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Donald Trump, die US Präsidentenwahl und die Auswirkungen auf die moomoc Aktien Strategien (Thomas Vittner)

Es war letztlich kurz nach drei Uhr Früh, als ich endlich einschlief. Das war eigentlich unvernünftig, denn am nächsten Tag musste ich nach Zürich fliegen, wo ich als Asset Manager einem Kurs der schweizer Polyreg beiwohnen musste, bei dem es um das Thema Geldwäsche ging. Es würde also ein anstrengender und langer Tag werden. Doch zu gebannt starrte ich mal auf den TV Apparat, mal auf Twitter und aktualisierte ständig die Timeline mit den latest News zur US Election. Denn wie viele sicher wissen sind mir die USA ans Herz gewachsen und ich wollte nicht wahrhaben, was sich mitten in der Nacht vorsichtig abzuzeichnen begann: Donald Trump wird der neue US Präsident. Gute Nacht!

Heute früh dann im Radio die Bestätigung. Der Außenseiter hatte das Rennen gemacht. Ich wusste auch so, was das für die Futures bedeuten würde und daher beschloss ich, zuerst gemütlich einen Kaffee zu trinken, bevor ich mich über mein Smartphone vergewissern würde, ob ich Recht hätte.


Ich hatte eine alte Börsenregel im Kopf: „buy the dip“

Wenige Minuten später hatte ich dann die traurige Gewissheit. Die Futures notierten fast 5% im Minus. Auch Asien war ähnlich stark gefallen. Öl im Minus. Gold im Plus. Doch sofort fiel mir der Tag des Brexits ein, wo es am Beginn ganz ähnlich aussah. Und ich hatte eine alte Börsenregel im Kopf: „buy the dip“ - kauf die Schwäche. Also sah es zwar börsentechnisch nach Weltuntergang aus, und erste Crashpropheten krochen aus ihren Löchern und verkündeten in den Medien Übles, doch ich hoffte vorsichtig, dass es wenigstens zu einer gewissen Erholung kommen könnte. Ich sollte mich irren.

Der Vormittag schien diesen Trend zunächst zu bestätigen, liefen die Futures doch immer höher, um dann gegen Mittag wieder nach Süden (abwärts) zu drehen. Erholung abgesagt? Gegen 1400 Uhr prüfte ich erste vorbörsliche Kurse der Einzelaktien. Und siehe da: das Bild war gemischt. Es kam auf den Sektor und die Branche an. Pharma und Finanzwerte liefen zum Beispiel gut (sehr gut sogar), andere Branchen wir Konsumgüter hingegen verheerend.

Als nächstes prüfte ich grob die Ausrichtung aller moomoc Systeme. Natürlich waren die Voraussetzungen bei der Vielzahl von Strategien sehr unterschiedlich. Die Exposure (Investitionsgrad) war bei manchen Systemen hoch, bei manchen weniger hoch. Und auch die Einzelwerte in den Depots waren bunt gemischt. Und dann noch etwas wichtiges: auch die heutige Symbolrotation war hoch. Gut so, denn so war gewährleistet, eine etwaige Erholung nicht von der Seitenlinien mitansehen zu müssen. Falls sie denn käme.

Und dann war es so weit. Nicht die Börseneröffnung. Mein Flug startete von Wien nach Zürich. Es war 1500 Uhr und ich ging notgedrungen offline. Wie immer, wenn es an den Märkten ordentlich scheppert, bin ich umso gelassener. Mehr als 15 Jahre Börsenerfahrung zeigen hier wohl ihr Wirkung. Da ich die Flugzeit darüber hinaus nutzte, meine Vorträge für die World of Trading Messe nächste Woche zu planen, vergaß ich, dass sich möglicherweise anbahnende Dissaster weitgehend. In Zürich gelandet hatte ich zunächst kein Internet. Ich hätte auf Roaming umschalten können, doch ich würde schon noch früh genug erfahren, wo die Kurse stehen. So checkte ich gegen 1730 im Hotel in der Nähe des Züricher Hauptbahnhofes ein, verband mich mit dem Internet und startete die Aktien App meines Smartphones.


Zunächst dachte ich, die App funktioniert nicht

Zunächst dachte ich, die App funktioniert nicht, denn alle Aktien waren grün. So wie gestern. Das konnte doch nicht sein, denn ich rechnete mit einem Crahs. Doch langsam dämmerte es mir – das waren die aktuellen Notierungen! Die Märkte hatten gedreht. Und wie. Der S&P war mehr als 1% im Plus. Viele Aktien, die wir in den moomoc Systemen in den Depots hatte, waren stark gestiegen. Manche wie GS oder CAT oder LLY signifikant, manche wie LOW, HON oder MA moderat, andere waren eingeknickt wie AMX oder SAN. Doch unter dem Strich war das ein Tag, der seinesgleichen suchte. Und zwar im Guten.

