Aus den Morning News der Wiener Privatbank: Die Gegenreaktionen auf die zusätzlichen US-Zölle haben gestern Mittwoch den Verkaufsdruck an den europäischen Aktienmärkten verschärft. Die Wiener Börse schloss ebenfalls tiefrot. Der ATX büßte zum Sitzungsende 2,80 Prozent auf 3.602,14 Punkte ein. In einer Woche hat der österreichische Leitindex damit ein massives Minus von mehr als 12 Prozent eingefahren. Der Handelsstreit der USA mit dem Rest der Welt (außer Russland) ist nach wie vor das dominierende Thema an den Märkten. Nach der Verschärfung des Handelskonflikts durch die USA haben China und die EU zur Wochenmitte jeweils mit Gegenzöllen zurückgeschlagen. Die EU einigte sich auf erste Gegenmaßnahmen zu den US-Stahl- und Aluminiumzöllen. Die 66-seitige Liste soll laut EU-Kreisen etwa 25 Prozent auf Sojabohnen, Kleidung sowie Eisen-, Stahl- und Aluminiumwaren umfassen. Für andere Waren sollen 10 Prozent fällig werden. China hatte zuvor erklärt, die Abgaben auf US-Produkte auf 84 Prozent zu heben. In Wien rutschte unter den Schwergewichten die OMV -Aktie um 3,8 Prozent ab. Neben der allgemeinen Börsenschwäche wurden die Papiere des Öl-, Gas- und Chemiekonzerns von dem Abwärtsschub der Rohölpreise zusätzlich belastet. Die Ölpreise sind auf den tiefsten Stand seit 2021 gefallen. Beim niederösterreichischen Ölfeldausrüster Schoeller-Bleckmann gab es einen Kursabschlag von 4,9 Prozent zu beobachten.
Im Technologiebereich sackten AT&S um 5,4 Prozent ab. Klar tiefer ging es auch für die Papiere der schwergewichteten Banken. Raiffeisen Bank International verbilligten sich um 4,1 Prozent. Bawag kamen um 3,6 Prozent zurück und Erste Group ermäßigten sich um 2,4 Prozent. Im Immobilienbereich rutschten CA Immo 5,6 Prozent tiefer. Die Titel des Cateringunternehmens DO&CO fielen um 7,1 Prozent. Die Aktien des Feuerwehrausrüsters Rosenbauer knickten um 6,1 Prozent ein. Semperit ermäßigten sich um 4,3 Prozent. Der Gummi- und Kautschukkonzern hat die Ergebnis-Erwartung für dieses Jahr gesenkt. Vor dem Hintergrund der von den USA verhängten Zölle und einer verhaltenen Bestelltätigkeit dürfte das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) 2025 nun in einer Bandbreite von 65 bis 85 Millionen Euro liegen. Zuletzt hatte das Unternehmen noch eine Spanne von 70 bis 90 Millionen Euro angepeilt.
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