Morgan Stanley hat Nokia in dieser Woche zum Street-High-Kursziel von 8,50 Euro hochgestuft — und der Zeitpunkt ist kaum zufällig. Gleichzeitig präsentiert sich der finnische Netzwerkausrüster auf der NVIDIA GTC 2026, der wichtigsten KI-Konferenz des Jahres. Die Aktie notiert auf einem 52-Wochen-Hoch.
Am 12. März hob Morgan Stanley sein Kursziel von 6,50 auf 8,50 Euro an — laut Bloomberg das höchste Ziel aller Analysten am Markt. Das Overweight-Rating wurde bestätigt. Als Begründung nennt die Bank die steigende Nachfrage durch Investitionen in KI- und Cloud-Infrastruktur, von der Nokia als Netzwerkausrüster direkt profitiere.
Die Reaktion ließ nicht lange auf sich warten: Die Aktie legte nach der Ankündigung rund 4,8 Prozent zu.
Nicht alle Analysten teilen diesen Optimismus. DNB Carnegie und Danske Bank stuften Nokia Ende Februar bzw. Anfang März jeweils auf Hold herab — beide mit einem Kursziel von 6,50 Euro. Hintergrund ist unter anderem Nokias Entscheidung, die Gewinnprognose für 2026 trotz besser als erwarteter Q4-Zahlen zu senken.
Auf der NVIDIA GTC 2026 in San Jose, die noch bis zum 19. März läuft, steht Nokia mit seiner AI-RAN-Strategie im Mittelpunkt. Am Donnerstag präsentiert Nokias Samir Kumar gemeinsam mit NVIDIA und KDDI Research eine Session zu digitalen Zwillingen in 5G- und 6G-Netzwerken.
Die Partnerschaft mit NVIDIA ist dabei mehr als ein Konferenzbeitrag. NVIDIA hat eine Milliarde US-Dollar in Nokia investiert und hält derzeit eine Beteiligung von 2,9 Prozent. Gemeinsam arbeiten beide Unternehmen mit Betreibern wie BT, Elisa, NTT DOCOMO und Vodafone daran, KI-gestützte Funktechnologien in bestehende Netze zu integrieren. Das adressierbare Marktvolumen im AI-RAN-Segment soll laut Analystenhaus Omdia bis 2030 kumuliert 200 Milliarden US-Dollar übersteigen.
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Die Q4-Ergebnisse 2025 lieferten ein zweischneidiges Bild. Der vergleichbare Nettoumsatz stieg um 3 Prozent auf 6,1 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis von 1,06 Milliarden Euro übertraf die Analystenschätzungen — fiel aber gegenüber dem Vorjahr um 3 Prozent. Die operative Marge sank um 90 Basispunkte auf 17,3 Prozent, belastet durch Investitionen in die Netzinfrastruktur und die Integration von Infinera.
Für das Gesamtjahr 2025 brach der vergleichbare operative Gewinn um 22 Prozent auf 2,0 Milliarden Euro ein. Die Prognose für 2026 — ein operativer Gewinn zwischen 2,0 und 2,5 Milliarden Euro — enttäuschte den Markt und löste nach der Bekanntgabe einen Kursrückgang von sechs bis zehn Prozent aus.
Am 9. April findet die Hauptversammlung statt, am 23. April folgen die nächsten Quartalszahlen. Bis dahin dürfte die Spannung zwischen Nokias strategischer Positionierung im KI-Bereich und dem anhaltenden Margendruck das zentrale Thema für Investoren bleiben.
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