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ATX-Trends: Zumtobel, Valneva, Amag, Bawag, Flughafen Wien, Lenzing, Immofinanz ...

Der zurückgekehrte Optimismus im internationalen Handelsstreit gab den wichtigsten europäischen Börsen zum Wochenstart weiteren Auftrieb, allerdings musste ein guter Teil der Gewinne wieder abgegeben werden und unterm Strich verblieb nur ein geringer Zuwachs. Der Dax rutschte im späten Handel sogar in negatives Terrain ab. Aus Branchensicht erfreuten sich die Medienwerte der besonderen Gunst der Anleger, der Sektor konnte ein Plus von 1,0% erzielen. Bei Ahold Delhaize kam der Pressebericht vom Freitag zum Tragen, wonach Amazon die Eröffnung Dutzender Lebensmittel-Supermärkte in den USA plant, und der Titel musste einen Abschlag von 2,4% hinnehmen. Novartis konnte eine positive Wirkstoffstudie vorlegen, nach der ein neues Mittel gegen Schuppenflechte schnelle Reaktion und hohe Wirksamkeit zeigt, dennoch musste die Aktie gestern mit einem Minus von 2,3% schliessen.

Stärkster Wert im EuroStoxx war der Chipindustrie-Ausrüster ASML mit einem Plus von 1,5%. Negative Aussagen der britisch-spanischen Fluggesellschaft IAG zu den verfügbaren freien Barmitteln brachten das Papier in London 4,8% nach unten. Das belastete die gesamte Branche der Reise- und Freizeitwerte, die mit einem Minus von 0,7% schwächster Sektor in Europa war. Auch Air France-KLM musste eine 3,2% tiefere Notierung hinnehmen, Lufthansa schloss 1,8% schwächer. Bayer profitierte von der Meldung, dass einem Präparat für die Behandlung von Tumoren ein Sonderstatus als Mittel gegen seltene Leiden zugestanden wurde, was den Zulassungsprozess erleichtert, dadurch konnte die Aktie ein Plus von 1,9% erringen. Linde knüpfte an die Freitagsabgaben an und schloss weitere 1,9% schwächer. Fresenius Medical Care litt unter einem Medienbericht, wonach die US-Regierung an einem neuen Vergütungsansatz für Dialysepatienten arbeite, der eine kostengünstigere Behandlung zu Hause bevorzugen soll, und rutschte mit einem Minus von 2,2% ans Dax-Ende. Wacker Chemie profitierte von einer Preissteigerung bei Polysilizium und konnte 4,6% zulegen, der Gabelstaplerhersteller Kion legte dank einer positiven Analystenstimme in gleichem Ausmaß zu.

Nach einem äußerst ruhigen Handelstag konnte sich der ATX um 0,2% verbessern. Makroökonomische Impulse fehlten, auch bei den einzelnen Unternehmen war der Nachrichtenfluss sehr dünn. Rosenbauer war wieder hoch oben in der Gunst der Anleger angesiedelt und schloss mit einem Plus von 3,7%, zwischenzeitlich hatte der Titel sogar ein Vier-Monats-Hoch erreicht. Porr konnte sich um 2,1% verbessern, der heimische Baukonzern übernimmt die Brunnenbaufirma Reisinger, der Kauf soll im April abgeschlossen werden. Immofinanz konnte den Vermietungsgrad seines Bestandsportfolios im abgelaufenen Jahr auf die neue Rekordmarke von 95,8% steigern, auf Grund dieser Meldung konnte der Titel 0,6% zulegen. Die Raiffeisen Bank International litt unter einem Medienbericht, wonach der 2012 ermordete Wiener Rechtsanwalt Erich Rebasso über ein einziges Wiener Raiffeisen-Konto in kaum mehr als einem Jahr rund 100 Millionen Dollar zu Offshore-Firmen mit Sitz in Panama und auf den Britischen Jungferninseln geschleust haben soll, und schloss mit einem Abschlag von 1,6% als schwächster Wert im ATX. Besser verlief der Tag für die beiden anderen Bankentitel, Bawag konnte sich um 1,0% verbessern, die Erste Group schloss 0,2% befestigt. Gemischt verlief der Tag für die Ölwerte, während die OMV ein leichtes Minus hinnehmen musste und 0,1% schwächer schloss, gab es für Schoeller-Bleckmann einen Tagesgewinn von 2,3%. Weiter im Vorwärtsgang waren die Versicherungen, Vienna Insurance Group legte um 1,9% zu, bei Uniqa kam es zu einer Kursverbesserung von 2,1%. AMAG war ebenfalls gesucht und erzielte einen Aufschlag von 2,2%, auch der Flughafen Wien legte weiter zu und zog um 1,6% an. Aber alles wurde von Lenzing in den Schatten gestellt, der Faserhersteller hatte einen grandiosen Tag und konnte einen Kurszuwachs von 5,8% erzielen. Knapp dahinter folgte Valneva mit einem Tagesgewinn von 4,4%.

