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ATX-Trends: Polytec, Wienerberger, Zumtobel, voestalpine, Verbund ....

Weiter in der Aufwärtsbewegung verblieben die europäischen Börsen auch gestern, eine weitere Annäherung im Handelsstreit zwischen den USA und China sowie überwiegend positiv aufgenommene Unternehmensergebnisse verliehen die nötigen Impulse. So konnte der EuroStoxx 50 mit einem Plus von 0,5% den Handel beenden, in Frankreich konnte die Börse 0,4% zulegen, in Deutschland gab es einen etwas stärkeren Anstieg von 0,8%, nur in London fiel der Zuwachs mit 0,1% etwas schwächer aus. Hier sorgte die britische Notenbank für Bewegung, die zwar den Zinssatz unverändert liess, aber die Tür für eine zukünftige Zinssenkung weit öffnete.

Bei den Einzelwerten zählte Amadeus IT, ein Anbieter von Buchungssystemen, zu den besten Werten im EuroStoxx 50, dank kräftiger Gewinnzuwächse im abgelaufenen Quartal konnte die Aktie ein Plus von 3,7% erreichen. Arcelor Mittal blickt zwar wegen des notwendigen Lagerabbaus in den USA etwas weniger optimistisch in die Zukunft, Umsatz und Ergebnis waren zurückgegangen, allerdings nicht in dem zuvor befürchteten Ausmaß was den Titel 6,7% anziehen liess. Vestas zeigte sich von der schwächelnden Konkurrenz wie beispielsweise Siemens Gamesa wenig beeindruckt, der Windanlagenbauer berichtete volle Auftragsbücher und auch das operative Ergebnis war besser als erwartet, das honorierten die Investoren mit einem Anstieg von 11,0%. Die italienische Großbank UniCredit profitierte im dritten Quartal von einem regen Geschäft an den Märkten, guten Provisionseinnahmen, einer geringeren Risikovorsorge und dem Sparkurs, in Summe brachte das gestern einen Anstieg von 5,7%. Lufthansa konnte mit den Quartalszahlen ebenfalls die Erwartungen übertreffen und berichtete Erfolge bei den Restrukturierungsmaßnahmen, dadurch konnte der Titel trotz des Streiks mit einem Plus von 6,8% den Spitzenplatz im Dax erobern. Siemens plant nach einem hervorragend verlaufenen Quartal die Anhebung der Dividende, gestern konnte der Technologiekonzern einen Zuwachs von 4,9% verzeichnen. Bei den deutschen Nebenwerten konnte der Chiphersteller Dialog Semiconductor ebenfalls ein überzeugendes Ergebnis vorlegen und dadurch um stolze 7,4% vorrücken. Bei dem französischen Versorger Engie war den Investoren das berichtete Umsatzwachstum offenbar zu wenig, der Titel war mit einem Abschlag von 4,4% einer der Verlierer des gestrigen Handelstages.

Nach dem leichten Rückschlag des Vortages präsentierte sich die heimische Börse wieder deutlich fester, der ATX konnte wieder überdurchschnittliche 0,8% zulegen und verzeichnete den vierten Gewinntag in den letzten fünf Handelstagen. Marktbestimmend in Wien waren die Ergebnisse einiger Unternehmen, Polytec wurde zwar von der Nachfrageflaute in der Autoindustrie belastet, dennoch fielen die Zahlen überzeugend aus und der Titel konnte sich um 6,0% verbessern. Auch Wienerberger vermochte mit den Zahlen zu beeindrucken, das Nettoergebnis konnte deutlich gesteigert werden und der Ziegelhersteller durfte sich über einen Tagesanstieg von 4,6% freuen. AT&S erlitt hingegen einen deutlichen Ergebniseinbruch in der ersten Hälfte des schiefen Geschäftsjahres, der Leiterplattenhersteller musste 1,6% abgeben. Eher positiv verlief der Tag für die Banken, die Raiffeisen konnte 2,7% zulegen, die Erste Group stieg um 1,1%, lediglich bei der Bawag gab es einen Rückgang von 0,9%. Ebenfalls gesucht war Strabag mit einem Plus von 3,0%, zu den weiteren klaren Gewinnern zählten Schoeller-Bleckmann mit einem Plus von 2,8% und voestalpine mit einem Anstieg von 2,6%. Weiter nicht aus der Abwärtsbewegung befreien kann sich im Moment der Verbund , der gestrige Handel brachte für den Versorger einen weiteren Rückgang von 1,8%. Schwächer war nur noch Zumtobel , für den Leuchtenhersteller ging es gestern 2,1% nach unten.

