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ATX-Trends: OMV, Raiffeisen, Erste Group, Bawag (Wiener Privatbank)

Erneut ins Rutschen gekommen sind die Börsen in Europa am Freitag, vor dem Wochenende war Sicherheit gesucht. Nach einer Woche mit deutlichen Abgaben war die Nervosität unter den Anlegern groß, auch wenn sich an der guten wirtschaftlichen Ausgangslage nichts geändert hat und viele Titel nach den jüngsten Rückgängen bereits als durchaus attraktiv in Hinblick auf das erwartete Kurs/Gewinn-Verhältnis einzustufen sind. Sämtliche Branchen waren im roten Bereich, der Finanzsektor war mit einem Minus von 2,0% das Schlusslicht. Am stabilsten hielt sich noch der Immobiliensektor, der um 0,3% nachgab. Ein Lichtblick war die Aktie von L’Oreal, nachdem das Unternehmen Bereitschaft signalisiert hatte, das Aktienpaket des Großaktionärs Nestle zurückzukaufen. Zusätzlich gab es auf Grund er Umsatzentwicklung und des Ausblicks eine Kaufempfehlung was in einem Plus von 0,3% für den Titel resultierte. Lufthansa litt unter weiteren negativen Analystenstimmen und schloss 0,7% tiefer. Commerzbank , am Vortag noch einer der Gewinner, musste kräftig Federn lassen und schloss mehr als 4,0% tiefer. Das derzeitige Niveau bei Infineon wurde von Analysten als günstig bezeichnet, das Unternehmen konnte dadurch 0,7% zulegen.

Von makroökonomischer Seite her wird nur der Mittwoch interessant, da werden Inflationszahlen aus Deutschland, das BIP-Wachstum für die Eurozone, Deutschland und Italien sowie die Industrieproduktion in der Eurozone veröffentlicht, sonst stehen so gut wie keine Daten an. Dafür warten wieder eine Fülle von Unternehmensberichten, heute Heineken und Michelin, morgen Kering, am Mittwoch folgen dann ThyssenKrupp , Credit Agricole, Shire und Clariant, am Donnerstag Airbus , Capgemini, Nestle, Air Liquide, Schneider und Vivendi ehe dann am Freitag Electricite de France, Allianz , Renault, Danone und Eni den Abschluss machen werden.

Auch in Wien wurde der Handel mit deutlich tieferen Notierungen als am Vortag beendet, nach einem eher ruhigen Vormittag nahmen die Schwankungen am Nachmittag wieder deutlich zu. Obwohl es für Österreich keinerlei negative Meldungen gibt, leidet die Börse in Wien unter der weltweiten Unsicherheit. OMV litt unter den deutlich nachgebenden Ölpreisen und musste mit einem Abschlag von 2,9% ins Wochenende gehen. Schwach waren angesichts der europaweiten Abgaben in diesem Sektor auch die Bankenwerte, Raiffeisen verlor 3,4%, die Erste Group gab 1,9% ab und auch die Bawag schloss 2,4% schwächer. VoestAlpine konnte sich nach dem Kursrutsch vom Vortag stabilisieren und beendete den Handelstag nahezu unverändert. Palfinger , der zweite große Verlierer vom Donnerstag, konnte einen Teil der Abschläge wettmachen und gewann 2,4% dazu. Morgen berichten Rosenberger und Telekom Austria , am Mittwoch Mayr-Melnhof und am Donnerstag Do&Co.

Große Nervosität herrschte zum Wochenausklang in den USA, die wichtigsten Indizes pendelten immer wieder zwischen Gewinnen und Verlusten. Eine klare Richtung gab es lange Zeit nicht, schlussendlich setzten sich aber die Käufer durch und zum Handelsschluss konnte ein deutliches Plus vermeldet werden. Mit Blick auf die Ereignisse rund um Wirtschaft und Unternehmen herrschte eine gewisse Erleichterung, dass es in den USA für die nächsten zwei Jahre nun endlich einen neuen Haushalt gibt. Nach einer dramatischen Nachtsitzung zum Freitag und einem Mini-Shutdown setzte Präsident Trump seine Unterschrift unter das im Kongress verabschiedete Haushaltsgesetz. Unter den Einzelwerten ragte die Aktie von Nike mit einem Plus von 4,8% heraus, ohne dass besondere Nachrichten vermeldet worden wären. Auch American Express zählte mit einem Plus von 3,8% zu den positiven Erscheinungen, die auf Geschäftsreisen spezialisierte Sparte AmEx Global Business Travel will den britischen Konkurrenten Hogg Robinson übernehmen. Zugleich soll die SaaS-Sparte von Hogg Robinson an Visa verkauft werden, diese Aktie gewann 2,2% dazu. Durch neuen Ärger bei den Triebwerken für den Airbus A320 neo verlor United Technologies 1,9%. Die beiden Logistikunternehmen UPS und FedEx verloren 2,6% bzw. 1,7%, Spekulationen über einen eigenen Paketdienst von Amazon waren der Grund dafür.

Auch in den USA stehen nur wenige makroökonomische Daten zur Veröffentlichung an, am Mittwoch könnten die Inflationszahlen neue Aufschlüsse bringen, ebenso werden die Einzelhandelsumsätze veröffentlicht, am Donnerstag folgen dann die Produzentenpreise, die Industrieproduktion sowie mit dem Philly Fed und dem Empire Manufacturing Index zwei Stimmungsindikatoren, ehe dann am Freitag Daten aus dem Immobiliendaten und der Michigan Sentiment Index folgen werden. Nach wie vor werden in den USA viele Unternehmensergebnisse veröffentlicht, allerdings haben die meisten bedeutenden Unternehmen schon berichtet. So stehen diese Woche nur mehr am Dienstag PepsiCo, am Mittwoch Hilton, Applied Materials, Cisco und Marriott und am Freitag John Deere, Kraft, und Coca-Cola von den bekannten Firmen auf dem Programm.

Unter Druck stehen nach wie vor die Ölpreise, auch am Freitag ging es weiter steil bergab, Brent schloss 3,1% schwächer, WTI musste gar 3,2% abgeben. Wenig Veränderung gab es beim Goldpreis, nach ruhigem Handel schloss das Edelmetall nahezu unverändert bei 1.316 US-Dollar. Auch der Handel zwischen Euro und Dollar verlief ohne allzu große Bewegungen, gegen Abend pendelte sich das Währungspaar bei einer Marke von rund 1,224 ein.

Vorbörslich sind die europ. Börsen positiv indiziert. Die asiatischen Börsen schließen mehrheitlich im Plus. Von der Makroseite als auch Unternehmensseite ist es relativ ruhig.



(12.02.2018)



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Mario Tunkowitsch

Research Wiener Privatbank

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