Warum erzähle ich das so ausführlich? Weil es zeigen soll, was echtes Wissen an den Börsen wirklich ausmacht. Wusste ich, dass die Märkte drehen? Nein! Dachte ich eher daran, dass wir heute einen rabenschwarzen Tag sehen werden? Ja, auch wenn ich die Hoffnung hatte, dass es nicht ganz so schlimm werden würde. Was wusste ich also, wenn ich mit meiner Meinung offensichtlich falsch lag?

Dass Meinungen egal sind und meine Emotionen die Märkte nicht interessieren. Ich denke, dass ich vielmehr ziemlich viel darüber weiß, wie man Aktien Strategien entwickelt. Und ich weiß, dass ich mich auf die Strategien, die wir bei moomoc einsetzen und die von unserem Team entwickelt wurden, gut und verlässlich sind. Und ich weiß, dass man diese Strategien in Ruhe arbeiten lassen muss. Egal ob ein Brexit oder ein Trump kommen, beides schwarze Schwäne innerhalb weniger Monate. Beides Ereignisse, die die Märkte ordentlich durchschüttelten. Und beides Situationen, die die moomoc Strategien mit Links wegsteckten. Weil wir uns drauf verlassen können. Weil sich auch Anleger darauf verlassen können.

Denn so funktioniert die Börse. Auf statistisch, mathematischer Basis. Nicht anhand von Gurus oder Crash Predigern, die immer rasch da sind, wenn irgendwo auf der Welt etwas geschieht und es dann immer schon gewusst haben. Viele Gurus leben heute noch davon, weil sie mal vor x Jahren einen Markteinbruch vorhergesagt haben. Da fällt mir immer der Spruch ein: auch eine stehengebliebene Uhr zeigt zweimal am Tag die richtige Zeit an. Die wenigsten von den Gurus wagen es aber, ihre Performance offen zu legen. Wenn sie denn real überhaupt an den Märkten handeln. Denn meist predigen sie Wasser und trinken Wein, handeln also selbst gar nicht Und wenn sie es tun, wie mancher medial bekannter Name, dann mit sehr mäßigem Erfolg (oder großem Misserfolg). Weil es einfacher ist, die Börse (im Nachhinein) zu erklären als im Vorhinein selbst die richtigen Entscheidungen zu treffen. Bei moomoc zählen nur Fakten und die Entwicklung der Systeme. Blogbeiträge wie dieser dienen nur dazu, dem Anleger die Welt der Börse näher zu bringen. Und zwar echt und richtig und ohne herumschwafeln – so wie Börse wirklich funktioniert.


Börse ist ein statistisches Problem

Börse ist ein statistisches Problem. Das bedeutet, dass man ziemlich oft falsch liegt. Aber halt doch öfters richtig. Und das Meinungen, so wie meine heute, irrelevant sind. Was zählt sind gute Regeln, also eine gute Strategie, die man dann unbeirrt anwendet, auch wenn es mal schwierige Zeiten gibt.

Der heutige Tag wird mir lange in Erinnerung bleiben. Erst die Enttäuschung wegen Trump. Dann die abtauchenden Futures mit den schlimmsten Befürchtungen. Dann der Trip nach Zürich, der mich die Börseneröffnung versäumen ließ. Und dann die angenehme Überraschung mit den stark steigenden Kursen, die den moomoc Strategien einen der besten Tage seit mehreren Wochen bescherte. Wir lernen daraus: für den Börsenerfolg braucht es eine andere Art des Wissens. Ein Wissen abseits des täglichen Marktgetöses, das auf dem Vertrauen in die eigenen Strategien aufbaut. Ich möchte diesen Beitrag mit einem Zitat von Kostolany beenden, der, soviel muss ich leider sagen, auch viel Unsinn geschrieben hat. Aber wo er Recht hat, hat er Recht, als er meinte: „an der Börse gilt 1 + 1 = 3 – 1. Dem ist nach dem heutigen Tag nichts mehr hinzuzufügen.

Thomas Vittner

Mehr über moomoc und seine Experten auf www.moomoc.com



(15.11.2016)

Washington, DC, USA, Weisses Haus, http://www.shutterstock.com/de/pic-119809810/stock-photo-the-white-house-washington-dc-united-states.html , (© (www.shutterstock.com))


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Thomas Vittner

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