Studie: Deutsche fordern Werbeverbot für Kinder-Junkfood ( Finanztrends)

Eine deutliche Mehrheit der Deutschen befürwortet ein gesetzliches Werbeverbot für ungesunde Lebensmittel, die sich an Kinder richten. Das zeigt eine aktuelle Studie der Universität Heidelberg. Verbraucherschützer nutzen den Tag der gesunden Ernährung, um mit Verweis auf ein neues Gesetz in Großbritannien den Druck auf die Politik zu erhöhen.

Überraschend hohe Zustimmung für staatliche Eingriffe

Lange hieß es, die Bevölkerung lehne staatliche Regulierung als Bevormundung ab. Eine repräsentative Studie der Universität Heidelberg widerlegt das nun. Rund 2.000 Personen wurden zu ernährungspolitischen Maßnahmen befragt.

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Die Ergebnisse sind eindeutig: 71 Prozent der Befragten unterstützen ein Verbot von Werbung für zucker-, fett- oder salzhaltige Lebensmittel, die Kinder ansprechen. Noch populärer ist die Forderung nach kostenlosem Schulessen (84 Prozent). Sogar eine Zuckersteuer findet mit 52 Prozent eine Mehrheit. Die Studienautoren sehen darin ein klares Signal: Der Rückhalt für präventive Maßnahmen ist größer als der politische Diskurs vermuten lässt.

Großbritannien macht es vor – Deutschland debattiert

Während hierzulande noch diskutiert wird, hat Großbritannien bereits gehandelt. Seit Januar gilt dort ein umfassendes Werbeverbot für ungesunde Lebensmittel. TV-Spots für solche Produkte sind vor 21 Uhr tabu, Online-Werbung ist komplett verboten.

Deutsche Verbraucherschützer und Mediziner verweisen anlässlich des Aktionstages auf dieses Vorbild. Sie warnen: Deutschland droht in der Präventionspolitik den Anschluss zu verlieren. Die britischen Behörden erhoffen sich von den Maßnahmen einen deutlich geringeren Kalorienkonsum bei Kindern.

Wie Werbung das Essverhalten von Kindern prägt

Die Forderungen sind wissenschaftlich fundiert. Werbung beeinflusst das Ernährungsverhalten von Kindern massiv. In Deutschland sind etwa 15 Prozent der Kinder und Jugendlichen übergewichtig.

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Experten betonen: Kinder können den manipulativen Charakter von Werbung oft nicht durchschauen. Bunte Verpackungen und Comicfiguren prägen ihre Geschmacksvorlieben bis ins Erwachsenenalter. Besonders kritisch sehen Verbraucherschützer das Influencer-Marketing in sozialen Medien. Eine Erhebung des vzbv ergab, dass 72 Prozent der Verbraucher hier strengere gesetzliche Regeln fordern.

Wirtschaft warnt vor Folgen – Experten sehen Milliardenkosten

Trotz breiter Unterstützung stößt ein Werbeverbot auf massiven Widerstand der Lebensmittel- und Werbewirtschaft. Die Branche warnt vor gefährdeten Einnahmequellen für Medien und verweist auf die Eigenverantwortung der Eltern.

Gesundheitsexperten halten dagegen: Die Folgekosten ernährungsbedingter Krankheiten belasten das Gesundheitssystem mit milliardenschweren Summen. Der Schutz der Kindergesundheit und die Entlastung der Sozialkassen müssten schwerer wiegen als kurzfristige Umsatzinteressen. Die Debatte ist eröffnet – und der Druck auf die Politik wächst.



(09.03.2026)

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