Stadträtin Vassilakou hat vergangene Woche nach Konsultation insbesondere mit uns Bürgerinnen und Bürgern eine mutige Entscheidung für die Zukunft des Althangrunds getroffen und im Gemeinderat öffentlich verkündet: Stopp des laufenden Flächenwidmungsverfahrens und Zusammenlegung mit dem Folgeverfahren nach dem Althanhattan-Wettbewerb.
“Auf halben Wegen und zu halber Tat mit halben Mitteln zauderhaft zu streben”, mit diesen Worten charakterisiert Franz Grillparzer treffend das urösterreichische Durchlavieren am Althangrund. Kurzzeitig herrschte nach dem unösterreichischen Schritt Vassilakous noch etwas Aufregung, als die Architektenkammer aufgrund der Stellungnahme des Bezirks Alsergrund zur Flächenwidmung die Kooperation beim Wettbewerbsverfahren zumindest kurzzeitig aussetzte. Jetzt aber wird, so hat es den Anschein, munter mit dem Wettbewerb fortgefahren, als wär’ nix geschehen.
Das Preisgericht für die erste Wettbewerbsstufe hat heute Dienstag mit der Jurierung begonnen und wird sie am Donnerstag mit der Auswahl von acht Architekturbüros für die zweite Wettbewerbsstufe beenden. Die Zwischenergebnisse der ersten Stufe (“Entwicklung des städtebaulichen Grundmusters”) werden entsprechend den Wettbewerbsrichtlinien der Kammer nicht öffentlich zu sehen sein. Zu Gesicht bekommen werden wir Bürgerinnen und Bürger die endgültigen Entwürfe erst in einer Ausstellung nach einem neuerlichen Preisgericht im April.
So mutig sich Vassilakou kürzlich gezeigt hat, so mutlos handelt in meinen Augen nun die Ausloberin 6B47. Angesichts der in den letzten Wochen laut gewordenen massiven Kritik an den Verfahren als auch an den Planungsgrundlagen wäre ein echter Neustart mit einem fundierten Rebriefing des Wettbewerbs die weitaus bessere Lösung als ein halbherziges Durchlavieren. Angebracht wäre, bei Anerkennung der von etlichen Architekturbüros in den letzten Wochen rund um Weihnachten und Neujahr erbrachten Leistungen, ein “Neustart plus” auf Basis der geleisteten Vorarbeiten, ein Überdenken und Überarbeiten der Planungsgrundlagen, Transparenz und eine fundierte öffentliche Debatte, anstatt weiterhin eine prall gefüllte Wunschliste der Politik mit vielen Unklarheiten und Unwägbarkeiten abzuarbeiten.
Warum etwa wird nicht der Fortbestand eines auch in den nächsten Jahrzehnten unbedeutenden Regionalbahnhofs doch noch einmal gründlich überdacht? Ein Bestemm der ÖBB aus welchen Gründen auch immer ist beim wichtigsten innerstädtischen Entwicklungsgebiet einfach nicht einzusehen. Studien zum anscheinend vorhandenen Potential des Personenbahnhofs sind bitte dringend öffentlich zu machen.
Was soll das im Leitbild so genannte “sozial gebundene” Wohnen sein? Schon das “leistbare Wohnen” ist überaus dehnbar, “sozial gebunden” (bitte googlen!) ist vollends wischiwaschi und nirgendwo sauber definiert. Es ist womöglich, vor allem an diesem Ort unserer Stadt, eine politische Wunschvorstellung vor dem Hintergrund leerer öffentlicher Kassen. Bemerkenswert ist, dass sich der Investor 6B47 selber gar nicht als Entwickler für geförderten Wohnbau sieht.
Dieses “sozial gebundene” Wohnen ist aber nur ein Teil des umfangreichen politischen Wunschkonzerts für eine Fläche, die nicht viel mehr als ein mittelgroßes Parkhaus umfasst: von Schule, Kindergarten, Ärztezentrum, Sozialeinrichtung, Gastronomie, Hochpark nicht zu vergessen, usw. usf. ist die Rede. Alles erst in einen städtebaulichen Vertrag zu gießen, der nur eine unverfängliche Umschreibung ist für - Achtung böse! - “Public Private Partnership”. Wer übrigens wird Eigentümer und damit unser Partner am Althangrund sein in zehn, zwanzig, dreißig Jahren?
Zu diesem großen Wunschkonzert in städtebaulichem STÜCKELWERK sollen die Architekten nun einen FLECKERLTANZ zum Besten geben. So wird das nix Gescheites. Das sagt mir mein Hausverstand mit Blick auf viele kleine und große Planungssünden in Wien, in denen organisierte Verantwortungslosigkeit ihr Werk tat. Setzen wir uns zusammen, reden wir miteinander, aber bitte beendet diesen unseligen Wettbewerb, an den niemand mehr wirklich glaubt."
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