Der traditionsreiche Druckmaschinenhersteller wagt endgültig den Sprung in die Verteidigungsindustrie. Mit der offiziellen Gründung des Joint Ventures ONBERG bündelt das Unternehmen seine industrielle Fertigungskompetenz mit amerikanisch-israelischer Sicherheitstechnologie. Dieser strategische Schwenk zielt auf einen Milliardenmarkt ab und soll dem Konzern eine völlig neue Perspektive abseits des Kerngeschäfts eröffnen.
Gemeinsam mit dem US-Partner Ondas Inc. hat die Heidelberger Druckmaschinen AG am Mittwoch das Gemeinschaftsunternehmen ONBERG Autonomous Systems aus der Taufe gehoben. Das Ziel ist klar definiert: Die Produktion und der Vertrieb von hochautomatisierten, KI-gestützten Drohnenabwehrsystemen. Dabei fungiert der bestehende Standort in Brandenburg an der Havel als zentraler Ankerpunkt für die Fertigung. Hier sollen die patentierten "Iron Drone"-Systeme gebaut werden, um zunächst kritische Infrastrukturen in Deutschland sowie in der Ukraine zu schützen.
Der Bedarf an solchen Schutzmaßnahmen ist gewaltig. Allein in der Bundesrepublik existieren rund 2.000 schützenswerte Infrastrukturobjekte. Deren umfassende Absicherung könnte Schätzungen zufolge Investitionen von bis zu 80 Milliarden Euro erfordern. Um den Aufbau von Vertriebs-, Entwicklungs- und Industrieproduktionskapazitäten finanziell zu stemmen, hat Heidelberg seine syndizierte Kreditlinie vorzeitig durch einen neuen Konsortialkredit ersetzt. Das auf 436 Millionen Euro aufgestockte Volumen sichert den finanziellen Spielraum bis in das Jahr 2030.
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An der Börse wird dieser radikale Wandel der Geschäftsstruktur aufmerksam verfolgt. Nach einem schwachen Jahresstart mit einem Minus von 31,53 Prozent seit Januar ging das Papier am Donnerstag bei 1,39 Euro aus dem Handel. Die neue Rüstungs-Strategie liefert dem stark gebeutelten Kurs nun eine fundamentale Neuausrichtung. Die ersten konkreten finanziellen Auswirkungen dieses Joint Ventures werden Anleger am 10. Juni 2026 analysieren können, wenn der Konzern seinen nächsten Jahresabschluss präsentiert.
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