Die Gewerkschaft ver.di fordert für zehntausende Beschäftigte der Deutschen Telekom deutlich mehr Geld. Während sich der Konzern auf zähe Verhandlungen einstellen muss, lassen sich Analysten von den drohenden Kostensteigerungen nicht beirren. JPMorgan sieht bei dem Bonner DAX-Konzern sogar neues Aufwärtspotenzial.
Wenn sich Arbeitgeber und Arbeitnehmervertreter Mitte April an den Verhandlungstisch setzen, geht es um handfeste Zahlen. Für rund 60.000 Tarifbeschäftigte verlangt ver.di ein Lohnplus von 6,6 Prozent bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Zusätzlich pocht die Gewerkschaft auf einen exklusiven Mitgliederbonus in Höhe von 660 Euro. Diese Forderungen rücken unweigerlich die operative Marge des Telekommunikationsriesen in den Fokus der Investoren.
An der Börse sorgten die anstehenden Gespräche in Kombination mit einem schwachen Gesamtmarkt zuletzt für leichte Gewinnmitnahmen. Auf Wochensicht gab das Papier um 5,51 Prozent nach und ging am Freitag bei 31,41 Euro aus dem Handel. Geopolitische Spannungen und wieder anziehende Ölpreise hatten den DAX auf breiter Front belastet und auch den Telekom-Titel mit nach unten gezogen.
Davon unbeeindruckt zeigt sich die US-Investmentbank JPMorgan. Analyst Akhil Dattani hob das Kursziel in einer aktuellen Einschätzung von 40,00 auf 41,50 Euro an und bestätigte die Einstufung „Overweight“. Zur Begründung verwies er auf die außergewöhnliche relative Stärke des europäischen Telekomsektors, der sich im ersten Quartal 2026 so gut gegenüber dem Gesamtmarkt entwickelte wie seit 24 Jahren nicht mehr.
Die fundamentalen Rahmenbedingungen stützen diese positive Sichtweise. Das Management peilt für 2026 ein operatives Ergebnis von 47,4 Milliarden Euro an, nachdem der Umsatz bereits im abgelaufenen Quartal um über zweieinhalb Prozent auf 31,72 Milliarden Euro gesteigert werden konnte.
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Parallel zu den Quartalszahlen definieren die bis Ende Mai angesetzten vier Verhandlungsrunden mit der Gewerkschaft die finale Kostenstruktur für das restliche Geschäftsjahr.
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