Wolford: Umsatz bricht um 14 Prozent ein ( Finanztrends)

Die österreichische Luxusmarke Wolford steckt in einer tiefen Krise. Eine diese Woche veröffentlichte Ad-hoc-Mitteilung offenbart einen dramatischen Umsatzrückgang von 14 Prozent auf nur noch 76 Millionen Euro für 2025. Die Bregenzer Ikone für Strumpfwaren kämpft unter neuem CEO um ihre Zukunft.

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Flächendeckende Talfahrt in allen Regionen

Die neuen Zahlen belegen eine Schwäche in allen Kernmärkten. In der EMEA-Region sanken die Erlöse um 12 Prozent. Noch härter traf es das Unternehmen in Übersee: Nordamerika verzeichnete ein Minus von 19 Prozent, der einstige Hoffnungsträger China brach um 18 Prozent ein. Der stationäre Handel mit eigenen Boutiquen erlitt den stärksten Rückgang von 27 Prozent, was Wolford auf Filialschließungen zurückführt. Selbst der Online-Verkauf schrumpfte um 15 Prozent. Einziger Lichtblick war das Großhandelsgeschäft mit einem Plus von 17 Prozent. Die vollständigen Jahreszahlen für 2025 werden Ende April erwartet.

Neuer CEO soll das Ruder herumreißen

Inmitten der Turbulenzen hat die Konzernmutter Lanvin Group die Führung neu aufgestellt. Seit 1. März ist Marco Pozzo neuer CEO. Der Manager, der bereits seit Juli 2025 als stellvertretender CEO im Vorstand saß, soll die laufenden Restrukturierungsmaßnahmen vorantreiben. Seine Aufgabe ist monumental: Er muss nicht nur die Finanzen stabilisieren, sondern der Marke eine klare strategische Ausrichtung geben. Die Entscheidung, eine geplante Kapitalerhöhung verstreichen zu lassen, deutet auf tiefe finanzielle Engpässe hin.

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Verlorene Markenidentität und Casualisierung

Branchenexperten sehen hausgemachte Probleme als Ursache. Wolford scheint seine einstige Klarheit verloren zu haben. Die Marke pendelt unentschlossen zwischen Luxusanspruch und Modetrends. Gleichzeitig hat die Nachfrage nach dem Kernprodukt – hochwertigen Strumpfhosen – nachgelassen. Die zunehmende Casualisierung der Mode und der Homeoffice-Boom setzen dem Geschäft zu. Erweiterungen des Sortiments um Bodywear und Kleidung konnten die Verluste nicht auffangen. Interne betriebliche Störungen führten zudem zu Lieferproblemen.

Im Strudel der schwächelnden Lanvin Group

Wolfords Krise ist Teil größerer Schwierigkeiten bei der Muttergesellschaft. Die Lanvin Group, zu der auch Marken wie Lanvin gehören, meldete für 2025 selbst einen Umsatzrückgang von 17,6 Prozent. Der chinesische Konzern, mehrheitlich von Fosun kontrolliert, hatte Wolford einst mit dem Versprechen eines globalen Aufschwungs übernommen. Bisher ist diese Strategie nicht aufgegangen. Die anhaltenden Verluste belasten die Bilanz der gesamten Gruppe.

Kann Marco Pozzo der Marke neue Relevanz einhauchen? Für das laufende Jahr kündigte das Management eine neue Produktstrategie an. Eine Rückkehr in die Gewinnzone wird kurzfristig jedoch nicht erwartet. Die Zukunft der österreichischen Traditionsmarke hängt an einem seidenen Faden.



(19.03.2026)

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