Nvidia investiert zwei Milliarden Dollar in Nebius — und der Kurs fällt trotzdem. Was auf den ersten Blick widersprüchlich wirkt, erklärt sich durch die gleichzeitige Platzierung einer massiven Wandelanleihe, die Anleger mit Blick auf mögliche Verwässerung nervös macht.
Die Nvidia-Beteiligung von 8,3 Prozent ist mehr als ein Finanzinvestment. Beide Unternehmen wollen gemeinsam vollständig integrierte KI-Cloud-Infrastruktur entwickeln — weg vom reinen Hardware-Einkauf, hin zu verzahnten Systemlösungen. Bestandteil der Allianz ist die sogenannte „Enterprise Readiness Initiative", ein Programm zur Skalierung KI-nativer Startups für den Unternehmenseinsatz. Venture-Firmen wie Insight Partners und Accel sind beteiligt; teilnehmende Unternehmen erhalten bis zu sechs Wochen Engineering-Unterstützung in den Bereichen Inferenzleistung, Datensicherheit und Skalierung.
Parallel zur Nvidia-Meldung schloss Nebius die Preisfestsetzung einer aufgestockten Wandelanleihe ab — ursprünglich auf 3,75 Milliarden Dollar ausgelegt, letztlich auf vier Milliarden erhöht, da die institutionelle Nachfrage die ursprüngliche Tranche überstieg. Die Struktur teilt sich in zwei Tranchen:
Der Nettoerlös von geschätzten 3,96 Milliarden Dollar soll in den Aufbau globaler Rechenzentren und den Kauf leistungsstarker GPUs fließen. Das Kapital ist nötig, um bestehende Großverträge zu bedienen — darunter ein 27-Milliarden-Dollar-Abkommen mit Meta Platforms und ein 19,4-Milliarden-Dollar-Infrastrukturvertrag mit Microsoft.
Nebius erzielte im Geschäftsjahr 2025 einen Umsatz von 529,8 Millionen Dollar — ein Plus von 479 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Im vierten Quartal 2025 wurde erstmals ein positives bereinigtes EBITDA ausgewiesen.
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Für 2026 plant das Unternehmen Investitionen zwischen 16 und 20 Milliarden Dollar, um die Rechenzentrums-Kapazität auf über 1,2 Gigawatt auszubauen. Das angestrebte annualisierte Wiederkehrende Umsatzziel liegt bei sieben bis neun Milliarden Dollar bis Ende 2026.
Die hohen Wandlungsprämien der Anleihen deuten darauf hin, dass institutionelle Investoren langfristig steigende Kurse erwarten. Entscheidend wird die operative Umsetzung: Die ersten großen Deployments für Meta und Microsoft sind für Anfang 2027 geplant — dann zeigt sich, ob Nebius die Kapazitätszusagen einhalten kann.
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