Für den Industriekonzern bricht eine entscheidende Phase an. Während die Frist für die Handelstochter Materials Services in wenigen Tagen abläuft, mehren sich die Zweifel an einem rettenden Deal für die kriselnde Stahlsparte. Ein Rückzug prominenter Investoren treibt den Kurs zeitgleich auf neue Tiefststände.
Bis Ende März muss die Handelstochter Materials Services operative Fortschritte nachweisen. Verfehlt die Einheit mit ihren 15.000 Beschäftigten die internen Vorgaben, drohen handfeste Verzögerungen bei der geplanten Neuausrichtung des Gesamtkonzerns, die unter anderem einen Börsengang oder Verkauf vorsieht.
Parallel dazu gerät die Abspaltung der Stahlsparte ins Stocken. Das Management zweifelt zunehmend an einer Einigung mit der indischen Jindal Steel International. Knackpunkt ist offenbar die finanzielle Ausstattung der Sparte während der anhaltenden Flaute auf dem europäischen Stahlmarkt. Scheitert der Deal endgültig, fehlt Thyssenkrupp eine rasche Lösung für sein margenschwaches Sorgenkind.
Die Unsicherheit über den Umbau hinterlässt tiefe Spuren im Chart. Mitte März reduzierte der französische Vermögensverwalter Amundi seinen Stimmrechtsanteil auf 4,92 Prozent und fiel damit unter die wichtige Meldeschwelle. Marktbeobachter werteten diesen Schritt als mangelndes Vertrauen von institutioneller Seite in die Transformationsstrategie. Die Quittung folgte prompt: Die Papiere rutschten am Freitag auf ein neues 52-Wochen-Tief bei 7,72 Euro ab, was das Minus seit Jahresbeginn auf über 20 Prozent ausweitet.
Die jüngsten Quartalszahlen unterstreichen die finanzielle Belastung des Umbaus. Zwar stieg das bereinigte EBIT um zehn Prozent auf 211 Millionen Euro, unterm Strich stand jedoch ein Nettoverlust von 334 Millionen Euro. Haupttreiber waren massive Restrukturierungskosten im Stahlbereich in Höhe von über 400 Millionen Euro.
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Abseits der Krisenherde liefern die Tochtergesellschaften stabilisierende Nachrichten. Die Wasserstoff-Einheit Nucera glich eine jüngste Gewinnwarnung umgehend mit einem Großauftrag des spanischen Energieunternehmens Moeve aus. Für eine geplante Wasserstoffanlage in Andalusien liefern die Dortmunder Elektrolyseure mit 300 Megawatt Kapazität, was zu einer deutlichen Anhebung der Prognose für den Auftragseingang führte.
Als verlässlicher Ruhepol erweist sich zudem die Marine-Sparte TKMS. Mit einem Auftragsbestand von 18,7 Milliarden Euro und aussichtsreichen Rüstungsprojekten fungiert die Tochter als struktureller Anker für den Gesamtkonzern.
Der weitere Fahrplan für die Aktie ist klar definiert. Am 12. Mai legt Thyssenkrupp den Halbjahresbericht vor, der zwingend ein Update zum Stand der Jindal-Verhandlungen und zur operativen Leistung von Materials Services enthalten wird. Wenige Wochen später, am 1. Juni, folgt die geplante Übertragung der Anteile an den Hüttenwerken Krupp Mannesmann an die Salzgitter AG. Diese Termine bilden die nächsten harten Meilensteine für die strategische Neuausrichtung.
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