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ATX-Trends: Telekom Austria, FACC, Semperit ... (Wiener Privatbank)

Zunächst drückte neben dem schwelenden Handelskonflikt USA/China und der politischen Entwicklung in Italien auf die Stimmung, dass die USA Importzölle auf Kraftfahrzeuge in Erwägung ziehen. Der Sektorindex der Autos verlor 1,9 Prozent. Am Nachmittag verstärkte sich der Abwärtsdruck dann, nachdem US-Präsident Trump das Treffen mit Nordkoreas Diktator Kim Jong Un abgesagt hatte. Deutsche Bank und Commerzbank fielen beide auf neue Jahrestiefststände und gaben 4,8 Prozent bzw. 6,5 Prozent ab. Während die Branche woanders floriere, seien die deutschen Häuse mit sich selbst beschäftigt, hieß es. Die Deutsche Bank hatte zudem bekanntgegeben, dass sie die Investmentsparte verkleinert, was das Jahresergebnis 2018 belasten wird.  Der ATX verlor 1,4%, verkauft wurden u.a. Bawag nach den Ergebnissen zum 1. Quartal (-5,0%), FACC (-5,4 %) und Telekom Austria (-2,5%).

Die Zuspitzung des Koreakonflikts dämpfte die Stimmung. Dass sich die Verluste dennoch in Grenzen hielten, war laut Beobachtern Konjunkturoptmismus und der Erleichterung über das unerwartet taubenhaft ausgefallene Sitzungsprotokoll der US-Notenbank vom Mittwoch zu verdanken. Mit seiner Androhung neuer Importzölle auf Kraftfahrzeuge gab US-Präsident Trump den Aktien der US-Hersteller Ford (+1,6 Prozent) und GM (+1,4 Prozent) Auftrieb. Schwächster Sektor waren im Sog fallender Ölpreise die Energiewerte mit Abgaben von durchschnittlich 1,7 Prozent. L Brands gewannen 3,4 Prozent. Geschäftszahlen und Ausblick des Textilkonzerns hatten zwar enttäuscht, gut kamen aber geplante Kostensenkungen an. Nach dem Geschäftsausweis büßten die Titel des Unterhaltungselektronikhändlers Best Buy 6,7 Prozent ein. Kroger schlossen kaum verändert, nachdem die Supermarktkette den Kauf des Kochboxenanbieters Home Chef angekündigt hatte.Die wieder gesunkenen Zinserhöhungserwartungen nach dem Fed-Protokoll und das abgesagt Gipeltreffen in der Koreakrise sorgten am Anleihemarkt für Käufe, die Renditen gaben weiter nach. Die Rendite zehnjähriger US-Anleihen sank um 2 Basispunkte auf wieder unter 3,00 Prozent.

Die Stimmung in den Chefetagen der deutschen Wirtschaft dürfte sich im Mai erneut etwas eingetrübt haben. Die von Dow Jones Newswires befragten Volkswirte erwarten, dass der vom Ifo-Institut erhobene Geschäftsklimaindex auf 101,9 (April: 102,1) Punkte gesunken ist. Es wäre der sechste Rückgang in Folge. Die Konjunktur- und Zentralbankbeobachter blicken mit zunehmender Nervosität auf die europäischen Wirtschaftsindikatoren. Die Einkaufsmanagerindizes des Euroraums und Deutschlands sind im Mai beispielsweise zum vierten Mal hintereinander gefallen. Die meisten Volkswirte wollen diese Entwicklung nicht dramatisieren und verweisen auf den immer noch recht hohen Stand der Konjunkturbarometer. Die EZB erklärte in ihrem jüngsten Sitzungsprotokoll, dass die Zweifel am Fortgang des breiten Aufschwungs größer geworden seien. Manche Volkswirte wollen nicht mehr ausschließen, dass die Notenbank deswegen das Ende ihrer Anleihekäufe noch weiter hinausschieben wird

Vorbörslich sind die europ. Börsen leicht positiv indiziert.  Die asiatischen Börsen schließen uneinheitlich. Von der Makroseite steht der ifo-Index im Fokus Von der Unternehmensseite meldete in Österreich Semperit (Details siehe unten).

UNTERNEHMENSNACHRICHTEN

Semperit

Die Geschäftsentwicklung im ersten Quartal war einerseits von positiven Faktoren wie der fortwährenden globalen Wachstumsdynamik und günstigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen geprägt. Andererseits sorgten jedoch steigende Inflation und massive Währungsentwertungen in einigen der großen aufstrebenden Volkswirtschaften zunehmend für Unsicherheit an den Rohstoff- und Finanzmärkten. In den vergangenen Monaten hat sich ein verstärkter Wettkampf bei einigen der von Semperit benötigten Rohstoffe herausgebildet. Der Konzernumsatz lag im ersten Quartal 2018 mit 220,9 Mio. EUR um 3,7% unter jenem der Vorjahresperiode, wobei der Sektor Industrie eine Umsatzsteigerung von 0,5% erzielte. Dem entgegen stand ein Umsatzrückgang im Sektor Medizin um 10,3%. positiv entwickelte sich auch das EBIT, das von 1,5 Mio. EUR (bereinigter Wert des ersten Quartals 2017) auf 6,0 Mio. EUR stieg. Die EBIT-Marge erhöhte sich von 0,7% auf 2,7%. Das Ergebnis nach Steuern verringerte sich von -2,0 Mio. EUR (bereinigter Wert des ersten Quartals 2017) auf -2,6 Mio. EUR im gleichen Zeitraum 2018. Das Ergebnis je Aktie betrug damit in der relevanten Berichtsperiode für 2018 -0,14 EUR nach -0,10 EUR (bereinigter Wert des ersten Quartals 2017).

Das Jahr 2018 wird weiterhin als Übergangsjahr gesehen. Bedingt durch die angeführten Entwicklungen bleibt der Ausblick für die nächsten Quartale ausgesetzt.

Q1/18: Umsatz: € 220,9Mio. EBIT: € 6,0 Mio. Nettoergebnis: € -2,6 Mio.



(25.05.2018)



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Mario Tunkowitsch

Research Wiener Privatbank

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