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Schwankungen an der Börse im Zuge der US-Wahl (Robert Wanner)


Doch ziemlich überraschend wurde Donald Trump zum nächsten Präsidenten der USA gewählt. Ich möchte hier kein politisches Statement abgeben sondern auf einen Aspekt der Geldanlage hinweisen, welcher im Zuge solcher Großereignisse regelmäßig zu beobachten ist.

An den letzen 2 Handelstagen vor der Wahl war sich der überwiegende Anteil der Menschen sicher, dass Donald Trump nicht gewinnen würde und dass dies positiv für die Aktienmärkte sei. Daher konnten wir in den letzten Tagen positive Vorzeichen an den Börsen sehen. Doch in der Nacht von 08. auf den 09. November sollten diese Menschen eines besseren belehrt werden: Donald Trump wurde es doch!

Der Schock war groß, ähnlich dem Austritt aus der EU von Großbritannien vor einigen Monaten. Die Börsen brachen heute in den frühen Stunden teilweise um ca. 4 % ein. Das ist eine durchaus große Tagesbewegung. Es ist mir unmöglich abzuschätzen wie viele "Investoren" hier auf dem falsche Fuß erwischt wurden. Besonders unter der Gattung "Trader", welche meist mit Hebel arbeiten, wird es wieder einige geben, die bei solchen Events überproportional verlieren. In solchen Augenblicken wollen alle raus aus den Märkten und die Verluste möglichst begrenzen.

Im Laufe des Tages passierte aber etwas, was man an solchen Tagen öfter beobachten kann. Die Märkte stiegen wieder an und drehten zur Eröffnung der US Börse (bei uns 15:30 Uhr) sogar ins Plus. Durch diese für viel unerwartete Aufwärtsbewegung wurden nun genau diese Trader geröstet, welche auf fallende Märkte gesetzt haben. Auch hier wird wieder viel Geld verloren.

Natürlich gibt es bei solchen Events auch immer Gewinner. Aber die Gewinner von heute können bei den nächsten vergleichbaren Events schon wieder zu den Verlierern zählen. Der Versuch besser zu sein als der Gesamtmarkt ist mit viel Geldaufwand und Nerven verbunden. Kann so eine langfristig erfolgreiche Strategie aussehen? Ich bezweifle das sehr stark.

Einem langfristigen Investor können solche Events egal sein

Jemanden der eine ähnliche Strategie umsetzt wie ich, also eine langfristig ausgelegte Geldanlage mit ETFs, können solche Events kalt lassen. Natürlich schwankt auch mein Depot an solchen Tagen um einige Prozent. Es interessiert mich aber nicht. Sollten die Börsen weiter fallen, gut, ich investiere weiter. Steigen die Börsen an, auch gut, ich investiere weiter. Genau betrachtet, ist mein Depot heute um etwa 3 % nach oben und unten geschwankt, nur um am Ende wieder da zu stehen, wo es auch schon gestern war. Dafür all die Aufregung?

Jemand der die Erträge seines Wertpapierdepots als passives Einkommen sieht oder es als Altersvorsorge in mehr als 10 Jahren verwendet, darf auf solche Events nicht reagieren. Der Versuch gute Ein- und Ausstiege zu treffen führt langfristig kaum zum Erfolg. Genau aus diesem Grund schaffen es auch die wenigsten aktiv gemanagten Fonds langfristig besser abzuschneiden als der Durchschnitt der Märkte. Und wenn es die nicht schaffen, sollte man dann wirklich so vermessen sein zu glauben man kann es besser?

Ich sage es immer wieder: Geldanlage muss einfach sein! Dieses Herumgezocke wie eine Horde Spielsüchtiger hat nichts mit Geldanlage zu tun. Lege dir eine langfristig ausgelegte Strategie zu und halte dich daran. Auf große, über die Medien aufgeblasene Events zu reagieren, ist nicht notwendig, wenn du das Geld in den nächsten Jahren nicht benötigst. Es gibt unzählige Beispiele für Fälle, bei welchen im Vorfeld immer alles sehr tragisch aussieht, aber ein paar Monate danach sprach kein Mensch mehr darüber. Warum auch, die Medien haben dann schon wieder den nächsten großen Aufreger gefunden, welcher plötzlich unheimlich wichtig aussieht.

Im Original hier erschienen: Schwankungen an der Börse im Zuge der US-Wahl



(10.11.2016)

USA, Flagge, Land, Stars and Stripes - http://www.shutterstock.com/de/pic-171180743/stock-vector-united-states-eps-vector.html, (© www.shutterstock.com)


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Robert Wanner

Über Geld spricht man nicht! - der Blog zum Thema "Persönliche Finanzen" - die do´s and don´ts im Umgang mit Geld.

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