Der ATX hat in der zweiten Juli-Hälfte zu einem entnervenden Salami-Crash (scheibchenweise nach unten) angesetzt. Es ist in dieser Woche kontinuierlich von Jahreslow zu Jahreslow gegangen. Die Situation erinnert stark an das Premierenjahr 1991. Das Problematische an 1991 war (wie aktuell), dass Wien gegen den internationalen Trend deutlich schwächer gegangen war. Der DAX schaffte 1991 ein Plus von 12 Prozent, der Dow Jones-Index sogar einen Aufschlag von 20 Prozent. Wien hatte -12 Prozent zu Buche stehen. Hauptausschlaggebend war die geopolitische Lage Österreichs, denn die beginnende - und sich rasch verschärfende - Jugoslawienkrise hatte dazu geführt, dass die Aktien des Nachbarlands Österreich „sicherheitshalber“ aus den Portfolios der internationalen Institutionellen gekippt wurden.
Doch es gibt auch Unterschiede. Damals war es vor allem Landkarten-technisch bedingt, heute geht es um die wirtschaftlichen Verflechtungen. Die EU zerfleischt sich selbst, Amerika profitiert. Vor allem die Banken leiden dieser Tage. Und die Politik will die europaweit höchste Bankensteuer noch ausdehnen; Unpackbar, die Banken können das nicht "daheben". Auch 1991 war ein spannendes Bankenjahr, stand doch die Verschmelzung von Z und Länderbank zur Bank Austria als „Neulings“-Highlight des Jahres an. Die weitere Geschichte über HVB und UniCredit ist bekannt.
Zurück in die Gegenwart: Die ATX-Verlierer im Juli waren Erste, Raiffeisen Bank Int., Zumtobel, OMV, Immofinanz, Wienerberger, Lenzing, Schoeller-Bleckmann, RHI und voestalpine.
Die bessere Hälfte bildeten: CA Immo, Conwert, Flughafen, Mayr-Melnhof, Telekom, Uniqa, Verbund, Post, Andritz und Vienna Insurance Group.
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