Mangels neuer konkreter Nachrichten bei den Handelsgesprächen zwischen den USA und China gaben die US-Börsen gestern während des Tages deutlich ab, konnten dann aber in den letzten Handelsstunden doch wieder zulegen. Dennoch blieb für den Dow Jones ein Tagesminus von 0,8% bestehen, der Nasdaq 100 konnte hingegen nahezu unverändert schliessen. Unter Druck geriet vor allem der Gesundheitssektor auf Grund der Pläne der US-Regierung, Dialysepatienten verstärkt zu Hause zu behandeln, DaVita Health Care beispielsweise büßte 2,8% ein. Weiter nach unten ging es für die Drogerien- und Apothekenkette Walgreens mit einem Abschlag von 2,8%, United Health  war mit einem Minus von 4,1% schwächster Wert im Dow Jones. Stärkster Wert im weltweit wichtigsten Index war DowDuPont mit einer Verbesserung von 1,7%. Bei Kraft Heinz konnte die Erholung weiter fortgesetzt werden, auf Grund einer Empfehlungsaufstufung auf „Equal Weight“ durch Morgan Stanley konnte der Titel ein Plus von 2,6% erzielen. Newmont Mining lehnte Übernahmeangebot des Konkurrenten Barrick Gold im Volumen von knapp 18 Milliarden US-Dollar als nicht gut genug ab. Stattdessen bot der Newmont-Verwaltungsrat eine Kooperation beider Aktivitäten im US-Bundesstaat Nevada an. Newmont gewann 1,9% dazu, Barrick erzielte ein Plus von 1,6%.

Verbessert präsentierten sich die Ölpreise, Brent legte 0,9% zu, WTI kletterte 1,4% nach oben. Gold wird weiter verkauft, auch gestern ging es für das Edelmetall beständig nach unten, gegen Abend wurde ein Kurs von rund 1.286 US-Dollar gefunden. Auch der Euro musste gegen den US-Dollar während fast des gesamten Tagesverlaufes abgeben, das Währungspaar wurde gegen Tagesende bei einem Wert von rund 1,134 gehandelt.

In Europa sind die Börsen unverändert indiziert. Die asiatischen Märkte schliessen uneinheitlich. Von der Makroseite gibt es heute den Einkaufsmanager-Index aus der Eurozone, von der Unternehmensseite berichtete bereits Zumtobel .

UNTERNEHMENSNACHRICHTEN

Zumtobel Group

Der heimische Lichttechnikproduzent Zumtobel präsentierte heute seine Q3/2018/19 Zahlen. Der Gruppenumsatz fiel im dritten Quartal im Vorjahresvergleich aufgrund eines weiterhin herausfordernden Marktumfelds, insbesondere in UK und negativen FX-Effekten um 5,3% auf €268,7 Mio.. Sowohl das EBITDA (-96,4% auf €0,4 Mio.) als auch das EBIT (€-12 Mio. ggü. Vj. €-2,2 Mio.) gingen im Vergleich zum Vorjahr deutlich zurück. Das Periodenergebnis verschlechterte sich von €-9,3 Mio. auf €-14,8 Mio.. Insbesondere die Restrukturierungsmaßnahmen (verschlanktes Management Team, Schließung Komponentenwerk Burgenland) drückten auf die Ergebnisse. Die Guidance für das aktuelle Geschäftsjahr wurde bestätigt. Demnach wird im Vergleich zum Vorjahr eine leichte Verbesserung des bereinigten EBIT  erwartet (GJ 2017/18 €19,7 Mio.). Mittelfristig hat sich das Unternehmen eine EBIT-Marge von circa 6% bis zum Geschäftsjahr 2020/2021 zum Ziel gesetzt.

Q3-18/19: Umsatzerlöse: €268,7 Mio. (277,5e); EBITDA: €0,4 Mio. (Vj. 11,7); EBIT: €-12,0 Mio. (-1,5e); Periodenergebnis: €-14,8 Mio. (Vj. -9,3)



(05.03.2019)



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Mario Tunkowitsch

Research Wiener Privatbank

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