Zinsanstiege schaden den Aktienmärkten? Das Gegenteil ist der Fall #gabb

Aus unserem neuen Börsenbrief: http://www.boerse-social.com/gabb .

Mittwoch und Donnerstag durfte ich die Hello bank! Invest-Foren in Wien und Graz als Moderator begleiten. Sowohl im Reitersaal der OeKB als auch in der Seifenfabrik in Graz ist mir das hohe Interesse des Publikums aufgefallen, im nächsten Börse Social Magazine werden wir über die Events, bei denen kumuliert knapp 300 Gäste anwesend waren, berichten. Zwei Aspekte möchte ich vorziehen, sie beziehen sich auf den Input von Martin Hüfner, volkswirtschaftlicher Berater der Bank und einer jener, die ich via boersenradio.at am liebsten beim Laufen höre. Nur: Beim Laufen hat man Audio und bekommt ein Bigger Picture, aber auf der Bühne hat man zusätzlich Hüfner persönlich und seine liebevoll zusammengestellten Slides mit netten kleinen Charts. Ich bin seit den Achtzigern des alten Jahrhunderts an den Börsen tätig und in meiner Ausbildung lernte ich, dass steigende Zinsen Gift für den Aktienmarkt seien. Und es war quasi gesetzt, dass das so ist. Und es war damals auch richtig. Martin hat einen Slide seiner Präsentation mit "Zinsanstieg hilft den Aktienmärkten" getitelt. Da reissts einen zunächst natürlich. Wenn man sich aber den Parallel-Chart der US-Leitzinsen vs. S&P ansieht, dann sieht man, dass das einfach "The new normal" ist. Und zwar nicht erst seit kurzem, sondern immerhin seit 1999. 

Der Chart ist edindrucksvoll, oder? Martin hat das wie folgt argumentiert: Eine restriktivere Geldpolitik signalisiere, dass die Notenbank zur Konjunktur zuversichtlich ist. Und das wieder hat sich stets als positiv für die Aktienmärkte herausgestellt, weil die Notenbanken auch nie überzogen hätten. Ich hab ihn gefragt, bei welchem Zinsniveau es denn seiner Meinung wieder zu grösseren Umschichtungen in den Assetklassen kommen könne, er meinte, dass es für ihn persönlich zB bei 3 Prozent Rendite für erstklassige Schuldner wieder interessant werden könnte. Diese Umschichtungen Aktien in Bonds und zurück hat es zuletzt kaum mehr gegeben, sicher auch ein Erklärungsansatz für die absurd niedrige Volatität vor allem bei grossen Standardwerten.

Den Newsletter von Martin Hüfner gibt es hier: https://www.hellobank.at/c/wissen/newsletter/dr-martin-huefner.aspx .



(26.01.2018)

Geldpolitik und S&P by Martin Hüfner https://www.hellobank.at/c/wissen/newsletter/dr-martin-huefner.aspx


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Christian Drastil
Der Namensgeber des Blogs. Ich funktioniere nach dem Motto "Trial, Error & Learning". Mehrjährige Business Pläne passen einfach nicht zu mir. Zu schnell (ver)ändert sich die Welt, in der wir leben. Damit bin ich wohl nicht konzernkompatibel sondern lieber ein alter Jungunternehmer. Ein lupenreiner Digital Immigrant ohne auch nur einen Funken Programmier-Know-How, aber - wie manche sagen - vielleicht mit einem ausgeprägten Gespür für Geschäftsmodelle, die funktionieren. Der Versuch, Finanzmedien mit Sport, Musik und schrägen Ideen positiv aufzuladen, um Financial Literacy für ein grosses Publikum spannend zu machen, steht im Mittelpunkt. Diese Dinge sind mein Berufsleben und ich arbeite gerne. Der Blog soll u.a. zeigen, wie alles zusammenhängt und welches Bigger Picture angestrebt wird.
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