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ATX-Trends: Bawag, voestalpine, Wienerberger, OMV, Flughafen Wien ...

Die wichtigsten europäischen Aktienindizes haben am Mittwoch nachgegeben. Einmal mehr beherrschte der Handelsstreit zwischen den USA und China das Geschehen. US-Präsident Donald Trump hatte sich wieder negativ zum Stand der Verhandlungen geäußert und eine Einigung damit in Zweifel gezogen. Dies lastete auf den Kursen. Der EuroStoxx 50 schloss um 0,4% schwächer, auch die übrigen wichtigen Indices mussten leicht abgeben. In Zürich verlor der Zementkonzern LafargeHolcim 4,1%, nachdem der Großaktionär Thomas Schmidheiny angekündigt hatte, seine Beteiligung zu reduzieren. Auch ArcelorMittal konnten sich dem Verkaufsdruck bei zyklischen Werten nicht entziehen und gab in Paris um 2,8% nach. Eine Kaufempfehlung von Goldman Sachs , die den Wert im frühen Handel noch gestützt hatte, blieb damit ohne nachhaltige Wirkung. Der Bekleidungsriese Inditex konnte sich deutlich stärker im Online-Handel etablieren, trotzdem gingen die Umsätze zurück, was für die Zara-Mutter ein Tagesminus von 1,0% bedeutete.

Europaweit der schwächste Sektor waren die Ölwerte mit einem Minus von 2,1%. Die Ölpreise waren am Mittwoch deutlich unter Druck geraten. Im EuroStoxx gab Total als einer der größten Verlierer 2,7% ab. Im Branchentableau rangierten die Medienwerte ganz oben, Vivendi war mit einem Zuwachs von 1,3% einer der stärksten Titel. Zudem schnellte Axel Springer nach einem Übernahmeangebot des US-Finanzinvestors KKR um 11,5% nach oben. Beiersdorf erreichte einen weiteren Höchststand und schloss über 1,0% fester, damit wurde die Mitte Mai begonnene Rekordjagd fortgesetzt, auch wenn einige Analysten die Aktie auf dem derzeitigen Niveau schon als hoch bewertet betrachten.

Auch die Börse in Wien konnte sich dem europäischen Trend nicht entziehen und schloss mit einer Abgabe von 0,9%. Nach technischen Schwierigkeiten war der ATX zum Handelsstart erst mit Verspätung verfügbar und notierte den ganzen Tag über im roten Bereich. Angesichts der dünnen Meldungslage zu Unternehmen rückten Analystenkommentare in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Die Analysten von Royal Bank of Canada haben ihr Kursziel für die Aktien der Österreichischen Post AG von bisher 38,00 auf 36,00 Euro gesenkt. Das Anlagevotum "Sector Perform" bleibt unterdessen unverändert. Die Post-Papiere gingen mit einem leichten Plus von 0,1% aus dem Handel. Die Wertpapierexperten von Goldman Sachs haben ihr Kursziel für die Aktien der voestalpine von 31,00 auf 33,00 Euro angehoben und die Anlageempfehlung "Buy" bestätigt. Der Titel wurde aber weiterhin vom Preisverfall von Stahl belastet und endete gestern mit einem Abschlag von 1,1%.

Weiterhin sehr sensibel reagiert Schoeller-Bleckmann auf Bewegungen beim Ölpreis, der gestrige Rückgang verursachte ein Minus von 4,8% für den Ölfeldausrüster. Auch OMV konnte sich dieser Schwäche nicht entziehen und schloss mit einem Abschlag von 2,7%. Die Banken tendierten gestern allesamt nach unten, das größte Minus gab es bei der Bawag mit 1,0%, die Erste Group musste 0,7% abgeben, die Raiffeisen konnte sich im Vergleich dazu mit einem Abschlag von 0,1% relativ gut halten. Einer der besten Werte am gestrigen Handelstag war Wienerberger , der Ziegelhersteller konnte um 1,0% vorrücken. Weiter sehr volatil bleibt der Handel in Kapsch TrafficCom, gestern ging es wieder deutlich nach unten, der Mautsystemanbieter beendete den Tag mit einem Abschlag von 4,0%.

