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ATX-Trends: Immofinanz, KapschTrafficCom, OMV, Porr, Strabag, ... (Wiener Privatbank)

Europas Aktienmärkte haben nach der Vortagsrally wieder einen Gang zurückgeschaltet. Die wichtigsten Indizes gerieten am Freitag mehr oder weniger deutlich unter Druck. Nachdem die Kurse am Donnerstag noch unter anderem von dem Kursrutsch des Euro profitiert hatten, rief nun die Eskalation des Handelsstreits zwischen den USA und der Europäischen Union sowie China Sorgenfalten bei den Anlegern hervor. Schlusslicht bei den einzelnen Sektoren waren wieder die Banken, der Sektor Index büßte weitere 1,9% ein. Unter den Einzelwerten stach Rolls Royce hervor, positive Analystenkommentare nach den tags zuvor verkündigten Stellenkürzungen liessen den Wert weitere 7,6% nach oben schnellen. Dagegen büßten die Papiere von Hennes & Mauritz 4,3% ein. Die schwedische Textilkette kämpft weiterhin gegen die starke Online-Konkurrenz. Im abgelaufenen Quartal blieb die Umsatzentwicklung hinter den ohnehin schon niedrigen Erwartungen der Analysten zurück. Continental profitierte von den angekündigten Investitionen von General Motors in die Branche der Zulieferer und konnte mehr als 2,1% Zuwachs verzeichnen. Nur sehr wenige Daten zur Wirtschaft werden diese Woche in Europa erwartet, am Donnerstag das Konsumentenvertrauen in der Eurozone, am Freitag noch Einkaufsmanagerindices aus der Eurozone, Deutschland und Frankreich sowie das französische BIP im ersten Quartal. Am Donnerstag ist auch die Sitzung der Bank of England, wo keine Zinsänderung erwartet wird.

Mit einem leichten Abschlag ging auch die Wiener Börse ins Wochenende, der ATX schloss 0,8% schwächer als am Vortag. Unter anderem lasteten die Ölwerte auf dem Index, OMV musste vor dem Hintergrund nachgebender Rohstoffpreise 1,3% abgeben, für Schoeller-Bleckmann stand am Ende des Handels ein Minus von 2,2% zu Buche. Ebenfalls Terrain einbüssen mussten die Bankenwerte, Raiffeisen schloss 0,6% schwächer, für die Erste Group gab es ein Tagesminus von 0,3%, am schlimmsten erwischte es die Bawag mit einem Kursrutsch von 3,9%. Gesucht waren hingen Aktien aus dem Baugewerbe, Porr konnte 3,3% zulegen, für Strabag gab es einen Tagesgewinn von 2,1%. Bei Immofinanz gibt es einen „reverse split“, für 10 bestehende Aktien werden Investoren in Zukunft eine neue Aktie erhalten, unter anderem auf Grund dieser Tatsache gab der Immobilienkonzern 2,1% ab.

Die Eskalation des internationalen Handelsstreits hat an der Wall Street etwas auf die Stimmung gedrückt. US-Präsident Donald Trump machte am Freitag ernst und verhängte gegen China Strafzölle auf Waren im Wert von 50 Milliarden US-Dollar. Die Zölle werden vom 6. Juli an fällig. Als Reaktion kündigte Peking ebenfalls ab 6. Juli Vergeltungszölle auf amerikanische Waren im Wert von zunächst 34 Milliarden Dollar an. Insgesamt sollen die Zölle am Ende auch insgesamt Waren im Wert von 50 Milliarden Dollar betreffen. Dadurch rutschte der Dow Jones weiter nach unten und gab auch gegen Ende der Woche 0,3% ab, auch die beiden andern großen Indices beendeten den Tag mit tieferen Notierungen. Besonders konjunktursensible Titel litten unter diesen Ankündigungen, Caterpillar schloss 2,0% schwächer, General Electric musste 2,5% abgeben. General Motrs hingegen konnte 0,8% dazugewinnen, der Autokonzern erwägt laut Insidern einen Börsengang des Geschäftsfelds autonomes Fahren. Einen schwachen Ausblick in die nahe Zukunft musste Adobe Systems abgeben, dadurch notierte der Titel am Ende des Handels 2,4% tiefer. Gerüchten zu Folge will Volkswagen den Nutzfahrzeughersteller Navistar kaufen, dadurch schnellten die Aktien des Unternehmens 9,3% nach oben.

