Die Delivery Hero Aktie zeigte sich am Freitag unentschlossen. Nach Vorlage der Geschäftszahlen für 2025 rutschte der Kurs zunächst um über 8 Prozent ab, konnte die Verluste zwischenzeitlich aber nahezu vollständig aufholen. Am Ende stand ein Minus von 4,4 Prozent auf 19,50 Euro – und damit ein erneuter Rückschlag für die gebeutelte Aktie.
Die Zahlen selbst fielen durchwachsen aus. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen kletterte 2025 auf über 900 Millionen Euro, nach 692,5 Millionen Euro im Vorjahr. Der bestellte Bruttowarenwert erhöhte sich zu konstanten Wechselkursen um 9 Prozent auf knapp 49,2 Milliarden Euro, der Gesamtumsatz kletterte um fast ein Viertel auf 14,8 Milliarden Euro. Der freie Barmittelfluss übertraf 200 Millionen Euro – und sorgte damit für eine positive Überraschung.
Analysten zeigten sich uneinig in ihrer Bewertung. Annick Maas von Bernstein Research sprach von durchwachsenen Resultaten: Der Umsatz im Schlussquartal sei hinter den Erwartungen zurückgeblieben, während das Asien-Geschäft endlich wieder wachse. Andrew Ross von Barclays bewertete den Quartalsumsatz als "etwas mau". Monique Pollard von Citigroup bezeichnete den Zwischenbericht als enttäuschend und verwies darauf, dass das Unternehmen keinen konkreten Ausblick auf 2026 gegeben habe – dieser wird erst Ende März mit dem Jahresbericht erwartet.
Wassachon Udomsilpa von der kanadischen Bank RBC verwies auf überraschend starke negative Währungseffekte, die den Bruttowarenwert leicht unter die Erwartungen drückten. Das vergleichbare Wachstum habe jedoch positiv überrascht, trotz der im Schlussquartal deutlich gesunkenen Dynamik in der Mena-Region. Das Management berichtete von einer ermutigenden Entwicklung in Südkorea sowie einem wieder anziehenden Schwung in Saudi-Arabien im Dezember.
Die eigentliche Kursentwicklung wird derzeit ohnehin von anderen Faktoren bestimmt als vom operativen Geschäft. Zuletzt belastete ein Rückschlag in einem Gerichtsprozess in Italien, während Fantasie über mögliche Verkäufe einzelner Geschäftsaktivitäten zwischenzeitlich für Auftrieb sorgte. Im Dezember 2025 hatte das Unternehmen in einem Brief an die Aktionäre seine Unzufriedenheit mit der Aktienbewertung betont und die Prüfung strategischer Optionen zugesagt. Eine Gruppe institutioneller Anleger hatte bereits zuvor Druck auf das Management ausgeübt.
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Marcus Diebel von JPMorgan berichtete nach einer Telefonkonferenz mit dem Management von einer weiterhin starken Geschäftsdynamik. Er betonte jedoch, dass mögliche Abspaltungen von Geschäftsteilen derzeit der wichtigste Kurstreiber seien. Konkrete Äußerungen dazu blieben bislang aus.
Seit Jahresbeginn hat die im MDAX gelistete Aktie gut 10 Prozent verloren. 2025 stand ein Minus von fast 30 Prozent zu Buche. Seit dem Rekordhoch Anfang 2021 – während des Bestellbooms in der Pandemie – ist der Börsenwert um 80 Prozent eingebrochen. Die 20-Euro-Marke bleibt hart umkämpft.
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