Der Augsburger Antriebsspezialist Renk hat im abgelaufenen Jahr glänzende Geschäfte gemacht und historische Bestmarken erzielt. Doch statt Jubel herrscht bei den Anlegern Ernüchterung, denn die Prognose für 2026 drückt auf die Stimmung. Warum reicht ein proppevolles Auftragsbuch am Aktienmarkt plötzlich nicht mehr aus?
Im Geschäftsjahr 2025 profitierte das Unternehmen massiv von der weltweit anhaltend hohen Nachfrage im Verteidigungssektor. Der Umsatz kletterte um knapp ein Fünftel auf 1,37 Milliarden Euro. Besonders das Segment für Fahrzeugmobilitätslösungen (Vehicle Mobility Solutions) erwies sich mit 872 Millionen Euro als zentraler Wachstumsmotor.
Auch unter dem Strich verdiente Renk deutlich mehr. Das bereinigte operative Ergebnis (EBIT) stieg um knapp 22 Prozent auf 230 Millionen Euro, der Nettogewinn verdoppelte sich nahezu auf 101,3 Millionen Euro. Angesichts dieser soliden Basis plant das Management, die Dividende für die Aktionäre um 38 Prozent auf 0,58 Euro je Anteilsschein anzuheben.
Trotz dieser Erfolgsmeldungen und eines massiven Auftragsbestands von 6,68 Milliarden Euro reagierte der Markt abweisend. Der Grund liegt in den Zielen für das laufende Jahr 2026. Zwar peilt Renk einen Umsatz von über 1,5 Milliarden Euro und ein bereinigtes EBIT zwischen 255 und 285 Millionen Euro an. Marktbeobachter äußerten sich jedoch kritisch zu dieser Prognose sowie zur erwarteten Entwicklung des Barmittelflusses.
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Diese Skepsis spiegelt sich direkt in der jüngsten Kursentwicklung wider. Die Aktie rutschte in den vergangenen sieben Tagen um 6,30 Prozent ab und ging am Freitag bei 55,51 Euro aus dem Handel. Damit notiert das Papier mittlerweile gut 12 Prozent unter seiner 200-Tage-Linie, was den aktuellen Abwärtsdruck verdeutlicht.
Um das Vertrauen der Investoren nachhaltig zu stärken, muss Renk nun beweisen, dass sich das immense Auftragsvolumen zügig in starken Cashflow umwandeln lässt. Eine zentrale Rolle spielt dabei die Expansion in Nordamerika. Mit neuen Support-Verträgen über 50 Millionen US-Dollar und geplanten Investitionen von 150 Millionen US-Dollar im Bundesstaat Michigan richtet sich der Konzern operativ auf weiteres Wachstum aus. Die zügige Umsetzung dieser US-Projekte wird in den kommenden Quartalen maßgeblich über die weitere Entwicklung der Profitabilität entscheiden.
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