Rekordwerte bei Umsatz und Ergebnis, ein Auftragsbestand auf historischem Niveau — und trotzdem ein Kursrutsch. Rheinmetall lieferte für 2025 starke Zahlen, doch die Prognose für das laufende Jahr blieb hinter den Erwartungen der Analysten zurück. Das Ergebnis: ein kurzer Sell-off, gefolgt von einer raschen Erholung.
Der Konzernumsatz kletterte 2025 um 29 Prozent auf 9,94 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis legte mit einem Plus von 33 Prozent noch deutlicher zu und erreichte 1,84 Milliarden Euro — die operative Marge verbesserte sich auf 18,5 Prozent. Besonders bemerkenswert: Der Auftragsbestand wuchs auf 63,8 Milliarden Euro, nach 46,9 Milliarden Euro im Vorjahr.
Für 2026 plant Rheinmetall einen Umsatz zwischen 14 und 14,5 Milliarden Euro — ein Wachstum von 40 bis 45 Prozent. Bloomberg-Analysten hatten jedoch rund 15 Milliarden Euro erwartet. Diese Lücke reichte aus, um die Aktie zunächst rund sechs Prozent in die Tiefe zu schicken. Bei einem KGV im Bereich von 90 bis 100 reagiert der Markt empfindlich auf selbst moderate Abweichungen.
Parallel zur Zahlenveröffentlichung vollzog Rheinmetall einen strategischen Schritt: Mit der Übernahme von Naval Vessels Lürssen (NVL) entsteht das neue Segment „Naval Systems", das vier Werften — darunter Blohm+Voss in Hamburg — sowie rund 2.100 Mitarbeiter umfasst. Das Marinegeschäft soll 2026 bereits zwischen 1,3 und 1,5 Milliarden Euro zum Umsatz beisteuern, langfristig bis 2030 auf 5 Milliarden Euro Jahresumsatz wachsen.
CEO Armin Papperger skizzierte das Ziel, Rheinmetall zum globalen Rüstungschampion zu entwickeln — unter anderem durch eine Ausweitung der Munitionsproduktion von heute rund 70.000 auf 1,5 Millionen Einheiten bis 2030. Als Treiber nennt das Unternehmen Deutschlands Sondervermögen, das europäische SAFE-Programm sowie steigende NATO-Ausgabenziele.
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Nach dem kurzen Einbruch erholte sich die Aktie zügig. Zum Wochenschluss notiert sie bei 1.592 Euro — noch rund 20 Prozent unterhalb des 52-Wochen-Hochs von 1.995 Euro und zugleich knapp 8 Prozent unter dem 50-Tage-Durchschnitt. Der RSI von 83,7 signalisiert dabei eine technisch überkaufte Situation.
Der nächste Lackmustest kommt am 7. Mai 2026: Dann legt Rheinmetall die Zahlen für das erste Quartal vor. Gelingt dem Konzern ein Einstieg ins Jahr, der die Prognose stützt, dürfte die Debatte über die Bewertung neu entfacht werden.
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