Nachdem alle drei großen Indices im frühen Handel Rekordstände erzielt hatten, wurden im weiteren Verlauf teilweise Gewinne mitgenommen, der Dow Jones konnte zwar noch ein relativ deutliches Plus von 0,7% erzielen, S&P 500 und Nasdaq 100 gingen schlussendlich mit einem Aufschlag von 0,3% aus dem Handel. Angetrieben wurde der Optimismus auch in den USA von Fortschritten bei den Handelsgesprächen, die USA und China einigten sich nach Angaben der chinesischen Regierung auf eine schrittweise Reduzierung der gegenseitig erhobenen Strafzölle, dies soll Bestandteil eines ersten Teilabkommens sein, welches innerhalb der nächsten Wochen unterzeichnet werden soll und ist Voraussetzung für das Zustandekommen eines Handelsabkommens. Qualcomm rechnet für 2020 mit dem ersten großen Schub beim 5G-Datenfunk, die vorgelegten Daten übertrafen die Markterwartungen und der Halbleiterhersteller erreichte mit einem Plus von 6,3% den höchsten Stand seit fast 20 Jahren. Die chinesischen Suchmaschine Baidu eroberte mit einem Plus von 13,5% den Spitzenplatz im Nasdaq 100, starke Nutzerzahlen und eine Senkung der Kosten liessen die Investoren zugreifen. Die Modekette Ralph Lauren konnte den Umsatz im abgelaufenen Quartal fast doppelt so stark steigern wie erwartet, das liess die Aktie 14,7% in die Höhe springen. Beim Online-Reisebüro Expedia kam es hingegen zu einem Einbruch von 27,4%, rückläufige Umsätze und eine Senkung des Gewinnziels waren der Grund für diesen Absturz, der auch den Konkurrenten Booking Holdings um 8,1% nach unten brachte.

Eine leichte Erholung gab es bei den Ölpreisen nach den deutlichen Verlusten des Vortags, Brent endete 0,9% befestigt, WTI konnte sich um 1,4% verbessern. Gold musste der optimistischen Stimmung Tribut zollen, vor allem in der zweiten Tageshälfte gab das Edelmetall deutlich ab und endete bei einem Kurs von knapp unter 1.470 US-Dollar. Der Euro musste die Zugewinne gegen den US-Dollar während des Tages gegen Abend wieder abgeben, das Währungspaar beendete den Handel bei einer Notierung von rund 1,105.

Vorbörslich sind die Märkte in Europa heute Freitag zur Eröffnung etwas tiefer indiziert. In Asien beenden die Börsen den letzten Tag der Handelswoche uneinheitlich. Unternehmensseitig gab CA Immo den Verkauf des Aktienpaketes an Immofinanz bekannt (siehe unten). Makroökonomisch erwarten wir aus Europa Daten zur Handelsbilanz (DEU, FRA) sowie zur Industrieproduktion (FRA), aus den USA Lagerbestände Großhandel sowie das Uni Michigan Verbrauchervertrauen.

CA Immo
 
Die CA Immobilien Anlagen hat ihre knapp 4,5 Mio. Immofinanz-Aktien an institutionelle Investoren verkauft (entspricht rund 4% des von Immofinanz ausgegebenen Aktienkapitals). Der Gesamtwert der restlichen Beteiligungen der CA Immo an der Immofinanz betrug rund €111 Mio. Das Investment generierte einen Return on Investment von rund €19 Mio., dies entspricht rund 15% auf das Investitionsvolumen von rund €130 Mio. Der Erlös soll in das Kerngeschäft der CA Immo reinvestiert werden.



(08.11.2019)



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Mario Tunkowitsch

Research Wiener Privatbank

>> https://www.wienerprivatbank.com


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