj. 21,9)



(18.02.2020)



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Mario Tunkowitsch

Research Wiener Privatbank

>> https://www.wienerprivatbank.com


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