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ATX-Trends: Bawag, Lenzing, Österreichische Post, Verbund, voestalpine, Warimpex, Zumtobel ...

Auch gestern war der Handel an den europäischen Börsen von der Zurückhaltung der Anleger geprägt, die sich nach wie vor scheuen, klare Positionen zu beziehen. So handelten die wichtigsten Indices während weiten Strecken des Tages leicht im Plus, gegen Ende wurden diese Zuwächse aber zum Teil wieder abgebeben. Euro Stoxx 50 und CAC 40 schlossen mit einem leichten Minus, lediglich der Dax konnte einen Zuwachs von 0,1% in den Schluss retten. Die Börse in Londen schloss nahezu unverändert.

In der Sektorenübersicht hatten die Bankaktien mit einem Zuwachs von 1,0% die Nase vorn, knapp gefolgt von den Automobilwerten, die sich nach zwei Tagen mit Verlusten etwas erholen konnten, und den Ölaktien. Letztere profitierten vom Anstieg der Rohölpreise auf Grund schwächer als erwartet ausgefallener Lagerdaten in den USA. Am anderen Ende des Branchentableaus rangierten die Immobilienwerte mit einem Abschlag von 1,3%. Schneider Electric gab sich optimistisch, die gesteckten Ziele erreichen zu können und will zusätzlich die Gewinnmarge verbessern, das bedeutete für den Industriekonzern ein Tagesplus von 0,7%. Halbleiterwerte profitierten von den guten Ergebnissen des US-Konkurrenten Micron Technology, ASML konnte fast 1,0% vorrücken, für STMicroelectronics ging es sogar 2,4% nach oben.

Der norwegische Düngerhersteller Yara konnte die Anleger mit weder mit seinen Plänen noch mit der angehobenen Dividende überzeugen, der Titel musste ein Tagesminus von 2,9% hinnehmen. Thyssenkrupp war der eindeutige Spitzenreiter im deutschen Markt und legte stolze 6,9% zu, Spekulationen, wonach der finnische Hersteller Kone eine Offerte für die Aufzugsparte des Essener Konzerns vorbereitet, wurden als Grund für diesen Zuwachs genannt. Adidas profitierte von positiven Analystenstudien und konnte sich um 2,9% verbessern. Auch der Konkurrent Puma konnte den am Vortag erzielten Rekordkurs noch weiter aufbauen, hier war ebenfalls eine Analystenstimme ausschlaggebend für den Zuwachs, und zwar eine deutliche Kurszielerhöhung durch Goldman Sachs .

Der heimische Markt konnte die Verlustserie beenden und war mit einem Plus von 0,8% eine der stärksten Börsen in Europa. Die Erste Group konnte sich von den Vortagsverlusten teilweise erholen und ein Plus von 1,6% erzielen, obwohl die Commerzbank auf Grund des negativen Gerichtsurteils in Rumänien das Kursziel für den Titel leicht gesenkt hatte. Noch deutlich besser verlief der Handelstag für Raiffeisen, hier gab es ein stolzes Plus von 3,6% zu verzeichnen. Auch die Bawag konnte die Verlustserie beenden, wenngleich der Zuwachs von 0,4% verglichen mit den Konkurrenten eher mager ausfiel. Zumtobel war am Tag vor der Ergebnispräsentation ebenfalls gesucht und zog um 2,7% an. Lenzing teilte mit, dass der ersten Ausbaustufe seiner Produktionsanlage für Lyocellfasern in Thailand die Genehmigung erteilt wurde. Der Faserhersteller will in den kommenden Jahren über eine Milliarde Euro in die Lyocellfasern-Produktion investieren, der Aktienkurs konnte sich gestern um 0,8% befestigen.

Die deutsche Bundeswettbewerbsbehörde genehmigte die Übernahme des österreichischen Paketgeschäftes der Deutschen Post DHL durch die Österreichische Post unter Auflagen, die Post konnte gestern um 0,3% vorrücken. Einen sehr guten Tag hatten die Ölwerte, die OMV erzielte ein Plus von 2,1%, Schoeller-Bleckmann konnte zu Handelsschluss eine 2,3% höhere Notierung aufweisen. Gesucht war auch voestalpine dank der europaweiten Erholung bei den Automobilwerten, für den Stahlkonzern ging es 2,7% nach oben. Warimpex musste dem starken Vortag Tribut zollen und gestern um 2,2% abgeben, auch der Verbund hatte einen negativen Tag und schloss 1,4% schwächer.

