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ATX-Trends: Kapsch, voestalpine, Erste Group, Semperit, Amag, Zumtobel ... (Wiener Privatbank)

Durch die weitere Verschärfung im Handelsstreit zwischen den USA und China sowie politische Querelen in Deutschland wurden Europas Börsen am gestrigen Handelstag weiter nach unten gedrückt. Mit Ausnahme der Öl- und Gasbranche, die 0,2% zulegen konnte, ging es für alle anderen Sektoren nach Süden. Am schwächsten war dabei der Sektor der Nahrungs- und Getränkemittelhersteller, der gleich 1,6% abgeben musste. Hier waren es vor allem die Verluste von Barry Callebaut mit einem Minus von 3,8% und von Remy Cointreau mit minus 2,6%, die belastend wirkten. In Deutschland rückte die Verhaftung von Audi-Chef Stadler im Zuge der Abgasaffäre in den Mittelpunkt, die Vorzugsaktien von VW notierten am Ende des Tages 3,1% tiefer. Engie in Frankreich sprach eine Gewinnwarnung aus, was den Kurs um 4,8% nach unten sacken liess. Noch schlimmer erwischte es den Kabelnetzbetreiber Nexans, der ebenfalls die Investoren vor geringeren Einnahmen warnte. Hier kam es zu einem Abschlag von 16,0%. Das Biotech-Unternehmen Evotec bringt ein Gemeinschaftsunternehmen mit Sanofi an den Start, daraufhin konnte der Titel 3,2% zulegen. Iliad will den Staatsanteil von 23 Prozent an Orange übernehmen, daraufhin schnellten die Aktien von Orange kurzfristig in die Höhe, konnten aber die Gewinne nicht halten und schlossen mit einem Abschlag von 1,0%. Iliad musste 1,6% nachgeben.

Auch in Wien kam es im Zuge der allgemeinen Vorsicht zu Abgaben, der ATX ging mit einer rund 1,2% schwächeren Notierung aus dem Handel. Kapsch TrafficCom präsentierte einen gestiegenen Umsatz, aber geringere Gewinne auf Grund von Wechselkurseinflüssen, der Titel konnte die anfänglichen Verluste im weiteren Handelsverlauf abschütteln und schloss 0,1% höher. Die Erste Group strich die Kaufempfehlung für voestalpine und bewertet den Titel nunmehr mit „Hold“, das Kursziel wurde ebenfalls deutlich reduziert. Für den Stahlkonzern bedeutete das einen Tagesabschlag von 0,8%. Auch die Bankentitel kamen unter Druck, die Erste Group schloss knapp 2,0% tiefer, Raiffeisen musste 1,4% abgeben, lediglich die Bawag konnte ein leichtes Plus von 0,3% erzielen. Die Ölwerte litten weiter unter den nachgebenden Rohstoffpreisen, OMV schloss 0,5% tiefer, bei Schoeller-Bleckmann kam es zu einem Tagesminus von 1,4%. Gesucht waren in dem schwachen Umfeld Amag mit einem Tagesgewinn von 1,7% und Semperit mit einem Zuwachs von 1,0%. Am besten war allerdings Zumtobel , wo der Kurs 3,2% nach oben schnellen konnte.

Die protektionistische Politik der USA samt der damit einhergehenden internationalen Handelskonflikte haben die Wall Street am Montag weiter belastet. Die Anleger blieben wie bereits am Freitag unsicher. Der Dow Jones büßte 0,4% ein, konnte sich aber im Tagesverlauf von dem gleich zu Beginn erzielten Tiefststand kontinuierlich erholen. Nahezu unverändert beendete der Nasdaq -Index den Handel. Intel litt unter einer Verkaufsempfehlung und musste 3,4% abgeben. In dieser Analyse wurden Advanced Micro Devises (AMD) deutliche Wettbewerbsvorteile zugeschrieben, dieser Titel konnte 4,7% steigen. Ebenfalls eine Verkaufsempfehlung gab es für Walt Disney , die Aktie schloss daraufhin 1,6% schwächer. Bei Chevron hingegen kam es zu einer Kaufempfehlung, einhergehend mit einer Kurszielerhöhung, der Titel war mit einem Plus von 1,6% stärkster Wert im Dow Jones. ConocoPhillips könnte in einem Rechtsstreit Milliarden US-Dollar zurückhalten, diese positiven Aussichten liessen den Kurs des Titels 1,9% nach oben klettern. Tesla -Chef Elon Musk warnte via Twitter am Wochenende die Leerverkäufer der Aktie, der Titel konnte daraufhin 3,5% Tagesgewinn erzielen.

Eine deutliche Erholung gab es bei den Ölpreisen, Brent schloss 2,6% stärker, WTI legte 1,2% zu. Gold handelte nach den deutlichen Abgaben am Freitag relativ unbewegt und schloss knapp unter 1.280 US-Dollar. Nach anfänglichen Abgaben tendierte der Euro stärker gegen den US-Dollar, am Abend wurde das Währungspaar bei einem Wert von rund 1,162 gehandelt.

Vorbörslich sind die europ. Börsen leicht negativ indiziert.  Die asiatischen Börsen schließen mehrheitlich im Minus. Von der Makroseite ist es relativ ruhig. Von der Unternehmensseite ist es ebenfalls relativ ruhig.

UNTERNEHMENSNACHRICHTEN

Semperit

Nach eingehender Analyse hat der Vorstand der Semperit AG Holding mit Zustimmung des Aufsichtsrats beschlossen, die Produktion am Sempertrans-Produktionsstandort Best (ShanDong) Belting Co. Ltd. in der Provinz Shandong an der chinesischen Ostküste zu beenden.

Dieser Schritt ist Teil des laufenden Restrukturierungs- und Transformationsprozesses. Das chinesische Sempertrans-Werk erzielte 2017 einen Umsatz von rund 15 Mio. EUR.

Die Produktion in Shandong wird sofort gestoppt. Die Werksstilllegung wird aus heutiger Sicht das EBIT der Semperit Gruppe in 2018 mit rund 10 Mio. EUR belasten. Darin werden neben Rückstellungsbildungen auch Abschreibungen und andere Wertberichtigungen enthalten sein.

 

 



(19.06.2018)



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Mario Tunkowitsch

Research Wiener Privatbank

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