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ATX-Trends: Strabag, Palfinger, Addiko, ams, Andritz, Bawag, Wienerberger, Zumtobel ...

Nach der zweitägigen Verschnaufpause schalteten die europäischen Börsen gestern wieder in den Vorwärtsmodus und konnten den Tag mit Zuwächsen beenden. Dem Aktienmarkt halfen am Dienstag unter anderem Gerüchte, dass die USA die Entscheidung über eine Strafzölle auf EU-Importfahrzeuge erneut verschieben könnte. Positive Impulse gab es auch von der Konjunkturseite und aus dem asiatischen Handel, die vom ZEW-Index wiedergegebenen Konjunkturerwartungen deutscher Finanzexperten waren wesentlich besser als erwartet ausgefallen, in Hongkong setzten sich die Unruhen zwar fort, die Börsen dort erholten sich aber von ihrem Vortags-Kursrutsch. So konnte der EuroStoxx 50 um 0,4% zulegen und erreichte den höchsten Stand seit dem Frühsommer 2015, der französische Index verbesserte sich ebenfalls um 0,4%, in Deutschland gab es einen noch etwas besseren Zuwachs von 0,7% und auch in London endete der Markt 0,5% befestigt. Bergab ging es hingegen in Spanien wo eine sich anbahnende Koalition zwischen den Sozialisten und dem Linksbündnis Unidas Podemos bei den Anlegern wenig Gefallen fand, was den Index 0,9% nach unten brachte.

Positiv auffallen konnten Chipwerte, Infineon überraschte mit den vorgelegten Zahlen und gab zusätzlich einen positiven Ausblick auf die Profitabilität, das liess den Aktienkurs um 6,2% ansteigen. Davon profitierte auch STMicroelectronics mit einem Plus von 2,1%. Der Lichtkonzern Osram empfahl seinen Aktionären die Annahme des Übernahmeangebots von ams und schloss eine Zusammenschlussvereinbarung mit dem österreichischen Unternehmen ab, für Osram bedeutete das einen marginalen Aufschlag von 0,1%, ams musste hingegen 3,8% abgeben. Renault musste nach einer Gewinnwarnung des japanischen Partners Nissan einen Rückschlag von 1,0% verzeichnen. Sehr gute Ergebnisse kamen auch von der Deutschen Post, der Logistiker hatte auch im dritten Quartal vom boomenden Online-Handel profitiert und wurde dafür mit einem Anstieg von 3,8% belohnt. Ebenfalls ein gutes Resultat präsentierte Dialog Semiconductor , dank einer gestiegenen Nachfrage, eines besseren Produktmixes und fruchtender Sparmaßnahmen konnte der Titel um 6,8% vorrücken.

Mit einem kleinen Kursplus endete der gestrige Handel auch in Wien, das heimische Börsenbarometer konnte sich um 0,2% verbessern. Zu den Aktien im Blickpunkt zählte Rosenbauer , der Feuerwehrausrüster berichtete einen etwas niedrigeren Gewinn bei steigenden Umsätzen, trotz der laut Unternehmen vollen Auftragsbücher war der Titel gestern mit einem Minus von 3,3% einer der schwächsten in Wien. Bei den heimischen Großbanken konnte die Bawag mit einem Plus von 2,6% ein deutliches Ausrufezeichen nach den zuletzt eher schwachen Handelsergebnissen setzen, die Erste Group konnte sich um 0,8% verbessern, die Raiffeisen musste hingegen 0,2% abgeben. Klarer Gewinner des gestrigen Tages war Palfinger , für den Kranausrüster ging es 3,1% nach oben, auch die Addiko Bank hatte einen guten Tag und erzielte eine Verbesserung um 1,8%. Weiter im Aufwind befindet sich AMAG , für den Aluminiumkonzern brachte der Handelstag einen Zuwachs von 1,3%. Unter den Indexschwergewichten waren auch voestalpine mit einem Plus von 1,0% und Andritz mit einem Anstieg von 0,8% gesucht. Zu den Verlierern zählte gestern s Immo, für das Immobilienunternehmen ging es 2,0% nach unten. Wienerberger war ebenfalls wenig beliebt, der Ziegelkonzern konnte zwar mit einer Auszeichnung in Punkto Nachhaltigkeit glänzen, bei den Investoren stiess dies aber auf wenig Gegenliebe und es kam zu einer 1,7% schwächeren Schlussnotierung. In gleichem Ausmaß ging es für Zumtobel nach unten, der Leuchtenhersteller hat damit die kurzfristige Erholung schon wieder beendet. Lenzing litt weiter unter den schlechten Analysteneinstufungen und setzte die momentane Abwärtsbewegung mit einem weiteren Rückgang von 1,6% fort.