Der Handel in den USA verlief nach ähnlichem Muster wie der in Europa, zunächst gab es durchaus Zuwächse, die dann im weiteren Handelsverlauf wieder abgegeben werden musste, der Dow Jones und der S&P 500 schlossen beide mit einem leichten Minus. Positiv verlief der Tag hingegen für den Nasdaq 100, der sich um 0,5% befestigen konnte. Ausschlaggebend dafür waren die guten Unternehmensergebnisse von Micron Technologies,  sowohl die vorgelegten Zahlen als auch die Erwartungen zur zukünftigen Nachfrage überzeugten die Investoren und der Titel schnellte 13,3% nach oben. Das hatte auch Auswirkungen auf andere Halbleiterwerte, Intel konnte um 2,9% vorrücken, auch Advanced Micro Devices (AMD) erreichte ein klares Plus.

FedEx leidet zwar unter den internationalen Handelskonflikten und verzeichnete einen deutlichen Gewinnrückgang, allerdings lag der vorgelegte Ertrag stark über den Erwartungen und die Aktie kletterte 2,5% nach oben. Walmart musste 0,5% abgeben, nachdem der weltgrößte Einzelhändler angekündigt hatte, seine japanische Supermarktkette Seiyu wieder an die Börse bringen zu wollen. Weiter nachgeben mussten die Aktien von Alphabet , der Google-Mutter, und von Facebook , nachdem Donald Trump den beiden Unternehmen vorgeworfen hatte, dass sie parteiisch seien, da sie von Anhängern von Demokraten geführt würden. Geleichzeit forderte eine Anklage für das Fehlverhalten der beiden Unternehmen, das er aber nicht näher konkretisierte.

Öl konnte sich gestern, wie schon erwähnt, auf Grund der niedrigen Lagerbestände in den USA deutlich verbessern, Brent schloss mit einem Aufschlag von 1,4%, WTI legte 1,6% zu. Gold musste gestern leicht abgeben und wurde gegen Ende des Tages bei rund 1.410 US-Dollar gehandelt. Der Handel zwischen Euro und US-Dollar verlief ruhig und in engen Bahnen, gegen Handelsende fand das Währungspaar einen zum Vortag nahezu unveränderten Kurs von 1,137.

Vorbörslich sind die Börsen in Europa heute Donnerstag etwas fester indiziert. Die asiatischen Märkte schliessen mehrheitlich mit Gewinnen. Im Fokus der Investoren steht weiter der in diesen Tagen anstehende G20 Gipfel. Von der Unternehmensseite präsentiert Zumtobel das Bilanzergebnis (siehe unten). Makroseitig erwarten wir Daten zum Verbrauchervertrauen (ITA), Wirtschafts- und Verbrauchervertrauen (EU) sowie BIP und privater Konsum in den USA.

UNTERNEHMENSNACHRICHTEN

Zumtobel Group

Der heimische Lichttechnikproduzent Zumtobel präsentierte heute seine Ergebnisse zum Geschäftsjahr 2018/19. Der Gruppenumsatz ging im Vergleich zum Vorjahr um 2,9% auf €1.162 Mio. zurück. Hierfür waren das schwächelnde Marktumfeld vor allem im wichtigsten Absatzmarkt Großbritannien, der intensive Preiswettbewerb, politische Unsicherheiten, sowie negative Währungseffekte verantwortlich. Während das EBIT nach einem negativen Ergebnis im Vorjahr sich auf €2,7 Mio. verbesserte, blieb das Periodenergebnis wie im Vorjahr negativ konnte jedoch mit €-15,2 Mio. deutlich gesteigert werden (GJ 17/18 €-46,7 Mio.). Insgesamt drückten Sondereffekte im Zuge der Restrukturierungsmaßnahmen in Höhe von rund €25 Mio. auf die Ergebnisse. Die um diese Sondereffekte bereinigte EBIT-Marge konnte aufgrund von Effizienzsteigerungen und Einsparmaßnahmen bei den Vertriebs- und Verwaltungskosten (-8,3%) von 1,6% auf 2,4% zulegen. Vor dem Hintergrund dieser Ergebnisentwicklung ist für das Geschäftsjahr 2018/19 wie im Vorjahr keine Dividendenausschüttung geplant. Der Vorstand sieht das Geschäftsjahr 2019/20 als Aufbruchsjahr und erwartet ein leichtes Umsatzwachstum sowie eine Verbesserung der bereinigten EBIT-Marge auf 3 bis 5% (GJ 2018/19: 2,4%). Das mittelfristige Ziel einer EBIT-Marge von circa 6% bis zum Geschäftsjahr 2020/21 bleibt weiter aufrecht.


GJ2018/19: Umsatzerlöse: €1.162 Mio. (1.154e); EBIT (bereinigtes): €27,6 Mio. (27,9e); Jahresergebnis: €-15,2 Mio. (2,4e)



(27.06.2019)



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Mario Tunkowitsch

Research Wiener Privatbank

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