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Sind Amazon und Jeff Bezos plötzlich Buhmänner? (Christian-Hendrik Knappe)

Die Amazon-Aktie kam zuletzt kaum vom Fleck, nachdem das Papier jahrelang fast nur den Weg nach oben kannte. Die jüngste Kursschwäche hat jedoch nicht unbedingt etwas mit mangelndem Geschäftserfolg zu tun.

Über ein Jahr lang suchte Amazon in den USA nach einem Standort für ein „zweites Hauptquartier“ neben dem Firmensitz in Seattle im US-Bundesstaat Washington. Am Ende entschied man sich für zwei Standorte, in Long Island City im New Yorker Stadtteil Queens und in Arlington im US-Bundesstaat Virginia in der Nähe der Hauptstadt Washington. Doch nun wird das New Yorker Projekt aufgrund von Widerständen in der Bevölkerung und der lokalen Politik nicht realisiert. Vor Ort wird befürchtet, dass dem Unternehmen für die Ansiedlung zu große Steuergeschenke unterbreitet wurden. Außerdem könnten die vielen hochbezahlten Fachkräfte aus dem Technologiebereich für einen Anstieg der Immobilienpreise sorgen, ähnlich wie es in einigen Gegenden an der US-Westküste der Fall ist.

Auch aus einem anderen Grund ist Amazon derzeit nicht nur an den Finanzmärkten ein Thema. Diskutiert wird neben der anstehenden Scheidung von Konzernchef und Gründer Chef Jeff Bezos, dem reichsten Menschen auf diesem Planeten, auch sein Streit mit dem US-Boulevardmagazin „National Enquirer“. Wenn man sich den Kursverlauf der Amazon-Aktie in den vergangenen Tagen und Wochen anschaut, wird man das Gefühl nicht los, dass diese Nachrichten auch auf die Anlegerstimmung gedrückt haben.

Besonders gut kam auch ein zu Jahresbeginn 2019 an Microsoft verlorener Auftrag der US-Regierung nicht an. Das US-Verteidigungsministerium meldete am 11. Januar, dass ein rund 1,76 Mrd. US-Dollar schwerer Auftrag zur Lieferung von Dienstleistungen im Cloud-Bereich für das Pentagon, die Küstenwache und die Nachrichtendienste an Microsoft gegangen sei. Amazon ging dagegen leer aus.

Trotz dieses Rückschlags bleibt der Cloud-Bereich (Amazon Web Services, AWS) für Amazon ein wichtiger Wachstumstreiber. Zumal das Cloud-Geschäft sehr profitabel ist und dafür sorgt, dass Amazon seit langer Zeit endlich auch auf der Ergebnisseite einige Erfolge einfahren kann. Laut Unternehmensangaben vom 31. Januar 2019 wuchsen die AWS-Umsätze im Schlussquartal 2018 gegenüber dem Vorjahr um 45 Prozent auf 7,4 Mrd. US-Dollar. Das operative Ergebnis des Bereichs wurde sogar um 61 Prozent auf 2,2 Mrd. US-Dollar verbessert.

Konzernweit lagen die Umsatzerlöse bei 72,4 Mrd. US-Dollar und damit 20 Prozent höher als im Vorjahr, während der operative Gewinn von 2,1 Mrd. US-Dollar im Vorjahr auf nun 3,8 Mrd. US-Dollar verbessert wurde. Für diese positive Entwicklung sorgte nicht nur AWS, sondern auch der Online-Handelsplatz. Dieser lief zu Weihnachten auf Hochtouren. Ein weiterer Grund, warum sich Amazon auf einem guten Weg befindet, obwohl das Unternehmen zuletzt mit ein wenig Gegenwind fertig werden musste. Jahrelang wurde Amazon dafür kritisiert, Milliarden zu investieren und dafür die Gewinne zu vernachlässigen. Inzwischen scheinen sich diese hohen Investitionen jedoch auszuzahlen, nicht nur im Cloud-Geschäft.

Spekulative Anleger, die steigende Kurse der Amazon-Aktie erwarten, könnten mit einem klassischen Optionsschein Call der Deutschen Bank (WKN DS4WY3, Laufzeit bis zum 18.12.2019) auf ein solches Szenario setzen. Der Hebel dieses Optionsscheins liegt derzeit bei 11,93. Wer aber als spekulativer Anleger eher short-orientiert ist, könnte mit einem klassischen Optionsschein Put der Deutschen Bank (WKN DS2RQ1, aktueller Hebel 11,64; Laufzeit bis zum 18.12.2019) auf fallende Kurse der Amazon-Aktie setzen.

Stand: 18.02.2019



(20.02.2019)

Amazon, Ken Wolter / Shutterstock.com , Ken Wolter / Shutterstock.com, (© www.shutterstock.com)


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Christian-Hendrik Knappe

Deutsche Bank, X-markets, Produkt-Spezialist https://www.xmarkets.db.com/...

>> https://www.xmarkets.db.com/DE


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