Hamburg und Bonn setzen neue Regeln für schnelleren Wohnungsbau um. Während Hamburg seine Bauordnung bereits reformiert hat, bereitet Bonn die Umsetzung des Bundes-"Bau-Turbos" vor. Beide Städte wollen so den chronischen Wohnraummangel bekämpfen.
Seit Jahresbeginn gilt in Hamburg eine neue Bauordnung. Sie macht das Bauen einfacher und schneller. Für kleinere Wohngebäude ist jetzt oft keine Baugenehmigung mehr nötig. Auch Wärmepumpen, Ladestationen und Balkonkraftwerke installieren Bauherren komplett genehmigungsfrei.
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Das Umnutzen bestehender Gebäude wird attraktiver. Büros in Wohnungen umwandeln? Das geht jetzt mit weniger Auflagen. Eigentümer müssen Wände und Decken nicht mehr auf Neubaustandard bringen. Das spart Ressourcen und Geld.
Experimentelles Bauen fördert die Hansestadt ebenfalls. Innovative Wohnformen können genehmigt werden, auch wenn sie nicht alle Detailvorgaben erfüllen. Hauptsache, die Sicherheit bleibt gewahrt.
Trotz der Reform zeigt sich bisher ein gemischtes Bild. Der bundesweite Bau-Turbo hat in Hamburg noch nicht zu deutlich mehr Baugenehmigungen geführt. Die Wirkung scheint zeitverzögert einzutreten.
Parallel bereitet Bonn die Anwendung des Bundes-Bau-Turbos vor. Das Gesetz trat bereits im Oktober 2025 in Kraft. Jetzt erarbeitet die Stadtverwaltung Leitlinien für die konkrete Umsetzung.
Der Turbo steckt vor allem im neuen Paragrafen 246e des Baugesetzbuches. Kommunen können Wohnungsbauvorhaben schneller genehmigen – ohne vollständiges Bebauungsplanverfahren. Diese Sonderregelung gilt bis Ende 2030.
Ein zentraler Punkt: Die Zustimmung der Gemeinde gilt als erteilt, wenn sie innerhalb von drei Monaten nicht widerspricht. Das macht Planungsverfahren kalkulierbarer. Die Bundesregierung will so bezahlbaren Wohnraum vor allem in dicht besiedelten Gebieten schaffen.
Zum Paket gehört auch der verlängerte Umwandlungsschutz. Bis 2030 bleibt die Umwandlung von Miet- in Eigentumswohnungen in angespannten Märkten begrenzt. So sollen bestehende Mietstrukturen erhalten bleiben.
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Die neuen Regeln stoßen auf verschiedene Herausforderungen. Legislative Änderungen allein reichen nicht aus, um den Wohnungsbau sofort zu beleben. In Hamburg zeigt sich das bereits.
Für Bonn beginnt die eigentliche Arbeit jetzt erst. Der Erfolg hängt maßgeblich davon ab, wie die Stadt die neuen Spielräume nutzt. Interne Prozesse müssen effizienter werden. Der Bau-Turbo ersetzt keine vollständige Bauprüfung. Nachbarliche Interessen und öffentliche Belange bleiben zu berücksichtigen.
Analysten sehen in den Vorstößen eine überfällige Korrektur. Doch die Bürokratie ist nur ein Hemmnis. Hohe Baukosten und Fachkräftemangel bremsen den Wohnungsbau weiter aus. Die Kombination aus Bundeserleichterungen und lokalen Initiativen könnte den Druck auf dem Wohnungsmarkt mindern – wenn sie klug umgesetzt wird.
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