Nach drei Verlusttagen in Folge atmet der japanische Aktienmarkt am Dienstag erstmals wieder auf. Der Nikkei 225 klettert zurück über die 53.900-Punkte-Marke – angetrieben von positiven Signalen aus Übersee und einem deutlichen Rückgang der Ölpreise.
Der entscheidende Impuls kam aus dem Rohstoffmarkt. Nachdem der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus wegen des Iran-Krieges praktisch zum Erliegen gekommen war, zeichnen sich erste zaghafte Entspannungssignale ab. US-Präsident Trump hat andere Nationen – darunter China, Japan, Frankreich und Südkorea – um Unterstützung bei der Sicherung der strategisch wichtigen Meerenge gebeten. West Texas Intermediate fiel daraufhin am Montag um rund 5,5 Prozent auf 93,33 Dollar pro Barrel. Das lindert zumindest kurzfristig die Inflationssorgen, die die Märkte zuletzt erheblich belastet hatten.
Dieser Rückenwind trug auch zur Rally an der Wall Street bei: Der Nasdaq legte 1,2 Prozent auf 22.374 Punkte zu, der S&P 500 stieg um 1,0 Prozent auf 6.699 Punkte, und der Dow Jones gewann 0,8 Prozent auf 46.946 Punkte – nach einer viertägigen Durststrecke ein spürbarer Stimmungswandel.
In Tokio profitieren vor allem Finanzwerte von der aufgehellten Stimmung. Sumitomo Mitsui Financial, Mizuho Financial und Mitsubishi UFJ Financial legen allesamt mehr als 1 Prozent zu – ein klarer Kontrast zum Montag, als die Bankenwerte noch unter Druck gestanden hatten.
Das Bild im Technologiesektor ist dagegen gemischt. Screen Holdings gewinnt über 2 Prozent, während Advantest knapp 2 Prozent nachgibt und Lasertec sogar mehr als 3 Prozent verliert. SoftBank Group, am Vortag noch mit einem kleinen Plus, gibt heute über 1 Prozent ab. Zu den auffälligsten Gewinnern zählt die Reederei Kawasaki Kisen Kaisha mit einem Kurssprung von fast 7 Prozent – ein deutlicher Hinweis darauf, dass Anleger auf eine baldige Normalisierung der Schifffahrtsrouten setzen.
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Beim Yen zeigt sich wenig Bewegung: Der Dollar notiert weiterhin in der unteren 159-Yen-Region.
Insgesamt hat der Nikkei 225 seit dem jüngsten Hoch mehr als 1.270 Punkte oder rund 2,3 Prozent eingebüßt. Die heutige Erholung ist ein erster Schritt – ob daraus eine nachhaltige Gegenbewegung wird, hängt maßgeblich davon ab, wie sich die Lage rund um die Straße von Hormus weiterentwickelt. Marktbeobachter mahnen zur Vorsicht: Solange Angriffe drohen und diplomatische Lösungen auf sich warten lassen, bleibt die Nervosität an den Märkten ein ständiger Begleiter.
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