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ATX-Trends: Immofinanz, FACC, Zumtobel, Andritz, Agrana, Erste Group ....

Auch zum Wochenausklang konnten die europäischen Märkte nicht in die Gänge kommen und beendeten den Freitag mit Abgaben. Weiter steigende Kapitalmarktzinsen, die anhaltende Unsicherheit über die Schuldenpläne Italiens und die am Donnerstag lancierte Meldung eines von China bei US-Unternehmen eingeschleusten Spionage-Chips ließen keine Kauflaune aufkommen.

In Großbritannien kam noch die Brexit-Unsicherheit hinzu, und so war der Footsie mit einem Minus von knapp 1,4% der schwächste der wichtigen europäischen Indices. Der konjunktursensible Bergbausektor war mit einem Abschlag von 2,5% der am Stärksten betroffene, gefolgt vom Technologiesektor, wo auch europäische Titel unter den Spekulationen bezüglich der Spionage litten und der 2,3% abgab. Der Mediensektor hielt sich mit einem unveränderten Schluss noch am besten. Die Danske-Bank litt unter den Befürchtungen der Anleger, dass das Unternehmen Strafzahlungen wegen des laufenden Geldwäsche-Skandals zu befürchten hat und musste 9,9% abgeben. Signify, vormals Philips Lighting, musste nach einem negativen Analystenkommentar 2,8% schwächer schließen. Medienberichten zufolge will die Brookfield Property Group die britische Immobiliengesellschaft Intu Properties übernehmen, darauf schoss der Titel 27,2% nach oben. Bei RWE sorgte der vom Oberverwaltungsgericht Münster verhängte Stopp der Rodungen im Hambacher Forst für ein Minus von 8,5%. Unter Druck geriet auch die Aktie von Juventus Turin wegen der Vergewaltigungsvorwürfe gegen Christiano Ronaldo, der Fußballklub musste ein Tagesminus von 9,9% hinnehmen.

Nachdem heute bereits Zahlen zur Industrieproduktion in Deutschland, die leicht unter den Erwartungen waren, veröffentlich wurden, folgen am Mittwoch die Industrieproduktion für Frankreich und Italien, am Donnerstag das Protokoll der letzten EZB-Sitzung, Inflationszahlen für Frankreich und Spanien und am Freitag Inflationszahlen für Deutschland sowie die Industrieproduktion in der Eurozone.

Auch die Börse in Wien rutsche in den roten Bereich, der ATX musste mit einem Abschlag von 0,9% ins Wochenende gehen. Die risikoaverse Stimmung in Europa schwappte auch auf Österreich über und viele Anleger ließen sich zu Positionsreduzierungen verleiten. Ans Indexende rutschte Schoeller-Bleckmann mit einem Minus von 3,4%, die OMV konnte hingegen nahezu unverändert mit einem Abschlag von lediglich 0,1% schließen. Unter Druck geriet auch die Immofinanz , die den Handelstag mit einer 3,3% schwächeren Notierung beenden musste. Auch FACC wurde verkauft, hier betrug der Abschlag rund 3,0%. Gegen den Trend deutlich zulegen konnte als positive Ausnahme Andritz , der steirische Anlagenbauer verzeichnete einen Zuwachs von 1,3%. Auch Verbund war wieder gesucht und setzte mit einem Plus von 1,2% den Höhenflug nach der kurzen Schwächephase fort. EVN beendete den Tag mit einer unveränderten Notierung. Abgeben mussten auch die Bankentitel, die Bawag hielt sich mit einem Minus von 0,2% noch vergleichsweise gut, die Erste Group verzeichnete eine Abgabe von 1,5% und Raiffeisen schloss 0,9% tiefer als am Vortag. Zumtobel litt unter dem negativen Kommentar zu Signify und war mit einem Minus von 3,6% ebenfalls einer der größten Verlierer. Gesucht war hingegen Agrana , der Zucker- und Stärkeproduzent ging 1,9% befestigt aus dem Handel. Am Donnerstag wird die Agrana den Geschäftserfolg des zweiten Quartals präsentieren.

Auch für die Börsen in den USA ging es am Freitag noch einmal nach unten, was für den Dow Jones auf Wochensicht ein denkbar knappes Minus von 11 Punkten ergab. Der mit viel Spannung erwartete Arbeitsmarktbericht fiel durchwachsen aus, die Arbeitslosigkeit fiel zwar mit 3,7% auf den tiefsten Stand seit knapp 50 Jahren, die Zahl der neugeschaffenen Stellen blieb aber deutlich hinter den Erwartungen zurück. Sonstige Wirtschaftsdaten waren im Rahmen der Erwartungen und konnten die Stimmung nicht positiv beeinflussen, die Medienspekulationen über den oben erwähnten Spionage-Chip sorgten bei den Anlegern für viel mehr Beunruhigung. Tesla fiel wieder einmal mit einem großen Kursausschlag auf, am Freitag ging es 7,1% nach unten, nachdem Unternehmenschef Elon Musk einige provokante Äußerungen gegen die Börsenaufsicht SEC von sich gegeben hatte. Goldman Sachs wiederholte die positive Einstellung zu McDonald‘s als besondere Kaufgelegenheit, die Burgerkette konnte in dem schwachen Umfeld 0,5% Zugewinn erzielen. Costco musste im Zuge der Ergebnispräsentation mitteilen, dass die IT auf eine Schwachstelle beim internen Controlling untersucht werden müsste und büßte daraufhin 5,6% ein. General Electric setzte mit einem Plus von 4,1% den jüngsten Erholungstrend fort. Anlegern gefiel die Meldung, dass das Gehalt des neuen Konzernchefs unter anderem an den Aktienkurs gekoppelt sein wird.

Diese Woche wartet in den USA am Mittwoch der Produzentenpreisindex sowie die Lagerbestände des Großhandels auf die Investoren, Donnerstag folgen die Inflationszahlen sowie die wöchentlichen Daten zur Arbeitslosigkeit und am Freitag dann noch die von der Universität von Michigan ermittelte allgemeine Stimmung. Diese Woche beginnt auch schon wieder die Berichtssaison, am Donnerstag werden Walgreens Boots und Delta Air Lines Zahlen vorlegen, ehe es am Freitag mit JPMorgan, Wells Fargo und Citigroup richtig losgehen wird.

Unterschiedlich verlief der Wochenausklang für die Ölpreise, Brent verlor 0,5%, WTI beendete den Handel nahezu unverändert. Gold konnte in einem ruhigen Handel leicht zulegen und beendete die Woche bei einer Notierung von rund 1.203 US-Dollar. Wenig Bewegung gab es auch im Handel zwischen Euro und US-Dollar, lediglich bei der Veröffentlichung des US-Arbeitsmarktberichtes kam es zu stärkeren Bewegungen, gegen Abend wurde das Währungspaar bei einer Marke von rund 1,152 gehandelt.

Vorbörslich sind die europ. Börsen leicht schwächer indiziert. Die asiatischen Märkte schließen uneinheitlich. Sowohl von der Unternehmensseite wie auch von der Makroseite ist es heute sehr ruhig.



(08.10.2018)



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Mario Tunkowitsch

Research Wiener Privatbank

>> https://www.wienerprivatbank.com


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