Frequentis-CEO Norbert Haslacher im börsenradio-Interiew zu den vorgelegten Zahlen: "Wir sind in allen Geschäftsbereichen und allen Regionen gewachsen. Wir haben 621 Mio. Euro Auftragsbestand, das ist auch ein 100 Prozent garantierter Auftrag. Da sind Verträge enthalten, die über zwei oder drei Jahre ausgerollt werden."
Zur Saisonalität des Ergebnisses: "Das EBIT ist zum Halbjahr aufgrund der Saisonalität im Public Sektor immer negativ. Im Public Sector werden im 2. Halbjahr die Projekte abgeschlossen und damit kommt auch der entsprechende Umsatz und der entsprechende Deckungsbeitrag im 2. Halbjahr. Dieses Muster hat sich über die vergangenen 15 Jahre nicht verändert. Bezüglich EBITDA ist es schon so, dass die Inflation in Österreich und die höheren Kollektivvertragsabschlüsse dazu geführt haben, dass wir in den letzten zwei Jahren 14 Prozent höhere Gehaltskosten haben. Das hat sich in der Profitabilität niedergeschlagen. Wir müssen jetzt versuchen, unsere erhöhten Kosten auf die Kunden umzulegen. An unserer Guidance hat sich aber nichts geändert. Wir rechnen mit 6 Prozent EBIT-Marge."
Zur Akquisition der Groiss Informatics: "Mit Groiss arbeiten wir schon seit 15 Jahren zusammen. Wir haben ein ganz tolles Workflowmanagement-Tool. Die Firma stand zum Verkauf, weil der Eigentümer in Pension gehen wollte. Die Firma wird uns keine großen Umsatzsprünge bringen, sichert uns aber eine Technologie ab, die wir in vielen unserer Produkte im Einsatz haben. Vor allem wenn es um Datenapplikationen auf den Arbeitsplätzen der Lotsinnen und Lotsen geht, um Automatisierung zu ermöglichen. Es war wichtig, dass wir diese Kapazität und dieses Know how in die Firma bekommen. Der Kaufpreis ist überschaubar, es waren ein paar hundert tausend Euro. Inhaltlich ist der Zukauf wichtig, da wir glauben, mit den datengetriebenen Lösungen in den Kontrollzentralen auch mehr Workflow-Automatisierung notwendig sein wird. Und dafür brauchen wir Workflow-Tools. Auch intern nutzen wir das Tool."
Zu ev. weiteren M&A-Aktivitäten: "Wir haben in der Post-Merger Integration einiges gelernt. Ein Unternehmen zu kaufen ist das eine, es zu integrieren das andere. Wir haben bisher eine gute Auswahl getroffen, weil es kulturell einen guten Match gibt. Wir sind mit der Integration der zugekauften Unternehmen noch nicht fertig. Das schmälert aber nicht unseren Appetit. Wir analysieren ca. 25 bis 30 Unternehmen pro Jahr."
https://audio-cd.at/page/brn/43607/
(Der Input von boersen radio.at für den http://www.boerse-social.com/gabb vom 16.08.)
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