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ATX-Trends: Erste Group, RBI, Bawag, Porr, Andritz ...

Dank starker Bankenaktien haben Europas Börsen am Donnerstag weiter zugelegt. Die Branche profitierte vom Zinsentscheid der US-Notenbank Fed am Vortag und Aussagen zur weiteren Geldpolitik. Dass die Fed offenbar nicht gewillt ist, einen aggressiven Zinssenkungszyklus zu beginnen, half den Finanzwerten. Zudem verzichteten am Donnerstag sowohl die Bank of England als auch die Schweizerische Nationalbank auf eine weitere Reduktion der Leitzinsen. Der EuroStoxx 50 ging mit einem Kursgewinn von 0,7% aus dem Handel, einen Zuwachs in gleicher Höhe verzeichnete der Markt in Frankreich, in England gab es einen Aufschlag von 0,6%, ebenso in Deutschland.

Der Subindex der Banken lag mit einem Plus von knapp 2,0% ganz vorne im Branchentableau. Unter den einzelnen Vertretern konnte die Commerzbank knapp 3,0% zulegen, für die Deutsche Bank gab es einen Zuwachs von rund 2,0%. Schlusslicht in dieser Übersicht waren die Rohstoffwerte und die Stahlindustrie mit einem Abschlag von jeweils rund 0,4%. Stahlaktien litten unter dem enttäuschenden Ausblick des US-Konkurrenten US Steel, ArcelorMittal musst rund 5,0% abgeben, Vallourec schloss mit einer rund 2,5% tieferen Notierung. Beim britischen Einzelhandelsunternehmen Next, das seit Jahresbeginn fast 50 Prozent zugelegt hatte, trafen zwar die Ergebnisse die Erwartungen des Marktes, allerdings beschlossen viele Anleger die erzielten Gewinne zu realisieren und der Titel rutschte um rund 5,5% ab. Wirecard sackte um 5,3% ab, nach den Zuwächsen der Vortage wurde anscheinend auch hier Kasse gemacht. Bei den deutschen Nebenwerten profitierte Hellofresh von einem optimistischen Analystenkommentar, die Aktien des Kochboxen-Anbieters konnte sich auf Grund dieser Empfehlung um 5,6% verbessern. Nordex profitierte von einem Entwurfsvorschlag des Klimakabinetts, das die Kapazität für Windkraftanlagen deutlich erhöhen will, und konnte um stolze 7,3% zulegen.

Merklich zulegen konnte auch die heimische Börse, der ATX verbesserte sich um 1,0% und lag damit deutlich über dem europäischen Durchschnitt. Auch in Wien wurde der Markt von den starken Bankentiteln angetrieben, die Erste Group konnte um 2,4% anziehen, die beiden Branchenkollegen Raiffeisen und Bawag waren mit einem Zuwachs von 2,3% nur unwesentlich schwächer. Ebenfalls einen guten Tag hatte OMV , für den Ölkonzern ging es um 1,8% nach oben, der zweite Ölwert, Schoeller-Bleckmann, musste hingegen ein weiteres Minus von 1,3% hinnehmen. Porr konnte einen Bahnbauauftrag in Polen im Gegenwert von etwa 244 Millionen Euro an Land ziehen, diese Nachricht beeindruckte die Anleger kaum, der Baukonzern ging mit einer unveränderten Notierung aus dem Handel. Rosenbauer zeigte sich deutlich erholt, der Feuerwehrausrüster war mit einem Zuwachs von 1,6% einer der stärksten Titel nach den Banken. Gesucht war auch S immo mit einem Aufschlag von 1,2%. Einer der Verlierer des Tages war Polytec , für den Autoindustriezulieferer gab es einen Abschlag von 2,2%, auch Kapsch TrafficCom war wenig beliebt, für den Mautdienstanbieter ging es um 1,8% nach unten. Andritz litt weiter unter Verkäufen, auch gestern gab es für den Anlagenbauer einen Abschlag von 1,5%. Ebenfalls zu den Verlierern zählte gestern Valneva , für den Impfstoffhersteller ging es um 1,3% nach unten.

In den USA mussten die Börsen die anfänglichen moderaten Gewinne sukzessive abgeben, der Dow Jones drehte schlussendlich ins Minus und schloss 0,2% schwächer, der marktbreite S&P 500 schloss mehr oder weniger unverändert, der Nasdaq 100 konnte ein kleines Plus von 0,2% in den Schluss retten. Für Enttäuschung an der Wall Street sorgte US Steel mit seinem Ergebnisausblick für das dritte Quartal, vor allem auf Grund schlechter Marktbedingungen in Europa wurde der anvisierte Gewinn deutlich zurückgenommen, das wurde von den Anlegern mit einem Kursrutsch von 11,2% bestraft.

Microsoft hingegen konnte dank angekündigter Aktienrückkäufe ein Rekordhoch erzielen und lag mit einem Plus von 1,8% an der Spitze des Dow Jones. Einen gelungen Börsengang feierte der Softwareanbieter Datadog, nach der Ablehnung eines Übernahmeangebotes durch Cisco Systems lag die Erstnotierung mit 41,44 Dollar deutlich über dem Ausgabekurs von 27 Dollar, schlussendlich endete der Titel am ersten Handelstag mit einem Aufschlag von 39,1%. Der Finanzinvestor KKR stieg dank einer nachdrücklichen Kaufempfehlung durch Goldman Sachs um 3,0%.

Leicht erholt präsentierten sich die Ölpreise, zumindest Brent, hier gab es ein Kursplus von 1,3%, WTI hingegen ging nahezu unverändert aus dem Markt. Gold konnte in einem ruhigen Handel leicht zulegen, die Feinunze war den Investoren gegen Handelsschluss nahezu 1.500 US-Dollar wert. Der Euro konnte die zwischenzeitlichen Gewinne gegen den US-Dollar nicht behaupten und musste gegen Abend wieder nachgeben, das Währungspaar erzielte im späten Handel einen Kurs von rund 1,104.

Vorbörslich sind die Märkte in Europa heute Freitag nahezu unverändert indiziert. Die asiatischen Börsen beenden den letzten Tag der Handelswoche zumeist leicht freundlicher. Sowohl von der Unternehmensseite wie auch von der Makroseite ist es heute relativ ruhig.



(20.09.2019)



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Mario Tunkowitsch

Research Wiener Privatbank

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