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ATX-Trends: FACC, Andritz, Kapsch TrafficCom, Palfinger ...

Die europäischen Börsen wurden auch gestern von dem anhaltenden Optimismus vor der heutigen Sitzung der EZB gestützt und konnten sich weiter verbessern. Der EuroStoxx 50 verbesserte sich um 0,5%, der französische Index legte 0,4% zu, in Deutschland konnte der Markt 0,7% höher schliessen und in London stand gar ein Plus von 1,0% zu Buche. Der Markt gibt sich zuversichtlich, dass die hohen Erwartungen durch die Währungshüter erfüllt werden, und auch versöhnlichere Töne im US-chinesischen Handelskonflikt trugen zur risikofreudigen Stimmung bei.

Bei den Einzelwerten sorgte eine sich anbahnende Übernahme für Aufsehen, die Börse in Hong Kong will die in London übernehmen, das liess den Titel um 5,9% anziehen, nachdem er zwischenzeitlich sogar um 16 Prozent auf ein Rekordhoch angestiegen war. Auch die Deutsche Börse profitierte von dieser Nachricht und konnte während des Tages kräftige Zuwächse vorweisen, die aber dann wieder abgegeben werden mussten, so dass lediglich ein Plus von 0,9% in den Schluss mitgenommen wurde. Der Modehändler Inditex konnte zwar im zweiten Quartal ein deutlich gestiegenes Wachstum vorweisen, allerdings waren die dabei erzielten Margen den Anlegern scheinbar zu gering und angesichts der jüngsten guten Performance des Titels wurden gestern Gewinne realisiert, was zu einem Minus von 4,3% führte. Prosus, die Tochter des südafrikanischen Medienkonzerns Naspers, feierte in Amsterdam ein fulminantes Debüt, der Eröffnungskurs lag um mehr als 29 Prozent über dem Ausgabekurs, zu Handelsende konnte ein Gewinn für den ersten Tag von 26,4% vermeldet werden. Auch Infineon war äußerst gefragt, der Chiphersteller konnte sich in Deutschland um 3,1% verbessern. Der Spezialchemie- und Pharmakonzern Merck war einer der wenigen defensiven Titel, die gestern gesucht wurden, in den USA konnte eine wichtige Hürde für die Zulassung der Therapie mit dem Wirkstoff Tepotinib bei Lungenkrebs genommen werden was die Aktie 1,4% vorrücken liess.

Weiter nach oben ging es auch in Wien, bereits den sechsten Tag in Folge endete der ATX mit einer höheren Notierung, gestern konnte ein Zuwachs von 0,3% erzielt werden. Auf Unternehmensebene gestaltete sich die Meldungslage sehr dünn, den Spitzenplatz auf der Kursliste eroberte AT&S mit einem satten Plus von 4,8% im Soge der guten Entwicklung bei Infineon und der gesamten Branche. Knapp dahinter reihte sich FACC ein, für den Luftfahrtzulieferer ging es 4,3% nach oben. Die Berenberg Bank erhöhte das Votum für Andritz von „Hold“ auf „Buy“ und bestätigte das Kursziel von 45,00 Euro für den Anlagenbauer, das bedeutete ein Tagesplus von 1,7% für den Titel. Raiffeisen musste dem starken Vortag etwas Tribut zollen und schloss 0,8% schwächer, die beiden anderen großen Banken konnte sich hingegen verbessern, die Bawag konnte 0,7% Zugewinn erzielen, die Erste Group beendete den Handel um 1,5% verbessert. Weiter zulegen konnte Frequentis , der Technologiekonzern konnte 2,3% dazugewinnen, allerdings waren hier die Umsätze äußerst niedrig. Rosenbauer erzielte einen Aufschlag von 2,0%, Kapsch TrafficCom konnte die Scharte des Vortages zu einem guten Teil ausbessern, der Mautdienstanbieter zog um 1,5% an. Schwach war hingegen Marinomed, für das Biotechnologieunternehmen brachte der Handel einen Abschlag von 2,0%, auch Do & Co war wenig beliebt, das Cateringunternehmen musste 1,4% abgeben. Palfinger konnte die stolzen Zuwächse der beiden Vortage behaupten, der Kranhersteller erzielte gestern ein weiteres, wenn auch deutlich geringeres Plus von 0,6%.

Auch in den USA herrschte vor den anstehenden Zinsentscheidungen Optimismus, der Dow Jones schaffte den sechsten Gewinntag in Folge, etwas, was zuletzt im Juni geschehen war. Das Plus fiel mit 0,9% relativ überzeugend aus, auch der S&P 500 konnte sich um 0,7% verbessern, der Nasdaq 100 gewann ebenfalls 0,9% dazu. Als hilfreich für den Markt erwies sich auch, dass China die Einführung neuer Strafzölle auf einige US-Waren zunächst einmal verschieben wird. An der Nasdaq stand Apple im Mittelpunkt, die Präsentation der Nachfolgemodelle für iPhone, iPad und Apple Watch vom Vortag hatte verspätete Auswirkungen, der Titel konnte um 3,2% anziehen, nachdem Analysten die neuen Produkte positiv bewertet hatten. Tagessieger im Dow war Boeing , der Flugzeugbauer rechnet damit, dass das Flugverbot für den Typ 737 Max bereits Anfang des vierten Quartals aufgehoben werden kann und konnte sich dadurch um 3,6% verbessern. General Motors litt unter einer Rückrufaktion und musste gegen den steigenden Markt 0,3% abgeben. Intel wurde anfangs von einer negativen Analystenstudie gebremst, konnte dann dank der zulegenden Mitanbieter Boden gutmachen und ging mit einem Plus von 1,9% aus dem Handel.

Die Ölpreise mussten gestern wieder weiter abgeben nachdem Signale einer Lockerung der Sanktionen gegen den Iran gezeigt wurden, bei Brent betrug das Minus 2,5%, WTI ging mit einem Abschlag von 2,9% aus dem Handel. Gold konnte sich in dem risikofreudigen Umfeld gut behaupten und schloss leicht befestigt bei rund 1.496 US-Dollar. Der Euro musste gegen den US-Dollar vor allem in der zweiten Tageshälfte nachgeben, gegen Abend wurde das Währungspaar bei einem Kurs von knapp unter 1,101 gehandelt.

Vorbörslich sind die Märkte heute Donnerstag in Europa zur Eröffnung freundlich indiziert. Die asiatischen Börsen tendieren bislang uneinheitlich. Makroökonomisch stehen in Europa heute die Verbraucherpreise (GER, FRA), die Industrieproduktion (EUR) sowie der EZB Zinsentscheid, in den USA ebenso die Verbraucherpreise und die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe im Fokus der Märkte.



(12.09.2019)



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Mario Tunkowitsch

Research Wiener Privatbank

>> https://www.wienerprivatbank.com


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