Studie: Gehirntraining senkt Demenzrisiko um 25 Prozent ( Finanztrends)

Eine 20-Jahre-Studie liefert erstmals den wissenschaftlichen Beweis: Ein spezielles Gehirntraining kann das Demenzrisiko langfristig senken. Die Ergebnisse könnten die Präventionsstrategien weltweit verändern.

Die neue Auswertung der wegweisenden ACTIVE-Studie zeigt einen klaren Effekt. Wer ein bestimmtes computergestütztes Gehirntraining absolvierte, hatte ein um 25 Prozent geringeres Risiko, später an Demenz zu erkranken. Dieser Schutzeffekt war selbst zwei Jahrzehnte nach den Trainingseinheiten noch messbar.

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Nur eine Trainingsart zeigte Wirkung

Die Studie begann bereits 1998 mit fast 3.000 gesunden Erwachsenen zwischen 65 und 94 Jahren. Die Probanden wurden in vier Gruppen eingeteilt. Drei Gruppen trainierten unterschiedliche Fähigkeiten: Gedächtnis, logisches Denken oder Verarbeitungsgeschwindigkeit. Eine vierte Gruppe diente als Kontrollgruppe.

Das überraschende Ergebnis nach 20 Jahren? Nur das sogenannte "Speed of Processing"-Training zeigte einen signifikanten Schutzeffekt. Klassische Gedächtnisübungen oder Logikrätsel hatten keinen vergleichbaren Langzeitnutzen für das Demenzrisiko.

Der Schlüssel: Booster-Sessions

Doch es gab eine wichtige Bedingung für den Erfolg. Der langfristige Schutz trat nur bei jenen Teilnehmern auf, die nach der Grundtrainingsphase zusätzliche Auffrischungseinheiten absolvierten. Diese "Booster-Sessions" fanden nach einem und nach drei Jahren statt.

Das erfolgreiche Training bestand aus computergestützten Übungen. Die Teilnehmer mussten visuelle Informationen auf einem Bildschirm schnell erfassen und verarbeiten. Das Programm passte die Geschwindigkeit und Komplexität kontinuierlich an die Leistungsgrenze des Nutzers an.

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Warum schützt gerade dieses Training?

Forscher vermuten einen tiefgreifenden Effekt. Das Geschwindigkeitstraining zielt auf fundamentale neuronale Prozesse ab – wie Aufmerksamkeit und die parallele Verarbeitung von Informationen. Diese Fähigkeiten sind entscheidend für komplexe Alltagsaufgaben.

Indem das Gehirn gezwungen wird, effizienter zu arbeiten, könnten neuronale Netzwerke gestärkt werden. Sie werden widerstandsfähiger gegen die altersbedingten Veränderungen, die zu Demenz führen. Der adaptive Charakter des Trainings scheint die Neuroplastizität, also die Anpassungsfähigkeit des Gehirns, nachhaltig zu fördern.

Ein Wendepunkt für die Prävention?

Die Ergebnisse kommen zu einem kritischen Zeitpunkt. Die globalen Demenzraten steigen, während medikamentöse Ansätze bisher nur begrenzt helfen. Die Entdeckung einer kostengünstigen, nicht-invasiven Intervention ist daher von enormer Bedeutung für das Gesundheitswesen.

Experten betonen: Selbst eine leichte Verzögerung des Krankheitsbeginns hätte massive positive Auswirkungen. Auf die Lebensqualität der Betroffenen – und auf die belasteten Gesundheitssysteme.

Die Studie unterstreicht eine wachsende Erkenntnis. Ein proaktiver Lebensstil, der gezieltes mentales Training einschließt, könnte ein Grundpfeiler der Demenzprävention werden. Die Zukunft liegt nun darin, solche validierten Programme einer breiten Bevölkerung zugänglich zu machen.



(20.03.2026)

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