An der New Yorker Börse feierte Diageo den St. Patrick's Day werbewirksam mit dem Läuten der Schlussglocke. Hinter der festlichen Fassade kämpft der Getränkeriese mit schrumpfenden Umsätzen und einer hohen Schuldenlast. Besonders das schwächelnde Geschäft in den Kernmärkten Nordamerika und China zwingt das Management zu drastischen Schritten bei der Dividende und der Portfoliostruktur.
Die jüngsten Geschäftszahlen verdeutlichen den operativen Druck: Der Halbjahresumsatz sank um 4,0 Prozent auf 10,46 Milliarden USD. Während die Regionen Europa, Lateinamerika und Afrika noch stabilisierend wirkten, belasteten vor allem die schwache Nachfrage nach Spirituosen in den USA und China das Ergebnis.
Als Reaktion auf diese Entwicklung hat Diageo die Zwischendividende auf 20 Cent pro Aktie gesenkt. Das Management etablierte zudem eine neue Ausschüttungspolitik, die künftig eine Quote von 30 bis 50 Prozent des Gewinns vorsieht. Um Anlegern eine gewisse Sicherheit zu bieten, wurde eine jährliche Mindestausschüttung von 50 Cent pro Aktie festgeschrieben. Die Skepsis am Markt bleibt dennoch hoch: Mit einem aktuellen Kurs von 16,80 Euro notiert das Papier nur noch hauchdünn über seinem 52-Wochen-Tief und hat auf Jahressicht über 32 Prozent an Wert verloren.
Um die Bilanz zu entlasten, treibt der Konzern die Bereinigung seines Portfolios voran. Der bereits angekündigte Verkauf von East African Breweries an den japanischen Konkurrenten Asahi soll im zweiten Halbjahr 2026 abgeschlossen werden. Die Transaktion wird mit rund 2,3 Milliarden USD bewertet.
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Dieses Kapital wird dringend benötigt, um die Nettoverschuldung von aktuell 21,7 Milliarden USD zu reduzieren. Analysten beobachten dabei genau, ob der angestrebte Free Cashflow von rund 3 Milliarden USD ausreicht, um den Verschuldungsgrad zu senken und gleichzeitig die revidierten Dividendenzusagen zu erfüllen. Zudem belasten weiterhin hohe Lagerbestände in wichtigen Absatzmärkten die Margen des Unternehmens.
Für das restliche Geschäftsjahr 2026 rechnet Diageo mit einem weiteren organischen Umsatzrückgang zwischen 2 und 3 Prozent. Die Stabilisierung der operativen Margen in einem wettbewerbsintensiven Umfeld bleibt die zentrale Herausforderung für die kommenden Monate. Ein wichtiger Meilenstein wird dabei der für die zweite Jahreshälfte erwartete Abschluss des milliardenschweren Brauerei-Verkaufs sein.
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