Der Praktikant und der Do&Co-Schock

Neues vom Praktikantenaspiranten. Er hat mir jetzt noch etwas voraus: Denn ich war in meinem Leben noch nie bei einer HV oder Aktionärsversammlung. Mir dauert so was zu lange und man kann anstelle ja viele andere Dinge machen. Weitere Gründe nennt Herr Daniel Koinegg, kurz "Daniel". Eine neue Aufgabe hat er auch. Einen lässigen Börse-Event in Graz organisieren. Hoffentlich ist es ihm mit dieser Königsaufgabe mit den Erkenntnissen dieses Blogeintrags nicht vergangen ...

"Liebes Tagebuch!

Du glaubst mir nie im Leben, was in einen Menschen alles hineinpasst, wenn es nichts extra kostet. Ich spreche bzw. schreibe von Essen. Nahrung. Zugegebenermaßen ziemlich gut zubereitet. Im wahrsten Sinne des Wortes Hundertschaften - meist ältere Semester - die in Scharen zu einem Buffet stürmen und sich dort beinahe gegenseitig ums Leben bringen, wegen einem Fisch beispielsweise. Ziemlich bedenklicher Rückschritt in steinzeitliche Zustände. Im Übrigen ähnelt die Aufteilung der Menschenmassen irgendwie einem Radrennen: eine Ausreißergruppe mit einer Handvoll Schlitzohren, die schon während der Veranstaltung den Saal verlassen hat, dann eine Verfolgergruppe all jener, die das etwas neidisch beobachtet haben, dann eine schier unendliche Meute – das Hauptfeld, knurrend, zielstrebig, unaufhaltsam, einem Heuschreckenschwarm gleich – und schließlich die Nachzügler. Leider gehörte ich zu letzterer Gruppe und musste mich von den sprichwörtlichen Hunden beißen lassen. Weißt Du, liebes Tagebuch, welche Veranstaltung ich hier skizziere? Nein? Es war die Aktionärsversammlung von Do&Co, die ich am 3.7.2014 besuchte. Die Szenerie nach dem offiziellen Teil war euphemistisch gesprochen ungewöhnlich.

Apropos Do&Co… Dieses Unternehmen kann auch gleich als Beispiel für einen der fünf möglichen Wettbewerbsvorteile „herhalten“, die ich im letzten Tagebucheintrag im Zusammenhang mit meinem Hobby, dem Value Investing, zu Papier gebracht habe, nämlich die „abgeleitete Produktdifferenzierung“ aufgrund einer Marke. Eine Marke ist ein Kennzeichen für ein Produkt oder eine Dienstleistung, die diese hervorheben bzw. von anderen ähnlicher Art unterscheiden soll. Eine Marke kann ein Qualitätsmerkmal sein, sie kann das Gefühl von Exklusivität verleihen, oder sie kann ein Statussymbol darstellen. Wichtig ist, dass einer dieser Faktoren dazu führt, dass die Kundschaft bereit ist, mehr Geld dafür zu bezahlen als für ein dem Grund nach vergleichbares Produkt. Allein die Bekanntheit einer Marke führt also noch nicht zu einem dauerhaften Wettbewerbsvorteil im investmenttechnischen Sinn, der Kunde muss auch bereitwillig tiefer in die Tasche greifen. Bei Do&Co hat man das offenbar meist gepaart mit einer exklusiven Lage, und schon führt es dazu, dass sich Menschen sogar dafür anstellen, damit sie fünf Euro für ein kleines Bier bezahlen dürfen, das in der Beschaffung wahrscheinlich 30 oder 40 Cent kostet."

About: http://www.christian-drastil.com/blog/praktikant/ 

Praktikanten-Blog: http://boerse-social.com/smeil/entry_ranking_2014/143;bargain-magazinecom 



(07.07.2014)

Karikatur: Sokol für den Do&Co-Geschäftsbericht 2012/13


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Christian Drastil
Der Namensgeber des Blogs. Ich funktioniere nach dem Motto "Trial, Error & Learning". Mehrjährige Business Pläne passen einfach nicht zu mir. Zu schnell (ver)ändert sich die Welt, in der wir leben. Damit bin ich wohl nicht konzernkompatibel sondern lieber ein alter Jungunternehmer. Ein lupenreiner Digital Immigrant ohne auch nur einen Funken Programmier-Know-How, aber - wie manche sagen - vielleicht mit einem ausgeprägten Gespür für Geschäftsmodelle, die funktionieren. Der Versuch, Finanzmedien mit Sport, Musik und schrägen Ideen positiv aufzuladen, um Financial Literacy für ein grosses Publikum spannend zu machen, steht im Mittelpunkt. Diese Dinge sind mein Berufsleben und ich arbeite gerne. Der Blog soll u.a. zeigen, wie alles zusammenhängt und welches Bigger Picture angestrebt wird.
Christian Drastil

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