Barrick liefert operativ starke Zahlen und erhöht die Dividende deutlich. Trotzdem war die Aktie diese Woche spürbar unter Druck. Der Grund: Der Goldpreis drehte abrupt nach unten – und ausgerechnet für 2026 stellt das Management eine niedrigere Produktion in Aussicht.
Der unmittelbare Auslöser für die Schwäche war die hohe Volatilität am Edelmetallmarkt. Zu Wochenbeginn hatten militärische Spannungen im Nahen Osten den Goldpreis zunächst nach oben getrieben. Dann kam die Kehrtwende: Ein festerer US-Dollar machte die Gewinne schnell wieder zunichte und setzte Gold (und Silber) unter Druck.
Für einen Produzenten wie Barrick ist das mehr als ein Stimmungsthema. Ein sinkender Goldpreis trifft die Margen direkt – und das in einer Phase, in der Investoren besonders sensibel auf jedes Signal zu Kosten und Fördermengen reagieren. Entsprechend rutschte die Aktie auf Wochensicht um -8,89%.
Fundamental lieferte das vierte Quartal 2025 dagegen ein sehr robustes Bild: Barrick meldete 6,0 Mrd. US-Dollar Umsatz, 2,73 Mrd. US-Dollar operativen Cashflow und 1,62 Mrd. US-Dollar Free Cashflow. Auch auf Jahressicht zog der freie Cashflow kräftig an: 2025 lag er bei 3,9 Mrd. US-Dollar, ein Plus von 194%.
Bemerkenswert ist auch die Ausschüttungsseite. Für das vierte Quartal erhöhte Barrick die Dividende auf 0,42 US-Dollar je Aktie – 140% mehr als im dritten Quartal. Künftig soll insgesamt 50% des zurechenbaren Free Cashflows (annualisiert) an die Aktionäre fließen, kombiniert aus einer festen Basisdividende und einer jährlichen „Top-up“-Komponente. Die Q4-Dividende wird laut Unternehmen am 16. März 2026 ausgezahlt (Record Date: 27. Februar 2026). Zusätzlich verweist Barrick auf 2,4 Mrd. US-Dollar an Rückflüssen an Aktionäre im Jahr 2025 (Dividenden und Rückkäufe), davon 1,5 Mrd. US-Dollar über Aktienrückkäufe.
Warum also die Nervosität trotz Rekord-Cashflow? Der Blick nach vorn fällt vorsichtiger aus. Barrick rechnet 2026 mit einer Goldproduktion von 2,9 bis 3,25 Mio. Unzen, nach 3,26 Mio. Unzen im Jahr 2025. Gleichzeitig bleibt das Kostenthema präsent: Die Prognose für die Gesamtkosten (AISC) liegt 2026 bei 1.760 bis 1.950 US-Dollar je Unze (unterstellt wird dabei ein Goldpreis von 4.500 US-Dollar). Schon 2025 stiegen die AISC laut Unternehmen um 10% auf 1.637 US-Dollar – unter anderem, weil die Produktion niedriger ausfiel, teilweise wegen der Aussetzung des Betriebs der Mine Loulo-Gounkoto.
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Das erklärt auch, warum positive Rückblicke an der Börse nicht automatisch helfen: Wenn Fördermenge sinkt und Kosten pro Unze steigen, wird künftiges Gewinnwachstum stärker vom Goldpreis abhängig.
Ein potenzieller Kurstreiber für 2026 ist der geplante (teilweise) Börsengang der nordamerikanischen Goldassets gegen Ende 2026. Der Verwaltungsrat hat dafür Vorbereitungen beschlossen, um nach eigener Darstellung „Shareholder Value“ zu heben, unter anderem über die Nevada-Joint-Ventures.
In diesem Zusammenhang gab es auch eine wichtige Personalie: Mark Hill wurde zum President und CEO ernannt und in den Board berufen, um den IPO-Prozess zu führen. Operativ setzt Barrick zudem auf Wachstum in Nevada, insbesondere beim zu 100% gehaltenen Fourmile-Projekt: Dort wurde die ausgewiesene Ressource zum zweiten Jahr in Folge erhöht (u.a. 2,6 Mio. Unzen „indicated“ und 13 Mio. Unzen „inferred“). Die Bohrinvestitionen sollen auf 150–160 Mio. US-Dollar steigen (nach 91 Mio. US-Dollar in 2025).
Unterm Strich prallen damit zwei Kräfte aufeinander: kurzfristiger Gegenwind aus Goldpreis-Dreh und Produktionsausblick – und gleichzeitig finanzielle Stärke mit Rekordliquidität (zum Ende von Q4: rund 6,7 Mrd. US-Dollar Cash) plus ein konkreter Umbauplan über den Nordamerika-IPO, der später 2026 zur entscheidenden Wegmarke werden dürfte.
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