Die italienische Bankenlandschaft steht vor einem massiven Umbruch. Mit der geplanten Fusion von Banca Monte dei Paschi di Siena (MPS) und Mediobanca entsteht ein neuer Branchenriese, der die Machtverhältnisse im Sektor neu ordnen soll. Für Anleger markiert dieser Schritt das Ende einer Ära und den Beginn einer ambitionierten Integrationsphase.
Die Verwaltungsräte beider Institute haben dem Fusionsplan am Dienstag offiziell zugestimmt. Kern der Vereinbarung ist ein festes Umtauschverhältnis: Für jede Mediobanca-Aktie erhalten Aktionäre 2,45 Papiere der MPS. In diesen Wert ist bereits ein Aufschlag von drei Prozent auf die aktuellen Marktpreise eingerechnet, wobei die geplanten Dividendenausschüttungen für das Geschäftsjahr 2025 – 0,86 Euro bei MPS und 0,63 Euro bei Mediobanca – berücksichtigt wurden.
Doch was versprechen sich die Institute von diesem Kraftakt? Die Verantwortlichen zielen vor allem auf industrielle Synergien ab, die sich bis Ende 2026 auf rund 700 Millionen Euro belaufen sollen. Die Integration ist fester Bestandteil des strategischen Fünfjahresplans von MPS und soll die Wettbewerbsfähigkeit des kombinierten Konzerns deutlich stärken.
Ein markanter Punkt des Deals ist die organisatorische Neuausrichtung. Die Bereiche Investmentbanking und Private Banking werden in eine neue, nicht börsennotierte Gesellschaft namens „Mediobanca“ SpA ausgegliedert. Diese Tochtergesellschaft wird künftig auch die strategisch wichtige Beteiligung an der Versicherung Generali halten. Damit verabschiedet sich der Name Mediobanca nach sieben Jahrzehnten vom öffentlichen Parkett.
Die neue Aktionärsstruktur wird maßgeblich von Großinvestoren geprägt sein. Die Holding Delfin wird mit 16,1 Prozent zur stärksten Kraft aufsteigen, gefolgt von der Caltagirone-Gruppe und Blackrock. Auch der italienische Staat bleibt über das Finanzministerium mit 4,5 Prozent beteiligt, während der Streubesitz bei 62 Prozent liegen wird.
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Trotz der Einigung ist der Weg bis zum geplanten Abschluss Ende 2026 noch weit. Die Fusion steht unter dem Vorbehalt der Genehmigung durch die Europäische Zentralbank (EZB) und die Bank von Italien. Zudem muss die italienische Regierung die Transaktion im Rahmen der „Golden Power“-Regelungen prüfen, um nationale strategische Interessen zu wahren.
An der Börse wurde die Nachricht gestern positiv aufgenommen. Mit einem Schlusskurs von 7,37 Euro liegt die MPS-Aktie zwar rund 28 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch, zeigt aber nach den deutlichen Verlusten der vergangenen 30 Tage eine erste Stabilisierungstendenz.
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