In den USA geriet gestern der Technologiesektor stärker unter Druck als die Standardwerte, der Nasdaq 100 schloss mit einem Abschlag von 0,6%, während es für Dow Jones und S&P 500 ein Minus von 0,2% zu verzeichnen gab. Die anhaltenden Drohungen von US-Präsident Donald Trump im Handelsstreit mit China erweisen sich nach wie vor als Hemmschuh. Anleger gewichten die Handelssorgen und die damit verbundene wirtschaftliche Unsicherheit derzeit höher als mögliche Zinssenkungen. Die amerikanischen Verbraucherpreise für den Mai waren deutlicher zurückgegangen als erwartet. Die aktuell etwas schwächere Inflation wäre damit kein Hemmschuh für die Notenbank Fed, falls die ihre Geldpolitik lockern wollte.

Besonders deutlich unter Druck gerieten Halbleiterwerte, für Micron Technology, Western Digital, Lam Research und Applied Materials ging es relativ deutlich nach unten. Leicht erholt präsentierte sich United Technologies , nach den beiden deutlichen Verlusttagen in Zusammenhang mit der geplanten Übernahme von Raytheon gab es gestern ein leichtes Plus von 0,9%. Tesla -Chef Elon Musk machte den Anlegern weiter Hoffnungen auf Rekordauslieferungen im laufenden Quartal. Es bestehe noch immer eine "faire Chance", den bisherigen Bestwert zu knacken, hatte Musk beim Aktionärstreffen des Elektroautobauers im kalifornischen Palo Alto gesagt. Nachhaltigen Eindruck hinterließen seine Aussagen bei den Anlegern nicht, die Aktie verlor 3,6%. Beim Fleischersatzhersteller Beyond Meat ging die Achterbahnfahrt in die nächste Runde. Nach heftigen Vortagesverlusten legte der Kurs nun wieder zu, der Titel schloss mit einem Aufschlag von 12,6%.

Deutlich nach unten ging es gestern für die Ölpreise, bei Brent kam es zu einem Rückgang von 3,7%, WTI musste mit 4,0% noch etwas mehr abgeben. Gold konnte sich in einem ruhigen Handel etwas verbessern und erreichte gegen Handelsschluss eine Notierung von rund 1,333 US-Dollar. Der Euro verlor im späten Handel deutlich Boden gegen den US-Dollar, das Währungspaar fand am späten Abend einen Kurs von rund 1,129.

Vorbörslich erwarten wir die Börsen in Europa heute Donnerstag leicht schwächer. Die asiatischen Börsen beendeten den heutigen Handelstag etwas uneinheitlich beziehungsweise mit leichten Verlusten. Auf der Unternehmensseite präsentiert Flughafen Wien die Verkehrszahlen (siehe unten). Makroseitig erwarten wir heute die Veröffentlichung von Verbraucherpreisen und Industrieproduktion (GER und EU) sowie in den USA die Im- und Exportpreise sowie die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe. 

 UNTERNEHMENSNACHRICHTEN


Flughafen Wien

Der Flughafen Wien gab heute seine Verkehrsergebnisse zum Mai 2019 bekannt. Das starke Passagierwachstum konnte fortgesetzt werden und resultierte in einen Plus von 20,1% in der Gruppe und 24,4% am Standort Wien. Seit Jahresbeginn kann man somit eine Wachstumsrate von 20,6% (Gruppe) bzw. 25,0% (Wien) aufweisen. Die Flugbewegungen nahmen im Mai 2019 mit +15,8% ebenfalls deutlich zu.




(13.06.2019)



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Mario Tunkowitsch

Research Wiener Privatbank

>> https://www.wienerprivatbank.com


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