Neue Rekordstände gab es gestern in den USA bei S&P 500 und Nasdaq 100, der S&P 500 schaffte es erstmals über die Marke von 3.100 Punkten, beide Indices mussten dann aber wieder abgeben und endeten leicht befestigt mit einem Plus von 0,2% beziehungsweise 0,3%, während der Dow Jones unverändert zum Vortag endete. Die Rede von US-Präsident Donald Trump vor dem New Yorker Wirtschaftsclub brachte keine neuen Erkenntnisse, Details über den Fortschritt der Handelsgespräche wurden nicht bekannt gegeben. Walt Disney konnte 1,4% zulegen, angetrieben vom US-Start der Streaming-Plattform Disney+. Mit dieser will der Medienkonzern dem großen Konkurrenten Netflix den Kampf ansagen, dessen Papiere fielen um 0,7%. Unternehmensergebnisse gab es nur von Nebenwerten, CBS verfehlte kurz vor der Fusion mit Viacom die Markterwartungen und musste 3,6% abgeben. Bei Tyson Foods wurde ein schwächeres Ergebnis von einem optimistischen Ausblick überlagert, der Fleischproduzent hofft auf eine Markterholung infolge der afrikanischen Schweinepest und konnte sich um 7,4% befestigen. Ansonsten erregte ein Kursspektakel bei Craft Brew Alliance Aufsehen, Anheuser Busch ist bereit, 16,5 US-Dollar für die übrigen Anteile zu bezahlen, der Kurs der Craft-Bier-Brauerei näherte sich dieser Marke und sprang dabei 121,4% in die Höhe.

Öl tendierte leicht schwächer, Brent gab 0,2% ab, bei WTI betrug das Minus 0,1%. Gold notierte nach einem ruhigen Handel nahezu unverändert zum Vortag bei einem Wert von rund 1.455 US-Dollar. Der Euro musste gegen den US-Dollar die am Vortag erzielten Zugewinne wieder abgeben, das Währungspaar fand im späten Handel einen Kurs von rund 1,101.

Vorbörslich sind die Märkte in Europa heute Mittwoch zur Eröffnung schwächer indiziert. Auch in Asien beenden die Börsen den heutigen Handelstag mehrheitlich mit Verlusten. Unternehmensseitig gab es heute bereits Geschäftszahlen (Trading Report) von Strabag (siehe unten). Makroökonomisch erwarten wir in Europa heute Verbraucherpreise (DEU), Erzeuger - und Verbraucherpreise (GBR) sowie die Industrieproduktion (EUR), in den USA Realeinkommen sowie ebenfalls Verbraucherpreise.


UNTERNEHMENSNACHRICHTEN

Strabag

Die Strabag hat heute ihr Q3/19 Trading Update präsentiert. In den ersten 9 Monaten des Geschäftsjahrs 2019 erbrachte das Unternehmen eine Leistung in Höhe von €12,15 Mio. Diese Aufwärtsbewegung um 4% spiegelt die hohe Nachfrage in – mit Ausnahme der Slowakei – allen Kernmärkten des Konzerns wider. Der Auftragsbestand per 30.9.2019 schwächte sich gegenüber dem Vergleichszeitpunkt des Vorjahrs leicht um 2% auf €17,73 Mio. ab, deckt aber deutlich über eine Jahresleistung ab und lag damit weiterhin auf einem sehr hohen Niveau. Rückgänge waren z. B. in Ungarn, Österreich und der Slowakei zu verzeichnen, da hier zahlreiche Großprojekte abgearbeitet wurden.
 
Für das laufende Geschäftsjahr 2019 geht STRABAG nun davon aus, dass zumindest die Rekordleistung des Vorjahrs von €16,3 Mrd. erreicht werden wird. Nach der bisherigen Einschätzung sollte lediglich die Marke von €16,0 Mrd. überschritten werden. Die Prognose für eine EBIT-Marge von mindestens 3,3 % bleibt ebenso aufrecht wie der Ausblick auf die Netto-Investitionen, die 2019 bei höchstens €550 Mio. zu liegen kommen sollten.
 



(13.11.2019)



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Mario Tunkowitsch

Research Wiener Privatbank

>> https://www.wienerprivatbank.com


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