Eine gigantische Staubwolke aus der Sahara überzieht Deutschland mit einem milchigen Schleier. Das Phänomen bringt spektakuläre Sonnenuntergänge, aber auch eine extrem hohe Feinstaubbelastung mit sich. Gesundheitsbehörden warnen empfindliche Personengruppen vor den Risiken.
Verantwortlich ist eine markante Großwetterlage: Ein Tief über Nordafrika wirbelt den Staub auf, ein stabiles Hoch über Mitteleuropa lenkt ihn direkt zu uns. Die Partikeldichte erreicht Spitzenwerte von bis zu 1300 Mikrogramm pro Quadratmeter – das ist fast das Dreifache eines normalen Wertes.
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Der feine Sand sinkt langsam zu Boden und bedeckt Autos, Fenster und Solaranlagen mit einer gelblich-braunen Schicht. Gleichzeitig sorgt er für atemberaubende Lichtspiele. In der dichten Staubschicht werden die Sonnenstrahlen gestreut, was zu intensiv roten und orangefarbenen Sonnenauf- und -untergängen führt.
Doch das Schauspiel hat eine ernste Kehrseite. Der Saharastaub besteht großteils aus PM10-Feinstaub. Diese winzigen Partikel dringen tief in die Atemwege ein und können die Schleimhäute reizen.
Gesundheitsexperten raten dringend, anstrengende Aktivitäten im Freien zu vermeiden. Besonders für Asthmatiker, Kindern und ältere Menschen stellt die schlechte Luftqualität ein Risiko dar. Sie kann zu Husten, Atemnot und einem allgemeinen Unwohlsein führen.
Saharastaub in Europa ist nicht neu. Deutschland wird im Schnitt an etwa 60 Tagen im Jahr von Ausläufern solcher Wolken gestreift. Die aktuelle Intensität und Dauer der Lage sind jedoch außergewöhnlich.
Im Frühling sind die Böden in der nördlichen Sahara besonders trocken. Schon moderate Winde können dann Millionen Tonnen Sand in die Atmosphäre befördern. Ob der Klimawandel solche Ereignisse häufiger macht, ist wissenschaftlich noch nicht eindeutig belegt. Klar ist aber: Mehr Dürre in Afrika bedeutet mehr loses Material für künftige Staubstürme.
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Eine schnelle Besserung ist nicht in Sicht. Die stabile Hochdrucklage hält voraussichtlich noch an. Erst in der kommenden Woche könnten aufziehende atlantische Tiefausläufer mit Regen für die nötige Luftwäsche sorgen.
Bis dahin lauten die Empfehlungen: Körperliche Anstrengung im Freien reduzieren, die Luftqualitätsvorhersagen im Auge behalten und die große Autowäsche besser verschieben. Denn eine erneute Staubablagerung in den nächsten Tagen ist sehr wahrscheinlich.
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