Gewinnmitnahmen bestimmten das übergeordnete Bild an den Börsen. Unter den Einzelwerten gaben meist Quartalszahlen die Richtung vor. Bei ABB (+2,8 Prozent) habe die Margenstärke positiv überrascht, hieß es. Volvo Trucks zogen nach guten Geschäftszahlen um 1,5 Prozent an. Die Zahlen von Unilever (+2,4 Prozent) wurden als durchwachsen bezeichnet. Laut Jefferies haben die Umsätze die Erwartungen nicht erfüllt. Besser als erwartet seien hingegen Marge und Gewinn ausgefallen. Überraschend schwache Quartalszahlen der Werbeagentur Publicis setzten europäische Medienwerte unter Druck, die im Schnitt 1,4 Prozent einbüßten. Publicis brachen um 8,8 Prozent ein und zogen auch WPP um 2,9 Prozent nach unten. Nordea (+2,8 Prozent) hatte einen Gewinnanstieg von 47 Prozent verzeichnet. Sky profitierten zunächst nicht davon, dass sich Comcast aus dem Bietergefecht um 21Century Fox in den USA zurückgezogen hat und somit Mittel zur Verfügung hätte, um die Offerte für Sky nochmals aufzustocken. Die Titel verloren letztlich mit den Medienwerten 1,5 Prozent. Der ATX verlor 0,3 Prozent, FACC verlor 4,2 Prozent, voestalpine verlor 2,3 Prozent, Lenzing verlor 1,6 Prozent.
Nach dem positiven Lauf der vergangenen Tage ist es an der Wall Street zu Gewinnmitnahmen gekommen. Zwar musste der Markt einige Konjunkturdaten verarbeiten, im Mittelpunkt des Interesses stand aber die Bilanzsaison. Dabei überwogen diesmal eher die Enttäuschungen. Daneben drängte sich das Thema Handelsstreit wieder in den Vordergrund. US-Präsident Donald Trump hat seine Drohung wiederholt, Autos aus Europa mit Strafzöllen zu belegen. Travelers hatte zwar mit den Einnahmen die Erwartungen übertroffen, die Gewinnerwartungen jedoch deutlich verfehlt. Die Aktie fiel um 3,7 Prozent. Philip Morris hatte zwar im Quartal überraschend gut abgeschnitten, war aber pessimistisch für den Rest des Jahres. Das drückte die Aktie um 1,5 Prozent. Umsatz und Gewinn von IBM übertrafen die Erwartungen. Für die Aktie ging es um 3,3 Prozent nach oben. Ebay schlug zwar mit dem Gewinn die Prognosen, enttäuschte aber mit dem Umsatz. Erlös- und Gewinnprognose des Unternehmens für das laufende Quartal lagen nur am unteren Rand der Analystenschätzungen. Die Aktie verlor 10,1 Prozent. Für American Express ging es um 2,7 Prozent nach unten. Die Kreditkartengesellschaft verfehlte die Erwartungen auf der Einnahmenseite. Ein enttäuschender Ausblick belastete Alcoa . Die Aktie brach um 13,4 Prozent ein.Am Rentenmarkt erholten sich die Notierungen. Die Rendite zehnjähriger US-Anleihen fiel um 3 Basispunkte auf 2,84 Prozent. Teilnehmer sahen eine Gegenbewegung zum Vortag, als das Bekenntnis des Fed-Präsidenten zu schrittweisen Zinserhöhungen Verkäufe ausgelöst hatte.
US-Präsident Donald Trump hat die Geldpolitik der US-Notenbank kritisiert. Er sei "nicht glücklich" über die Zinserhöhungen der Federal Reserve, sagte Trump in einem Interview mit dem Fernsehsender CNBC. Er hoffe, die Notenbank werde aufhören die Zinsen zu erhöhen. Mit seinen Aussagen weicht Trump von der Konvention ab, nach der sich Präsidenten mit Kommentaren zu geldpolitischen Maßnahmen der Notenbank zurückhalten. Die Fed hat ihren Leitzins im Juni um 25 Basispunkte auf eine Spanne von 1,75 bis 2,00 Prozent angehoben, die zweite Erhöhung in diesem Jahr. Die Projektionen der Währungshüter deuten im Konsens darauf, dass es in diesem Jahr zu vier Zinserhöhungen kommen könnte. Präsident der Federal Reserve ist seit Februar Jerome Powell, er übernahm den Posten im Februar auf Vorschlag Trumps.
Vorbörslich sind die europ. Börsen unverändert indiziert. Die asiatischen Börsen schließen uneinheitlich. Von der Makroseite ist es relativ ruhig. In den USA werden heute noch General Electric und Schlumbeger berichten.
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