Nur wenige Daten stehen diese Woche in den USA zur Veröffentlichung an, morgen wird die Anzahl der begonnenen Neubauten veröffentlicht, am Mittwoch die Anzahl der verkauften bestehenden Häuser, am Donnerstag die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe, die Philly Fed-Umfrage und der Leading Index als Vorlaufindikator und am Freitag noch der Einkaufsmanagerindex für Juni. Unternehmensergebnisse werden morgen von Oracle und FedEx und am Mittwoch von Micron Technology präsentiert.

Deutlich nachgegeben haben die Ölpreise, Brent beendete den Handel 3,3% tiefer, WTI musste einen Abschlag von 2,7% hinnehmen. Als Grund für diese Schwäche wurden einerseits  erwartete Differenzen beim kommenden OPEC-Meeting, andrerseits befürchtete geringere Nachfrage durch die kommenden Handelsbarrieren genannt Gold tendierte auf Grund mehrerer Faktoren wie zum Beispiel die erwarteten höheren Zinsen in den USA und zurückgehende Nachfrage aus China und aus Indien deutlich schwächer, gegen Abend wurde das Edelmetall bei rund 1.280 US-Dollar gehandelt. Leicht befestigt präsentierte sich der Euro gegen den Dollar bei eher ruhigem Handel, zum Wochenausklang pendelte sich das Währungspaar bei einer Marke von knapp über 1,16 ein.

Vorbörslich sind die europ. Börsen leicht negativ indiziert.  Die asiatischen Börsen schließen uneinheitlich. Von der Makroseite ist es relativ ruhig. Von der Unternehmensseite meldete Kapsch Ergebnisse.
 

UNTERNEHMENSNACHRICHTEN

Kapsch TrafficCom AG

Das heimische Technologieunternehmen veröffentlichte heute Morgen aufgrund des schiefen Geschäftsjahres die Ergebnisse für das Gesamtjahr 2017/18. Der Umsatz lag dabei mit €693,3Mio. um 6,9% über dem Vorjahreswert. Vor allem im Bereich Mautlösungen (ETC) konnte ein starkes Wachstum von 11,4% verzeichnet werden, während der Bereich „Intelligente Mobilitätslösungen“ (IMS) um 4,7% zulegen konnte. Das EBIT ging jedoch um 16,7% zurück auf €50,1Mio., da im Vorjahr ein positiver Einmaleffekt von €3Mio. sowie Währungserlöse verzeichnet wurden. Das Finanzergebnis lag mit €-5,2Mio. ebenfalls aufgrund von negativen Währungseffekten deutlich unter dem Vorjahreswert. Dementsprechend sank das Periodenergebnis um knapp ein Drittel auf €28Mio. Die Dividende soll jedoch, wie bereits im Vorjahr €1,5/Aktie betragen, da es sich bei den negativen Einflüssen hauptsächlich um einmalige Effekte handelt. Für das Geschäftsjahr 2018/19 gibt sich das Unternehmen optimistisch, sowohl Umsatz als auch EBIT sollen um 10% gesteigert werden. Mittelfristig will das Unternehmen auf Gruppenebene eine EBIT-Marge von 10% erreichen.

FY17/18: Umsatz: €693,3Mio. (689,8e); EBIT: €50,1Mio. (50,4e); Periodenergebnis: €28Mio. (34,6e)



(18.06.2018)



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Mario Tunkowitsch

Research Wiener Privatbank

>> https://www.wienerprivatbank.com


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